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ESA gibt Smile nach Prüfung vom 23. September für den Wissenschaftsbetrieb frei

Die europäisch-chinesische Mission Smile darf seit dem 23. September wissenschaftliche Daten sammeln. Damit endet die Inbetriebnahmephase, die mit dem Erreichen der Zielumlaufbahn am 20. Juni begonnen hatte, teilte die ESA mit.

WissenschaftNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 30. September 20267 Min. LesezeitQuellen 6
ESA gibt Smile nach Prüfung vom 23. September für den Wissenschaftsbetrieb frei

Die ESA meldete den Meilenstein auf ihren Wissenschaftsseiten. Der Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer (Smile) ist damit freigegeben, Daten dazu zu liefern, wie die Erde auf die geladenen Teilchen reagiert, die von der Sonne strömen. Die Raumsonde war am 19. Mai gestartet und am 20. Juni in ihrer Wissenschaftsumlaufbahn angekommen.

Smile ist eine gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumorganisation und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Die ESA baute das Nutzlastmodul mit drei der vier Instrumente, lieferte den Weichröntgen-Imager (SXI), beschaffte die Trägerrakete und übernahm Montage, Integration und Tests. Die CAS baute die Raumsonde selbst und die übrigen drei Instrumente und steuert das Fahrzeug im Orbit.

Zu den vier Instrumenten gehören SXI, der Ultraviolett-Auroraimager (UVI), ein Magnetometer (MAG) und ein Leichtionenanalysator (LIA). Nach Angaben der ESA sammelt die Nutzlast Daten zu Sonnenstürmen, geomagnetischen Stürmen und Weltraumwetter. Dazu gehört auch die Frage, wie die Sonnenaktivität mit dem Magnetfeld der Erde wechselwirkt und elektronische Infrastruktur auf der Erde und in ihrer Umgebung beeinflussen kann.

Erste Aufnahmen des Ultraviolett-Imagers

Die ESA veröffentlichte die ersten Aufnahmen des UVI. Laut ESA ist er die erste Kamera seit 2008, die den vollständigen Ring der Nordlichter um den Nordpol im ultravioletten Licht aufnimmt. Das Video entstand am 24. Juli 2026, zwei Wochen nach dem Einschalten des Instruments. Es zeigt Aktivität im Aurora-Ring, die eine Störung des Erdmagnetfelds durch einen Schwall von Sonnenwindteilchen verursacht.

"Die Smile-Mission ist ein Beleg für das Vertrauen, das unsere Teams aufgebaut haben, für ihr Streben nach Spitzenleistung und ihren Willen, für jedes Problem eine Lösung zu finden", sagt Professorin Carole Mundell, Wissenschaftsdirektorin der ESA. "Smile ist jetzt für den wissenschaftlichen Betrieb freigegeben. Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein, eine große Freude, ihn anzukündigen, und ich bin sicher, dass unsere hervorragende Zusammenarbeit den Wissenschaftlern weltweit bahnbrechende Daten liefern wird."

Der UVI zeichnet die Auroras nun jeweils 45 Stunden lang auf. Die ESA bezeichnet das als Rekord. Das Instrument ist ein europäischer Beitrag zur Mission.

Auch die Röntgenkamera ist eingeschaltet und hat ihre ersten Bilder geliefert. Beide zeigen die Überreste eines weit entfernten explodierten Sterns. Sie entstanden als Kontrolle, ob die Kamera wie erwartet arbeitet. Laut ESA funktioniert die Kamera selbst sehr gut. Auf die Erde gerichtet empfängt sie derzeit aber zu viel unerwünschtes Streulicht.

Um dieses Streulicht zu verringern, werden bestimmte Einstellungen geändert und Software-Updates an Bord eingespielt. Die ESA, das Konsortium aus Universitäten und Unternehmen hinter dem Instrument und das chinesische Team, das die Raumsonde steuert, arbeiten gemeinsam an dem Problem. Die ESA weist darauf hin, dass das Instrument vielseitig ausgelegt ist und sich aus der Ferne anpassen lässt.

