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Europas Energieengpass: Wärmepumpen legen 17 Prozent zu, Playmobil verlässt Deutschland

In elf europäischen Ländern sind die Verkäufe von Wärmepumpen für Wohngebäude im ersten Quartal 2026 um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das meldet der europäische Wärmepumpenverband EHPA. Hohe Energiepreise bringen Haushalte und Hersteller dazu, ihren Strombezug und Verbrauch umzustellen.

KonjunkturNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 27. September 20263 Min. LesezeitQuellen 2
Europas Energieengpass: Wärmepumpen legen 17 Prozent zu, Playmobil verlässt Deutschland

Die Zahlen hat pv magazine am 4. Mai veröffentlicht. Demnach wurden in den elf Ländern im ersten Quartal rund 575.000 Einheiten verkauft, nach 494.000 im gleichen Zeitraum 2025. Frankreich, Deutschland und Polen kamen im Schnitt auf 25 Prozent Wachstum. Die EHPA führt das auf steigende Energiepreise und die Sorge um die Versorgungssicherheit zurück. Der Iran hatte am 2. März die Straße von Hormus geschlossen. Das trieb die Gas- und Ölpreise in ganz Europa stark nach oben.

Österreich war die Ausnahme. Dort gingen die Verkäufe um 30 Prozent zurück. Der Verband erklärt das mit fehlenden staatlichen Subventionen.

Paul Kenny, Generaldirektor der EHPA, beschreibt die Entwicklung als Entscheidung der Verbraucher und nicht als Klimapolitik. "Wenn Ihr Streamingdienst den Preis verdoppelt und dann seine Filme blockiert, suchen Sie sich einen besseren", sagte er laut pv magazine. "Die Verbraucher haben erkannt, dass Wärmepumpen die Lösung sind, wenn Gas und Öl bei Preis und Angebot unzuverlässig werden." Nach Kennys Worten hat die Europäische Kommission in ihrem Energiekrisenplan Unterstützungsmaßnahmen skizziert, darunter Mehrwertsteuer- und Steuersenkungen sowie soziale Leasingmodelle für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Er rief die EU-Regierungen auf, sie schnell umzusetzen.

Die Reaktion auf der Nachfrageseite ist die eine Hälfte der Geschichte. Die andere ist, was passiert, wenn die Energiekosten für industrielle Nutzer hoch bleiben, die nicht einfach den Brennstoff wechseln können. Am 24. Juni berichtete Brussels Signal, dass Playmobil die gesamte Figurenproduktion in Deutschland einstellt. Das Werk in Dietenhofen in Bayern wird geschlossen, die Fertigung an bestehenden Standorten in Malta und Tschechien gebündelt. Rund 350 Arbeitsplätze sind betroffen. Die Horst Brandstätter Group, der die Marke gehört, nannte stark steigende Produktionskosten in Deutschland und führte ausdrücklich hohe Energiepreise neben gestiegenen Löhnen und Lohnnebenkosten an. Die letzte Schicht endete in jener Woche, die verbliebenen Beschäftigten waren vor der offiziellen Schließung Ende Juni freigestellt.

Gewerkschaften nannten den Schritt laut Brussels Signal eine "Katastrophe" für die Region. Wirtschaftsverbände beschrieben ihn als jüngstes Beispiel für die Verlagerung eines mittelständischen deutschen Unternehmens. Verwaltung und Logistik bleiben in Deutschland, doch die Plastikfiguren entstehen künftig vollständig außerhalb des Landes, das sie erfunden hat.

Der weitere Rahmen bessert sich nicht. Brussels Signal merkte an, dass die Strompreise deutscher Haushalte weiterhin die fünfthöchsten weltweit und die zweithöchsten unter den großen Industrienationen sind. Energieintensive Prozesse stehen seit der Energiekrise 2022 unter Druck, trotz teilweiser staatlicher Entlastung.

Wärmepumpenwachstum und Werksschließungen sind keine widersprüchlichen Datenpunkte. Es sind zwei Antworten auf dasselbe Preissignal, eine von Haushalten, die wechseln können, eine von Herstellern, die es nicht können.

Das Bild unterscheidet sich stark von Land zu Land. Der Rückgang von 30 Prozent in Österreich zeigt, wie sehr der Wärmepumpenmarkt noch von Subventionen abhängt, während Frankreich, Deutschland und Polen allein unter Preisdruck wuchsen. Die eigenen Zahlen der EHPA deuten darauf hin, dass die Verschiebung real, aber ungleichmäßig ist. Die von der Kommission vorgeschlagenen Steuer- und Leasingmaßnahmen sind noch nicht in Kraft.

Für die deutsche Industrie reiht sich der Fall Playmobil in eine Serie ähnlicher Ankündigungen ein. Brussels Signal stellte die Schließung neben die Pläne von Volkswagen, Modellpalette und Produktion zu kürzen, neben weitere Stellenstreichungen bei Porsche und neben Warnungen von Industrieverbänden vor strukturellen Wettbewerbsproblemen. Der gemeinsame Nenner ist überall der Preis für den Betrieb energieintensiver Anlagen in Deutschland.

Ob die Wärmepumpenzahlen weiter steigen, hängt auch davon ab, wie schnell Brüssel die von Kenny beschriebenen Unterstützungsmaßnahmen umsetzt. Ob Werke weiter schließen, hängt von etwas ab, das langsamer zu beheben ist.

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Quellen

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  1. 01Heat pump sales rise 17% across Europe in Q1 as energy prices surgeEN
  2. 02High energy prices force Playmobil to end production in GermanyEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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