China: 170 Mrd. kWh für Rechenzentren und der erste Verbrauchsindex
Chinas Rechenzentren haben 2025 insgesamt 170 Mrd. kWh Strom verbraucht. Bei der Rechenleistung liegt das Land weltweit an zweiter Stelle. Der chinesische Elektrizitätsrat hat dazu einen ersten Verbrauchsindex vorgelegt.

Energie ist zu einer zentralen Größe der chinesischen Rechenpolitik geworden. Auf einem Forum zu modernen Stromsystemen vom 21. bis 23. September stellte der chinesische Elektrizitätsrat (CEC) einen ersten landesweiten Index zum Stromverbrauch von Rechenzentren vor. Er soll zeigen, wie der Ausbau der digitalen Infrastruktur die Struktur der Stromnachfrage verändert.
Zahlen, die das Bild ordnen
Der CEC-Vizevorsitzende Yang Kun sagte, der Gesamtverbrauch der Rechenzentren in China habe 2025 bei 170 Mrd. kWh gelegen. Die chinesische Rechenleistung steht weltweit an zweiter Stelle. In acht nationalen Rechenknoten wuchsen die Kapazitäten in den vergangenen drei Jahren um durchschnittlich 40 Prozent pro Jahr. Yang Kun räumte zugleich ein, dass der Mechanismus für eine reibungslose Verbindung von Rechenleistung und Energiewirtschaft noch nicht vollständig ist. Für einen Teil der Geschäftsszenarien gibt es zudem keine wiederholbaren Lösungen.
Die Formel von der „Koordination von Rechenleistung und Energie" fand in diesem Jahr erstmals Eingang in den Regierungsbericht. Das ist ein Signal: Die Planung von Rechenzentren ist nicht mehr allein Aufgabe der digitalen Branche.
Ein Netz unter Spannung
Wie groß die Investitionen sind, zeigen die Pläne des Übertragungsnetzbetreibers. State-Grid-Präsident Zhang Zhigang kündigte an, das Unternehmen werde im Rahmen des „15. Fünfjahresplans" 4 Billionen Yuan in Sachanlagen investieren. In diesem Jahr will es die Marke von 700 Mrd. Yuan überschreiten. Das Netz soll von der Einwegspeisung zum bidirektionalen Austausch zwischen Hauptnetz, Verteilnetz und Mikroanlagen übergehen. Geplant sind mehr als 15 neue Hochspannungs-Gleichstromleitungen. Damit käme China auf insgesamt mehr als 35 solcher Verbindungen und auf eine Übertragungskapazität zwischen den Provinzen von 500 GW.
Die Elektrifizierung gilt dabei als Zivilisationsindikator. Nach CEC-Daten lag der Elektrifizierungsgrad Chinas 2025 bei rund 29,5 Prozent, 1,4 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Bis 2030 soll er 35 Prozent erreichen.
Die Perspektive der Branche
Andererseits hat der Streit um Energie für KI eine globale Dimension. In einem Interview für CBS News, das das Portal Guancha besprach, nannte Nvidia-Gründer Jensen Huang Rechenzentren der neuen Generation „KI-Fabriken". Der Bau dieser Infrastruktur könne, so Huang, zur Chance für eine Reindustrialisierung der Vereinigten Staaten werden. Zugleich sprach er sich gegen einen Verzicht auf den chinesischen Markt aus: Amerikanische Firmen sollten im Wettbewerb gewinnen, nicht durch Beschränkungen. Die chinesischen Indizes und die amerikanischen KI-Fabriken beschreiben dasselbe Problem von zwei Seiten. Energie gibt es immer mehr, doch entscheidend ist nicht ihre Menge, sondern wer rechtzeitig ans Netz geht.
Das Ausmaß der Energiepläne ist ebenso wichtig wie die Verbrauchsdaten. Der State-Grid-Präsident sprach von 4 Billionen Yuan Investitionen über fünf Jahre und von mehr als 700 Mrd. Yuan in diesem Jahr. Hinzu kommen letztlich mehr als 35 Hochspannungs-Gleichstromleitungen und 500 Gigawatt Übertragungskapazität zwischen den Provinzen. Der Elektrifizierungsgrad des Endverbrauchs soll von rund 29,5 Prozent im Jahr 2025 auf 35 Prozent im Jahr 2030 steigen.
Die chinesische Antwort auf die energetische Herausforderung der KI ist daher nicht nur technisch, sondern auch institutionell. Die Aufnahme der Koordination von „Rechenleistung und Energie" in den Regierungsbericht, ein gemeinsamer Stromverbrauchsindex für Rechenzentren und die Erklärung des Netzinvestors bilden einen Rahmen. Darin wird der Ausbau der Rechenleistung gemeinsam mit dem Netz geplant und nicht nachträglich an dieses angehängt.
Quellen
2Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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