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KI-Rechenzentren: Abwärme erwärmt angrenzende Wohngebiete messbar

Messungen und Simulationen zeigen, dass die Abwärme großer Rechenzentren die Umgebung spürbar aufheizt. Deutschland und Frankreich verpflichten Betreiber zur Abwärmenutzung, die EU prüft bislang nur.

TechnologieNachrichtLena BrandtVeröffentlicht: 25. September 20265 Min. LesezeitQuellen 2
KI-Rechenzentren: Abwärme erwärmt angrenzende Wohngebiete messbar

Die Abwärme großer KI-Rechenzentren ist kein theoretisches Problem mehr. Messungen und Simulationen, über die der IT-Dienst heise online am 25. September 2026 berichtete, zeigen messbare Temperaturerhöhungen rund um bestehende Standorte. In den USA gibt es bislang kaum Regulierung, in Europa greifen bereits Pflichten.

Was die Messungen zeigen

Ein Team um den Geografen David Sailor von der Arizona State University hat an vier Rechenzentren im Großraum Phoenix die Temperaturen gemessen. Die Sensoren waren auf Fahrzeugen montiert. Zu den Standorten gehört eine große Anlage des Betreibers CyrusOne. Auf der windabgewandten Seite der Gebäude lagen die Mittelwerte um 0,7 bis 0,9 Grad Celsius über der Umgebung. Der Effekt war in einer Entfernung von 90 Metern bis zu einem halben Kilometer noch messbar. Die Stichprobe ist klein: vier Standorte, drei Messtage.

Der französische Simulationsspezialist EOLIOS rechnete für Anlagen mit 50 bis 100 Megawatt Leistung. Bei bestimmten Windverhältnissen ergibt sich demnach in bis zu 150 Metern Entfernung eine Erwärmung von 2,5 bis 5 Grad Celsius.

Fast der gesamte Strom wird zu Wärme

Ein einzelnes Rechenzentrum mit mehr als 50 Megawatt Leistung setzt rechnerisch so viel Abwärme frei wie der Jahresbedarf von rund 54.000 Haushalten. Technisch ist das plausibel: Fast die gesamte aufgenommene elektrische Energie wird am Ende als Wärme abgegeben. Die Datenfirma DC Byte ermittelte, dass 41 Prozent der US-Rechenzentren in Clustern mit mindestens drei Anlagen im Umkreis von einem Kilometer stehen. 88 solcher Cluster gibt es bereits, 23 weitere werden bis 2040 erwartet. Die gesamte geplante US-Kapazität könnte nach diesen Zahlen 290 Gigawatt überschreiten und damit etwa das Vierfache des heutigen Niveaus erreichen.

Wie Betreiber gegensteuern

CyrusOne hat am Standort Phoenix nach eigenen Angaben helle statt dunkler Dächer gewählt, um Wärme abzustrahlen und den Effekt zu verkleinern. Amazon setzt auf vertikale statt bodennahe Abluft und an heißen Tagen auf Verdunstungskühlung. Die Konzernzentrale in Seattle wird teilweise mit der Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums beheizt.

In Finnland soll eine Microsoft-Anlage 2027 in Betrieb gehen und nach dem vollständigen Ausbau rund 40 Prozent des Wärmebedarfs von etwa 250.000 Haushalten und Betrieben der Region decken. In Deutschland fließen nach Angaben der Branche mehr als 25 Milliarden Euro in neue KI-Rechenzentren.

Europa reguliert, die USA kaum

Deutschland und Frankreich verpflichten Betreiber bereits, Abwärme zu verteilen. Auf EU-Ebene müssen Betreiber oberhalb von einem Megawatt bislang lediglich prüfen, ob eine Abwärmenutzung möglich ist. In den USA ist der Bereich kaum reguliert. Das Aktionsbündnis „Heiße Luft“ dokumentiert in einer interaktiven Karte geplante und im Bau befindliche Rechenzentren in Deutschland. Die Standortdebatte beginnt damit gerade erst.

Fast die gesamte elektrische Leistung eines Rechenzentrums verlässt das Gebäude am Ende als Wärme, als Heizung für Nachbarn oder als Last für das lokale Klima.

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Quellen

2
  1. 01heise online: KI-Rechenzentren – Abwärme heizt angrenzende Wohngebiete aufDE
  2. 02heise online: Themenüberblick RechenzentrenDE

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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