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Europa rettet Forschungsdaten aus den USA, weil die NOAA sie nicht mehr sichern kann

Nach den Entlassungen bei der US-Ozean- und Atmosphärenbehörde übernehmen Institute in Europa Kopien wichtiger Datensätze. Eine Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigte, dass 69 Prozent der deutschen Nutzer Vorbehalte gegenüber der Cloud aus den USA haben.

TechnologieNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 25. September 20265 Min. LesezeitQuellen 2
Europa rettet Forschungsdaten aus den USA, weil die NOAA sie nicht mehr sichern kann

Wissenschaftliche Daten sind so politisch geworden wie Seekabel. Das Portal t3n.de beschreibt, wie europäische Einrichtungen aus den Beständen retten, was zu retten ist. Sicher waren diese Bestände bisher nur, weil sie auf Servern in den Vereinigten Staaten lagen.

Ein Beispiel ist die NOAA, die US-Behörde für Ozeane und Atmosphäre. Sie hat über 10.000 Beschäftigte, 17 Schiffe, 3 Wettersatelliten und mehrere Dutzend Labore und Forschungszentren. Ihr frühester Vorgänger ist fast so alt wie die Vereinigten Staaten selbst. Kaum eine andere Einrichtung hat so vollständige Datenreihen zu Wetter, Klima, Atmosphäre und Ozeanen zusammengetragen. Anfang 2025 wurden dort etwa ein Zehntel der Belegschaft entlassen. Das trifft den wissenschaftlichen Kern der Behörde, schreibt t3n und beruft sich auf Wissenschaftler.

Die Folgen reichen weit über die USA hinaus. „Wir brauchen Langzeitdaten, um zu wissen, ob eine Hitzewelle eine Laune des Wetters war oder der Klimawandel. Und die NOAA hat viele solcher Daten“, sagt Frank Oliver Glöckner, Professor für Datenwissenschaft über das Erdsystem an der Universität Bremen.

Wie die Falle entstand

Dass ein so großer Teil der Bestände in den USA liegt, ist kein Zufall. „Seit Jahrzehnten haben wir eine breite Forschungskooperation mit den Vereinigten Staaten. Oft wurden die Daten dort gespeichert, weil es am einfachsten war: Dort standen die Hyperscaler. Die geopolitische Dimension wurde aber nicht bedacht“, erklärt Dennis-Kenji Kipker, Forschungsdirektor und Gründer des Cyberintelligence Institute in Frankfurt. Das betrifft nicht nur das Klima, sondern auch die Medizin und die Sozialwissenschaften.

Für europäische Einrichtungen bedeutet das heute Wiederherstellungsarbeit: Bestände, die formal Eigentum der US-Behörden bleiben, werden in europäische Repositorien kopiert und dort neu aufgebaut. Es geht dabei nicht um Sentiment, sondern um die Kontinuität der Messungen. Eine unterbrochene Klimareihe lässt sich nicht nachträglich schließen. Die Messungen aus den Jahren fehlen, in denen sie niemand durchgeführt hat.

Misstrauen ohne geänderte Gewohnheiten

Bekenntnisse zur Notwendigkeit von Souveränität treffen auf Gewohnheiten. t3n erinnert in einem Ratgeber über europäische Speicherdienste an eine Studie, die GMX und Web.de 2025 in Auftrag gegeben hatten. Danach haben 69 Prozent der deutschen Internetnutzer zumindest teilweise Bedenken gegenüber amerikanischen Cloud-Festplatten, nutzen diese Dienste aber trotzdem. Diese Spannung zwischen Erklärung und Praxis ist der Hintergrund der ganzen Debatte über europäische Infrastruktur.

Man sollte diesen Strang also nüchtern betrachten. Daten nach Europa zu verlagern löst das Problem nicht von selbst: Die Infrastruktur muss erhalten, die Archivierung finanziert und dafür gesorgt werden, dass die Bestände tatsächlich zugänglich sind und nicht nur hinterlegt. Bei Messdaten aber, die sich nicht erneut erzeugen lassen, ist das die billigste Versicherung, die heute abzuschließen ist.

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Quellen

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  1. 01t3n / MIT Technology Review: Europa springt ein, um US-Daten für die Forschung zu sichernDE
  2. 02t3n: Alternativen zu Google Drive, iCloud & Co.DE

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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