Humanoide Roboterfabriken: fünf Millionen Industrieroboter, eine Überraschung auf Rädern
Der weltweite Bestand an Fabrikrobotern hat 2025 mit 5 Millionen Einheiten einen Rekord erreicht, teilte die International Federation of Robotics am 24. September mit. Agility Robotics bestätigte am 25. September, dass das Unternehmen neben seinem Humanoiden Digit auch Roboter auf Rädern prüft.

Weltweit liefen 2025 fünf Millionen Industrieroboter in Fabriken, 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Neu installiert wurden mehr als 600.000 Einheiten, ein Anstieg um 11 Prozent. Die Zahlen stammen von der International Federation of Robotics mit Sitz in Frankfurt, die sie am 24. September veröffentlichte. The Robot Report griff sie am selben Tag auf.
China trieb den Großteil davon an. Dort stiegen die Installationen um 20 Prozent auf 354.000 Einheiten, das sind 59 Prozent aller weltweiten Neuinstallationen. Nach Angaben der IFR verkauften chinesische Anbieter 195.000 Einheiten im eigenen Land und damit mehr als ausländische Hersteller. Der inländische Anteil liegt bei 55 Prozent, nach 57 Prozent im Jahr 2024.
Zwei Tage später tauchte eine andere Frage auf: Welche Form sollen diese Maschinen haben? Agility Robotics aus Oregon, das Unternehmen hinter dem Humanoiden Digit, sagte am 25. September gegenüber The Robot Report, dass es sich mit Rädern befasst. Zuvor war gegen Ende des Startvideos zum Digit 5 ein Roboter auf Rädern zu sehen.
"Wir untersuchen eine Reihe von Roboterkonstruktionen und Bauformen, darunter Räder, um unterschiedliche Einsatzumgebungen und Kundenanforderungen abzudecken", sagte CEO und Chief Robot Officer Jonathan Hurst per E-Mail.
Das ist eine bemerkenswerte Position für ein Unternehmen, das auf Beinfortbewegung aufgebaut ist. An dieser Technologie forscht Hurst seit Jahrzehnten. The Robot Report merkt an, dass Agility bereits bei Digit 5 mit der eigenen Designsprache gebrochen hat und die nach hinten gebogenen Knie früherer Versionen aufgab. Hurst sagte, es sei "zu früh zu sagen", ob ein Produkt auf Rädern eine neue Digit-Variante oder ein anderer Roboter wäre. Einen Zeitplan nannte er nicht.
Der kommerzielle Zusammenhang ist wichtig. Agility geht über eine SPAC mit Churchill Capital Corp. XI an die Börse. Die Transaktion bewertet das Unternehmen mit 2,5 Milliarden Dollar und soll mehr als 620 Millionen Dollar Bruttoerlös einbringen. Aus der S-4-Anmeldung gehen 1,8 Millionen Dollar Umsatz im Jahr 2025 hervor, bei einem operativen Verlust von 140 Millionen Dollar. Dazu kommen mehr als 300 Millionen Dollar an mehrjährigen Bestellungen für Digit v5 von einem einzigen Kunden.
Bei Tesla läuft es schwieriger. Ars Technica berichtete am 26. September unter Berufung auf umfangreiche Recherchen von The Information, dass Tesla die Optimus-Produktion auf Hunderte Roboter pro Woche hochgefahren hat und bis Ende 2026 mehr als 1.000 pro Woche anpeilt. Der Bericht beschreibt die manuelle Montage von Händen und Unterarmen mit mehr als 100 kleinen Bauteilen wie Schrauben, unzuverlässige Berührungssensoren und Beschäftigte, die sich gegen das Tragen von Motion-Capture-Anzügen wehrten. Sie wussten, dass die Roboter sie ersetzen sollten.
Toyota dagegen rahmt seine Automatisierung als Koexistenz. Ars Technica berichtete am 23. September, dass das Unternehmen ab 2028 jährlich 6,42 Milliarden Dollar in Fabrikroboter investieren will, mit dem Ziel von 150.000 in den eigenen Werken und weiteren 250.000 in Konzernanlagen. Executive Vice President Hiroki Nakajima sagte gegenüber Nikkei Asia, das Ziel sei "eine Welt, in der Roboter mit Menschen koexistieren, statt sie zu ersetzen".
Nicht alle bauen in der Größenordnung der Autoindustrie. O-ID, ein 2025 gegründetes Tokioter Unternehmen des norwegischen CEO Stian Jakobsen und des niederländischen CTO Simon Gormuzov, sammelte 1,2 Millionen Dollar in einer Pre-Seed-Finanzierung ein, angeführt von TAWANI Ventures aus Chicago, wie Tech.eu am 24. September berichtete. Das Unternehmen baut modulare Humanoide für Fertigung und Logistik, plant Werkspiloten für 2027 und argumentiert, dass eine einzelne ausgefallene Komponente nicht einen ganzen Roboter aus dem Rennen werfen sollte.
Die Forschung läuft parallel weiter. Am 27. September berichtete The Decoder, dass Forscher von Stanford und Caltech HomeBody gebaut haben, ein System, mit dem ein Unitree G1 eine unbekannte Küche aufräumen kann. Als Vision-Language-Modell dient GPT-6 Astra, das direkt eine Bibliothek von Fähigkeiten aufruft, etwa Greifen, Navigieren und das Öffnen von Schubladen. Die genannten Grenzen: Latenz, überhitzende Fingermotoren und hohe Rechenkosten.
Die IFR erwartet, dass die Installationen 2026 um 9 Prozent auf 655.000 Einheiten steigen und 2029 dann 806.000 erreichen. Ihre Präsidentin Jane Heffner nannte die Marke von 5 Millionen mehr als doppelt so hoch wie vor sieben Jahren, wobei Asien am schnellsten wachse und Europa langsamer.
Quellen
7- 01Five Million Robots Now Operate in Factories GloballyEN
- 025 million robots are now at work in factories worldwide, reports the IFREN
- 03Agility Robotics, maker of Digit humanoid, exploring wheeled robotsEN
- 04Tesla workers balk at training Optimus humanoid robots as replacementsEN
- 05Toyota orders workers to train humanoid robots but says humans won't be replacedEN
- 06Europeans in Japan raise $1.2M to put modular humanoid robots to workEN
- 07Researchers plug GPT-6 Astra directly into a robot and let it clean up an unfamiliar kitchenEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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