Polcom steckt 150 Mio. Zloty in ein Rechenzentrum für die souveräne KI-Cloud
Das polnische Unternehmen baut Polcom AI Cloud aus. Infrastruktur, Modelle und Trainingsdaten bleiben dort unter polnischer Jurisdiktion. Das Data Center 3 in Skawina soll 2030 starten.

Polcom entwickelt die Plattform Polcom AI Cloud weiter. In dieser Rechenumgebung für künstliche Intelligenz bleiben Infrastruktur, Modelle und Trainingsdaten unter polnischer Jurisdiktion. 42 Mio. Zloty hat das Unternehmen bereits in die Modernisierung der bestehenden IT- und Energieinfrastruktur gesteckt. Der nächste Schritt soll das Data Center 3 in Skawina sein.
Der neue Standort mit bis zu 40 MW Leistung entsteht für rund 150 Mio. Zloty und soll 2030 in Betrieb gehen. Das ist eine Investition anderer Größenordnung als die amerikanischen Campus mit Leistungen in Gigawatt. Sie bedient aber einen anderen Bedarf: Europäische Unternehmen achten zunehmend nicht nur auf die verfügbare Leistung, sondern auch auf den Standort der Daten, die Jurisdiktion des Anbieters und die Kontrolle über die Verarbeitung.
„KI geht immer schneller von der Experimentierphase in reale Geschäftsanwendungen über, und damit wächst der Bedarf an Umgebungen, in denen sich solche Projekte sicher entwickeln und skalieren lassen", sagt Marcin Gwóźdź, Vorstandsvorsitzender von Polcom.
Die Kaufentscheidungen treiben auch regulatorische Vorgaben an, vor allem der EU-AI-Act und die Compliance-Anforderungen, denen der Finanzsektor, die Industrie und der öffentliche Sektor unterliegen. Dadurch öffnet sich in Europa eine Nische für Anbieter, die lokale Infrastruktur mit dem Betrieb von Lasten hoher Leistungsdichte verbinden. Solche Lasten erzeugen KI-Modelle.
Die größte offene Frage bleibt die Energie. Aus der Studie „AI meets the grid" des Capgemini Research Institute geht hervor, dass 77 Prozent der Führungskräfte im Energiesektor befürchten, die Nachfrage der Rechenzentren werde schneller wachsen als die Möglichkeiten, sie zu decken. Sieben von zehn Vertretern der Energieunternehmen und 83 Prozent der Betreiber von Rechenzentren erwarten, dass die für KI gebaute Infrastruktur den regionalen Energiebedarf innerhalb von drei bis fünf Jahren deutlich erhöhen wird.
Das Problem beschränkt sich nicht auf das Volumen. 80 Prozent der Energieunternehmen geben an, dass die von KI-Systemen erzeugten Lasten stärker schwanken als bei traditionellen industriellen Abnehmern. Das erzwingt eine andere Planung von Reserven und Netzen. Betreiber von Rechenzentren prüfen daher zunehmend eigene Stromquellen, und die Energiewirtschaft nutzt parallel KI zur Prognose von Lasten und zur Verringerung von Störungen. Das polnische Projekt folgt demselben Muster: Ohne gesicherte Energie hält keine souveräne Cloud Trainingslasten aus.
Die polnische Investition ist klein im Vergleich zu den Campus in den USA, sie folgt aber einem klaren Trend: Lokale Rechenzentren werben um Kunden nicht mit dem Preis, sondern mit regulatorischer Konformität. Der EU-AI-Act und die branchenspezifischen Anforderungen an die Datenverarbeitung verlangen immer häufiger die Angabe, wo Modell, Dokumentation und Trainingsdaten physisch liegen. Für eine Bank oder ein Industrieunternehmen ist das oft wichtiger als ein paar Cent Unterschied beim Preis einer GPU-Stunde. Das Budget von 150 Mio. Zloty und die Leistung von bis zu 40 MW richten sich daher nicht an globale Labore, sondern an polnische und europäische Unternehmen, die einen Vertrag mit einem Anbieter unter nationaler Jurisdiktion brauchen.
Quellen
2- 01Polcom rozwija suwerenną chmurę AI. 150 mln zł na centrum danychPL
- 02Centra danych napędzają popyt na energię — badanie CapgeminiPL
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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