Baidu verdreifacht das Umsatzziel für seinen Büro-Agenten
Der ARR der Unternehmensversion von Baidu Dazi wuchs zwei Monate lang Monat für Monat um ein Vielfaches. Der Vorstand hob das Jahresziel auf das Drei- bis Fünffache an.

Baidu Dazi, ein KI-Agent für Büroarbeit, hat die eigenen Entwickler überrascht. Wie das Portal 界面新闻 ermittelte, wuchs der ARR der Unternehmensversion im Juli und August Monat für Monat um ein Vielfaches. Der Vorstand korrigierte das Jahresziel für den Umsatz mehrfach. Die letzte Fassung liegt drei- bis fünfmal höher als der Plan vom Jahresanfang.
Das Produkt kam im März 2026 auf den Markt und läuft mit zwei Abonnements: einem privaten und einem für Unternehmen. Laut der Rangliste des AI Newsletter vom Juli 2026 erreichte die Zahl der monatlich aktiven Nutzer 6,74 Millionen. Das ist ein Plus von 1064 Prozent im Monatsvergleich, Platz zwei unter den Büro-Agenten und Platz eins beim Wachstumstempo.
Produktchef Li Jingqiu verweist auf eine deutliche Spaltung der Nachfrage. Den meisten Umsatz erzeugen Firmen aus Technologie, Finanzen und Produktion. Energie, Verwaltung und Verkehr zeigen eine starke Kaufbereitschaft und wachsen in diesem Jahr am schnellsten. Bildung und Handelsketten haben viele Anwendungsszenarien, doch der Kauf hängt von einer rechenbaren Rendite ab.
Interessanter ist, was Baidu derzeit nicht tut. Nach Angaben von Gesprächspartnern des Portals drängt der Vorstand weder stark auf Umsatzziele noch auf Nutzerwachstum. Ihn interessiert eher die Ausführungsschicht des Agenten und die Frage, ob eine Aufgabe aus vielen Schritten zu Ende gebracht wird. Intern gilt Dazi als Einstiegspunkt in die Dienste von Baidu im Zeitalter der Agenten. Es bündelt Suchmaschine, Karten, Enzyklopädie und Analysewerkzeuge, und perspektivisch sollen auch Werkzeuge externer Entwickler dazukommen.
Die Konkurrenz schläft nicht. Innerhalb eines Jahres brachten Alibaba, ByteDance und Tencent eigene Büroprodukte auf den Markt, und ihre Oberflächen ähneln sich immer mehr. Der Wettbewerb verlagert sich damit über das Produkt hinaus auf die Qualität der Ausführung komplexer Aufgaben und auf das Ökosystem um die Plattform. Alibaba öffnete bereits im September die Entwicklerplattform seines Workbuddy und erlaubt Firmen, eigene Systeme und Branchenfähigkeiten einzubringen.
Zum Vergleich lohnt ein Blick auf DeepSeek, das sein Modell über ein Abonnement für Entwickler monetarisiert. Nach der Preiserhöhung für die API überschritt sein Jahresumsatz eine Milliarde Dollar. Baidu geht damit einen anderen Weg und verkauft ein Abonnement für einen fertigen Arbeitsplatz statt Zugang zu Token.
Der Unterschied zwischen Abonnement und Abrechnung nach Token ist grundlegend. Bei Token wächst der Umsatz mit der Zahl der Aufrufe, aber auch die Kosten für die Auslieferung der Antworten steigen. Der Kunde sieht eine Rechnung, jedes Mal wenn seine Mitarbeiter das Werkzeug nutzen. Beim Abonnement trägt der Anbieter das Verbrauchsrisiko und verkauft das Ergebnis, nicht die Ressource. Für den Kunden ist das bequemer, für den Verkäufer schwieriger, denn er muss vorhersehen, wie viel Arbeit der Agent tatsächlich erledigt. Das hohe Wachstumstempo des ARR zeigt, dass sich Geschäftskunden vorerst zum zweiten Modell hinwenden.
Quellen
2Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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