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Big Brother Awards 2026: Negativpreise für Digital-Omnibus und Steuer-ID

Digitalcourage hat die Big Brother Awards 2026 verliehen. Kritisiert werden die EU-Kommission, Bundesinnenminister Dobrindt, die Deutsche Telekom, Fielmann und Apollo sowie die Evangelische Nordkirche.

TechnologieNachrichtLena BrandtVeröffentlicht: 25. September 20266 Min. LesezeitQuellen 2
Big Brother Awards 2026: Negativpreise für Digital-Omnibus und Steuer-ID

Der Verein Digitalcourage hat am Freitag, 25. September 2026, in Bielefeld die Big Brother Awards 2026 verliehen – zum 26. Mal. Der Negativpreis geht an Akteure, die nach Einschätzung einer fünfköpfigen Jury besonders stark in die informationelle Selbstbestimmung eingreifen. Über die Preisverleihung berichteten heise online und netzpolitik.org.

EU-Kommission: Digital-Omnibus

In der Kategorie EU und Europa wurde die Europäische Kommission ausgezeichnet. Kritikpunkt ist der sogenannte Digitale Omnibus. Dessen Vorschläge zur Deregulierung der europäischen Datenwirtschaft werden seit Monaten kontrovers diskutiert. Eine Neudefinition des Begriffs „personenbezogenes Datum“ könnte dazu führen, dass IP-Adressen und Tracking-Cookies für Werbetreibende nicht mehr als personenbezogene Daten gelten und damit faktisch das Cookie-Banner beerdigen.

Ein weiterer Punkt ist die geplante Ausweitung des berechtigten Interesses auf das Training von KI-Modellen sowie die Absenkung von Genehmigungspflichten für die Weiterverwendung von Daten für andere Zwecke. Kritiker wie der Datenschutzexperte und CCC-Sprecher Rainer Bendrath sehen darin eine Aufweichung des Auskunftsrechts. Im Europaparlament liegen nach früheren Angaben rund 1.800 Änderungsanträge vor.

Dobrindt, Telekom, Fielmann und Apollo

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erhält den Preis im zweiten Jahr in Folge, diesmal für die Registermodernisierung und das Identifikationsnummerngesetz. Die Steuer-ID soll demnach zu einer behördenübergreifenden Personenkennziffer werden. Frank Rosengart vom Chaos Computer Club beschrieb das Problem mit dem Hinweis, dass aus der vermeintlich harmlosen Nummer 12345 Datenbestände aller staatlichen Register verknüpfbar würden.

In der Kategorie „präventiv“ wurde die Deutsche Telekom ausgezeichnet, unter anderem mit Blick auf geplante Übernahmen im US-Mobilfunkgeschäft. Auch Fielmann und Apollo-Optik tauchen in der Kritik auf: Sie verkaufen smarte Brillen mit Kamera. netzpolitik.org sprach von einem „Überwachungs-Oscar“ für die Optikketten. Eine australische Studie wird zitiert, wonach Übergriffe mit smarter Brille wahrscheinlicher seien als mit einer Handykamera. Zugleich verweisen die Autorinnen und Autoren auf ausbeuterische Arbeitsbedingungen bei Auftragnehmern in Kenia, wo Aufnahmen ausgewertet werden, darunter Toilettengänge, nackte Menschen und private Nachrichten.

Nordkirche und Nachwuchspreis

Die Evangelische Nordkirche wurde kritisiert, weil sie Beschäftigte auf Microsoft-365-Anwendungen verpflichtet. Der Jugendbeitrag befasste sich unter dem Stichwort „die kaputte Achterbahn“ mit dem Verhältnis junger Menschen zu Überwachungstechnik.

Auch international blickt die Jury auf Verschränkungen von Standards und Macht: Die Ausweitung von Personalausweis- und Sozialversicherungsnummern in den USA und das russische Musterungssystem dienen als Beispiele dafür, wie Personenkennziffern zu Steuerungsinstrumenten werden.

Aus einer Nummer werden Daten aus allen staatlichen Registern – die Kennziffer ist der Schlüssel, der die Register zusammenbindet.

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Quellen

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  1. 01heise online: Big Brother Awards 2026 – Negativpreis für Dobrindt, EU-Kommission, Telekom und Co.DE
  2. 02netzpolitik.org: Fielmann und Apollo Optik erhalten Überwachungs-OscarDE

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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