Auch der Zeitplan hilft auf natürliche Weise. Smile richtet sich stetig weiter von der Erde weg, und der Nordpol strahlt weniger Licht ab, während sich die Nordhalbkugel dem Winter nähert. Das unerwünschte Licht soll Mitte Oktober ein Minimum erreichen. Dann würde SXI nach Angaben der ESA sein erstes gutes Bild der Magnetopause aufnehmen, wo der Sonnenwind auf das Erdmagnetfeld trifft. Möglich wäre auch ein Bild des nördlichen Polar-Cusps, eines Lochs in der Magnetosphäre am Nordpol, in dem geladene Sonnenwindteilchen zur Erdoberfläche geleitet werden.

Die ESA merkte außerdem an, dass Smile in nur gut zwei Jahren aus einer Handvoll unverbundener Teile zu einem Satelliten wurde, der wissenschaftliche Daten sammelt. Sie verwies auf einen neuen Dokumentarfilm über die Entwicklungsphase zwischen Juni 2024 und Mai 2026. Der Film zeigt, wie Bauteile der Raumsonde im technischen Zentrum der ESA in den Niederlanden eintreffen, zusammengesetzt und getestet und zum Start zum europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana geschickt werden. Er enthält Interviews mit Wissenschaftlern und Ingenieuren aus ganz Europa und ist der letzte Teil der Reihe "Let's Smile", nach vier kürzeren Folgen. Smile gehört zum Cosmic-Vision-Programm der ESA.

Autonomie und Betankung rücken näher an den Orbit

Der Smile-Meilenstein ist in dieser Woche nicht die einzige Entwicklung in der Weltraumwissenschaft im Dossier. Die anderen Geschichten des Tages weisen in eine andere Richtung: Raumfahrzeuge sollen weniger von Bodenstationen abhängig werden.

Am 30. September berichtete Tech.eu, dass das litauische Unternehmen Blackswan Space eine zweite Finanzierungsrunde über 2,5 Millionen Euro abgeschlossen hat, angeführt von Iron Wolf Capital. Damit steigt die Gesamtfinanzierung auf 3,2 Millionen Euro. Zu den weiteren Investoren zählen Lemonade Stand, der ehemalige NanoAvionics-Mitgründer Linas Sargautis, NGL Ventures und Tomas Žalandauskas. Das 2019 gegründete Unternehmen baut einen Mission Design Simulator für autonome Missionen und ein RPO Kit, eine Plug-and-play-Nutzlast für Rendezvous- und Annäherungsoperationen mit bildbasierter Erkennung, Identifizierung und Verfolgung von Zielen. Aus zwei technischen Experten sind 25 Mitarbeiter in Vilnius, London und Denver geworden.

Blackswan will das RPO Kit im vierten Quartal 2027 im Orbit testen. Danach folgt laut Tech.eu ASTRAL, die erste europäische Betankungsmission im Weltraum, geplant für 2028 und unterstützt mit bis zu 3,3 Millionen Euro von der britischen Raumfahrtagentur und der ESA. Jake Geer, Geschäftsführer von Orbit Fab UK, sagte, Blackswan sei ausgewählt worden, das RPO Kit für diese Demonstration zu liefern.

Viktoras Jucikas, Gründungspartner von Iron Wolf Capital, begründete die Investition deutlich. Ein Satellit im Orbit sei heute blind und taub ohne den Boden. Er könne nicht erkennen, was sich neben ihn gesetzt hat, einem Zusammenstoß nicht selbst ausweichen und auch nicht leicht repariert oder betankt werden.

Am selben Tag berichtete SpaceNews, dass das Bergbauunternehmen AstroForge im kommenden Jahr eine Raumsonde fliegen will. Sie soll testen, ob sie mit künstlicher Intelligenz vollständig autonom arbeiten kann. Der Bericht von Jeff Foust ist auf den 30. September datiert.

