BYD plant drei Montagewerke und eine Batteriefabrik in Europa
BYD will langfristig drei Montagewerke und eine Batteriefabrik in Europa. Der zweite Standort soll bis Ende des Jahres feststehen, Favoriten sind Spanien und Frankreich.

BYD will in Europa langfristig drei Montagewerke für Autos und eine Batteriefabrik betreiben. Den Plan stellte Alfredo Altavilla Journalisten in Turin vor. Altavilla berät den Konzern für Europa und war früher Chef von Fiat Chrysler; Bloomberg und Reuters zitieren ihn. Die Expansion werde Zeit brauchen, sagte er. Am Ende aber seien die Fabriken unverzichtbar, um die Verkaufsziele zu erreichen und zugleich die Produktionsvorgaben der EU zu erfüllen.
Spanien und Frankreich führen
Über das zweite europäische Montagewerk will BYD bis Ende 2026 entscheiden. Das Unternehmen bevorzugt die Übernahme und Modernisierung einer bestehenden Fabrik statt eines Neubaus. Als Standorte gelten vor allem Spanien und Frankreich. Italien bleibt Kandidat, hat aber geringere Chancen; Altavilla nannte diese Variante offen einen „Plan B“. BYD verhandelt mit europäischen Herstellern und Regierungen über die Übernahme schlecht ausgelasteter Automobilwerke.
Der Markthintergrund ist eindeutig. Nach Daten der ACEA, die heise autos anführt, stieg der Anteil von BYD am Markt für neue Autos in der EU in diesem Jahr von 0,9 auf 2,4 Prozent. Chinesische Hersteller steigern ihren Absatz systematisch, trotz der 2024 eingeführten Zölle auf chinesische Elektroautos. Die Montage vor Ort umgeht die Tarifkosten und erfüllt zugleich die EU-Vorgaben zum Anteil der Produktion im Land.
Warum das auch für Polen wichtig ist
Wo die zweite Fabrik steht, betrifft die gesamte europäische Lieferkette, ebenso die Klärung der Batteriefabrik. In der Praxis läuft es auf die Wahl zwischen zwei Strategien hinaus. Die eine ist die schnelle Übernahme fertiger Infrastruktur: billiger und schneller, aber abhängig von der Zustimmung des Eigentümers und der Gewerkschaften. Die andere ist der Bau von Grund auf: teurer, dafür mit voller Kontrolle über die Produktionslinie. Altavilla wies darauf hin, dass der Konzern zur ersten Variante neigt.
Für die europäischen Hersteller ist das ein doppeltes Signal. Der chinesische Konkurrent will einen Teil der Produktion in die EU verlagern. Damit wird der Zollstreit als Schutzinstrument für den Markt weniger wirksam. Zugleich belebt das möglicherweise die Nachfrage nach ungenutzten Produktionskapazitäten, die heute eine Last für die Bilanzen der europäischen Konzerne sind.
Auch der Kalender spielt eine Rolle. Die Entscheidung über das zweite Werk fällt in dem Moment, in dem die Europäische Kommission erwägt, chinesische Plug-in-Hybride in ein Ausgleichsverfahren einzubeziehen. Ein Teil der Hersteller nutzt bereits ausgehandelte Preisverpflichtungen, statt Zölle zu zahlen. Je stärker der Tarifdruck wächst, desto sinnvoller wird für BYD die Produktion innerhalb der Union. Die Standortwahl ist deshalb nicht nur eine Investitionsentscheidung, sondern auch Teil der Preisstrategie für die kommenden Jahre.
Quellen
3- 01BYD needs 3 assembly plants and 1 battery factory for long-term European expansion, adviser says (CnEVPost)EN
- 02EU-Automarkt: Elektroantrieb im Aufwind (heise autos)DE
- 03EU readies tariffs on Chinese PHEVs, report says (CnEVPost)EN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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