Polcom baut in Skawina ein Rechenzentrum mit 40 MW. 150 Mio. Zloty für souveräne KI
Polcom baut die Plattform Polcom AI Cloud aus und kündigt das Data Center 3 in Skawina an: eine Anlage mit bis zu 40 MW und einem Budget von rund 150 Mio. Zloty, die 2030 starten soll. Zuvor hat das Unternehmen 42 Mio. Zloty in die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur gesteckt.

Polcom baut die Plattform Polcom AI Cloud aus. Infrastruktur, Modelle und Trainingsdaten sollen dort polnischer Gerichtsbarkeit unterliegen, wie Computerworld berichtet. Das Unternehmen hat 42 Mio. Zloty in die Modernisierung der vorhandenen IT- und Energieinfrastruktur investiert. Der nächste Projektabschnitt soll das Data Center 3 in Skawina sein: eine Anlage mit bis zu 40 MW und einem Budget von rund 150 Mio. Zloty, deren Inbetriebnahme für 2030 geplant ist.
Es geht nicht allein um Rechenleistung. Für europäische Unternehmen werden der Standort der Daten, die Gerichtsbarkeit des Anbieters und die Kontrolle über die Verarbeitung immer wichtiger. Auf Investitionsentscheidungen wirken auch Regeln wie der EU-KI-Act sowie Compliance-Anforderungen im Finanz-, Industrie- und öffentlichen Sektor. Das öffnet europäischen Anbietern Raum, die lokale Infrastruktur mit dem Betrieb von Lasten hoher Leistungsdichte verbinden.
Polen hat in dieser Kette noch eine Karte: Halbleiter. Laut einem Bericht der Bank Gospodarstwa Krajowego, den Rzeczpospolita besprochen hat, soll der Wert des polnischen Halbleitermarkts bis 2035 von 5,1 Mrd. auf 23,7 Mrd. Dollar steigen. Die Autoren raten jedoch davon ab, sich auf die kostspielige Fertigung der fortgeschrittensten Chips zu konzentrieren.
Empfohlen wird die Spezialisierung auf den Entwurf integrierter Schaltungen, Photonik sowie Montage, Test und Verpackung, also das Backend-Segment. Ein möglicher Vorteil Polens sind zudem Kompetenzen bei Galliumnitrid, einem Material, das dort Anwendungen findet, wo klassisches Silizium an Grenzen stößt.
Der europäische Kontext macht die Aufgabe nicht leichter. Wie Rzeczpospolita berichtet, können sich Frankreich und Deutschland beim EU-Gesetz zum Industriebeschleuniger, das mit der Initiative Made in EU verbunden ist, nicht einigen. Der Streit dreht sich um die Kriterien, nach denen Produkte Zugang zu europäischen Fördermitteln und öffentlichen Aufträgen erhalten. Berlin hält die Vorschläge des EU-Industriekommissars für zu streng und fürchtet Nachteile für den freien Handel. Bei der Lösung des Streits will Spanien vermitteln.
Für Investitionen in KI-Infrastruktur heißt das: Über ihr Tempo entscheiden heute drei Dinge gleichzeitig. Der Zugang zu Energie, der Zugang zu Komponenten und die Ausgestaltung der europäischen Industrieregeln.
Der regulatorische Rahmen verstärkt diese Richtung. Das polnische Unternehmen baut seine Position als Cloud-Anbieter unter polnischer Gerichtsbarkeit aus. Im Finanz-, Industrie- und öffentlichen Sektor zahlt das direkt auf Compliance-Anforderungen ein, vom Datenschutz bis zu den Vorgaben der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz.
Der Bedarf des Marktes ist dabei groß. Aus dem Bericht der Bank Gospodarstwa Krajowego, den Rzeczpospolita besprochen hat, geht hervor, dass der Wert des polnischen Halbleitermarkts bis 2035 von 5,1 Mrd. Dollar auf 23,7 Mrd. Dollar steigt. Polnische Spezialisierungen sind der Entwurf von Schaltungen, Photonik, Montage und Test sowie Schaltungen aus Galliumnitrid.
Das ist jedoch keine rein polnische Geschichte. In der Union läuft der Streit über die Kriterien des Programms Made in EU, also darüber, welche Produkte Zugang zu europäischen Fördermitteln und öffentlichen Aufträgen erhalten. Frankreich und Deutschland vertreten dazu unterschiedliche Positionen, eine Vermittlung versucht Spanien. Für Investitionen wie Skawina werden die Regeln der EU-Förderung ebenso wichtig sein wie die Verfügbarkeit von Energie und Anschlussleistung.
Quellen
2- 01Polcom rozwija suwerenną chmurę AI. Na nowe centrum danych przeznaczy 150 mln złPL
- 02Trump i Xi o AI. Polska szansą dla półprzewodników, spór Francji i NiemiecPL
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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