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3,6 Prozent des US-BIP für KI-Infrastruktur: Oracle sendet ein Risikosignal

Ein Ökonom schätzt, dass in den USA über die Jahre gerechnet der Gegenwert von 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den KI-Ausbau fließt. Oracle sichert sich rechtlich ab, falls sich das Vorzeigeprojekt verzögert, ein Rechenzentrum in New Mexico.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 26. September 20266 Min. LesezeitQuellen 2
3,6 Prozent des US-BIP für KI-Infrastruktur: Oracle sendet ein Risikosignal

Die Ausgaben für KI-Infrastruktur sind längst kein rein technologisches Thema mehr. In einer Analyse bei heise.de schätzt der Ökonom Stijn Van Nieuwerburgh, dass in den USA über die Jahre gerechnet der Gegenwert von 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den KI-Ausbau fließt.

Wer das bezahlt

Die Rechenzentren bauen weiter Hyperscaler und große Technologiekonzerne. Laut Van Nieuwerburgh fällt es ihnen aber zunehmend schwerer, das aus eigener Tasche zu finanzieren. Bis 2024 verdienten Oracle, Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta mindestens doppelt so viel, wie sie ausgaben. 2026 soll sich das Verhältnis umkehren: Die Investitionen sollen die Erträge übersteigen. Dadurch wächst der Anteil externen Kapitals, und mit ihm das Risiko.

Der Ökonom sieht Ähnlichkeiten zu früheren Booms. Eine Allzwecktechnologie erzwingt ergänzende Investitionen in ein großes physisches Netz, dessen Rendite von unsicherer Nachfrage abhängt. Der Unterschied ist die schnelle Alterung der massenhaft gekauften Hardware. Die Finanzierung der Infrastruktur ist auf Jahre angelegt, die Grafikkarten können deutlich schneller an Wert verlieren. Van Nieuwerburgh räumt ein, dass ihn die Analyse des KI-Booms an die Hypothekenkrise erinnert. Die Risiken seien immer weniger durchschaubar, sagt er.

Das Beispiel Oracle

Einen Tag zuvor bekamen die Anleger ein konkretes Signal. Wie Bloomberg meldete, richtete Oracle an die Gesellschaft STACK Infrastructure, die zu Blue Owl Capital gehört, eine sogenannte Höhere-Gewalt-Mitteilung im Zusammenhang mit dem Rechenzentrum Project Jupiter in New Mexico. Oracle-Sprecher Michael Egbert argumentierte, Projekte dieser Größenordnung nutzten solche Mitteilungen häufig. Das Schreiben allein bedeute weder eine Verzögerung noch ändere es die Erwartungen an den Fertigstellungstermin. Das Unternehmen hält fest, dass Project Jupiter planmäßig voranschreitet.

Der Markt reagierte nervös: Die Oracle-Aktie fiel am Donnerstagnachmittag um rund 4 Prozent. Der Analyst Rishi Jaluria von RBC Capital Markets schrieb in einem Bericht, die Mitteilung „deutet auf eine geänderte interne Einschätzung des Umsetzungsrisikos hin, die ausreicht, dass das Unternehmen rechtlichen Schutz sucht“. Das Problem ist bezifferbar. Die Investitionsausgaben von Oracle betrugen im ersten Quartal 28,5 Milliarden Dollar gegenüber 8,5 Milliarden ein Jahr zuvor. Für das Geschäftsjahr 2027 hält das Unternehmen an der Prognose von 90 bis 95 Milliarden Dollar fest. Ohne die Übergabe neuer Kapazitäten wird aus dem wachsenden Auftragsbestand kein Umsatz.

Oracle zeigt, wie diese Arithmetik in der Praxis aussieht. Die Investitionsausgaben lagen im ersten Quartal bei 28,5 Milliarden Dollar gegenüber 8,5 Milliarden ein Jahr zuvor, die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 nennt 90 bis 95 Milliarden Dollar. Zugleich schickte das Unternehmen an die Infrastruktur von STACK, die zu Blue Owl Capital gehört, eine Höhere-Gewalt-Mitteilung zum Rechenzentrumsprojekt Jupiter in New Mexico. Oracle hält fest, dass der Bau planmäßig läuft und solche Schreiben in der Branche üblich sind. Der Analyst von RBC urteilte jedoch, das Signal verändere die Wahrnehmung des Ausführungsrisikos, und der Aktienkurs fiel um 4 Prozent.

Der Vergleich mit dem Hypothekenmarkt von 2008 ist keine Prophezeiung, zeigt aber einen Mechanismus. Wenn eine Investition zu einem wachsenden Teil mit externen Schulden finanziert wird und ihr zentraler Bestandteil schnell verschleißt, wächst die Empfindlichkeit des gesamten Systems mit seiner Größe.

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Quellen

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  1. 01Analyse: In KI-Ausbau der USA fließen über Jahre 3,6 % des BIPDE
  2. 02甲骨文为数据中心延期风险留后路,发出“不可抗力”通知引华尔街质疑ZH

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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