Varda sammelt 251 Mio. Dollar für Fertigung im Weltraum

Endpoints News berichtete am 30. September, dass das kalifornische Start-up Varda eine Series D über 251 Millionen Dollar aufgenommen hat. Das Geld soll die pharmazeutische Fertigung im Weltraum voranbringen, ein Bereich, der laut der Publikation seit Langem als nächster Schritt der Arzneimittelproduktion gilt. Der Beitrag erschien um 11:35 EDT und wurde um 12:52 EDT aktualisiert.

Vardas Finanzierung ist die größte einzelne Summe im Dossier. Daneben stehen weitere Kapitalankündigungen dieser Woche: Blackswans 3,2 Millionen Euro insgesamt und die 3,3 Millionen Euro hinter ASTRAL. Die drei sind nicht dieselbe Art von Geld. Vardas Runde ist zwei Größenordnungen größer als die von Blackswan, und die beiden europäischen Summen gelten einer Demonstrationsmission, nicht einem Unternehmen.

An anderer Stelle berichtete Ars Technica am 30. September, dass Russlands lange verzögertes bemanntes Raumschiff der nächsten Generation möglicherweise doch getestet wird. In einer jüngeren Interfax-Meldung wird es als PTK NP bezeichnet. Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow sagte gegenüber Interfax, die Tests des Fallschirmsystems beginnen in diesem Herbst mit einem Abwurf und Erprobungen im Fernen Osten. Der Bericht erwähnt außerdem Tests in Notrettungsmodi bei einem Notfall auf der Startrampe später in diesem Jahr und Tests im Bereich maximaler dynamischer Drücke im Jahr 2027. Ars Technica merkt an, dass unklar ist, ob echte Flughardware, Attrappen oder Mock-ups verwendet werden. Russische Vertreter halten an einem ersten bemannten Start 2028 oder 2029 fest, wahrscheinlich auf der Rakete Angara A5M.

Das ist die Geschichte einer Hardware, die sich zwei Jahrzehnte lang verzögert hat. Smile ist die Geschichte einer Hardware, die jetzt arbeitet, während ein Instrument noch abgestimmt wird. Der Unterschied ist wichtig für jeden, der verfolgt, wohin öffentliches Geld für Raumfahrt fließt.

Die Carnegie Mellon University kündigte am 30. September eine Spende von 500 Millionen Dollar von Citadel-Gründer und CEO Ken Griffin an und benennt ihre School of Computer Science in Kenneth C. Griffin School of Computer Science um. Die Universität erklärte, die Spende sei Teil einer philanthropischen Investition von 1 Milliarde Dollar in ihre Mission in Pittsburgh und eines umfassenderen Engagements von 3 Milliarden Dollar. Die Ankündigung beschreibt neue Rechenressourcen, darunter GPUs, Server, Speicher und Netzwerk, für Forschende der Fakultät.

Der Rest der Weltraumberichterstattung dieser Woche im Dossier ist Hintergrund statt Nachricht. Der Beitrag von Ars Technica merkt an, dass Wladimir Putin vor vier Jahren zuversichtlich über das damals Eagle genannte Raumschiff und eine Wiederaufnahme des russischen Mondprogramms sprach. Die Smile-Seite der ESA reicht bis zu einem Kooperationsabkommen mit Europa zurück, das nie ein bemanntes Fahrzeug hervorbrachte.

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Quellen

6
  1. 01ESA - Science begins for SmileEN
  2. 02Blackswan Space raises €2.5M to take autonomous spacecraft navigation into orbitEN
  3. 03AstroForge to test full spacecraft autonomy using AIEN
  4. 04Varda gets $251M to make medicines in space, a long-sought area for drugsEN
  5. 05So what's happening with Russia's new, long-delayed crewed spacecraft?EN
  6. 06$500M Gift Will Fuel Next Era of Computer Science at Carnegie MellonEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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