Wasserstoff und kleine Reaktoren: Wie Rechenzentren den Energiemarkt umstellen
Auf Schmalspurgleisen in Kalabrien, Sardinien und Sizilien fahren künftig 21 Wasserstoffzüge. Orlen sucht Partner für KI-Projekte und plant modulare SMR-Reaktoren. Chinesische Forscher sprechen vom Zeitalter der „Elektronen und Moleküle“.

Der Strombedarf von Rechenzentren verändert nicht nur die Leistungsbilanz. Er verschiebt auch, wohin das Geld in der Energietechnik fließt. Ein Teil davon sind Wasserstoffprojekte. Nicht die größten, sondern die, die als erste in den Betrieb gehen.
Wie Il Sole 24 Ore berichtet, baut die Schweizer Gruppe Stadler 21 Wasserstoffzüge für Schmalspurstrecken in Kalabrien, Sardinien und Sizilien. Es sind die weltweit ersten Wasserstoffzüge für eine Spur mit reduzierter Breite. Sie gehen an drei Betreiber: Azienda regionale sarda trasporti bekommt 10 Züge, Ferrovie della Calabria 9, Ferrovia Circumetnea auf Sizilien 2.
Ein separates Thema ist die Energie für Rechenzentren, wenn es um Brennstoffe und Reaktoren geht. Die Gruppe Orlen hat ein Angebotsverfahren eröffnet und sucht darin Partner für die Entwicklung und Einführung von Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz. Es geht um generative KI, maschinelles Lernen, fortgeschrittene Datenanalyse, Data Science und mathematische Modellierung. Der Konzern betont, dass er nicht nur für große Unternehmen offen ist, sondern auch für kleinere Forschungs- und Entwicklungseinheiten. In der Mitteilung hieß es zudem, Orlen plane den Ausbau der Kernenergie auf Basis modularer SMR-Reaktoren.
Die chinesische Perspektive auf dasselbe Problem ist breiter und betrifft das gesamte Energiesystem. In einem Vortrag in Shanghai stellte Akademiemitglied Bao Xinhe von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften das Bild der künftigen Energie als „Tanz der Elektronen und Moleküle“ vor, zitiert von der Agentur Yicai. Strom werde die Grundlage sein, doch Wasserstoff sei schwer zu speichern und zu transportieren. Deshalb müsse er in Methanol und Ammoniak umgewandelt werden, also in molekulare Brennstoffe.
Bao nannte auch harte Bezugspunkte: China ist beim Ölimport zu etwa 73 Prozent und beim Erdgasimport zu etwa 45 Prozent vom Ausland abhängig. Die Katalyse, das Gebiet, mit dem er sich befasst, steht für 80 Prozent der chemischen Industrie und für 20 bis 30 Prozent des BIP. Sein Team entwickelte die OXZEO-Technologie und baute 2020 gemeinsam mit einem Brennstoffkonzern die weltweit erste Pilotanlage im Maßstab von tausend Tonnen. Die erklärte Regel lautet „erst bauen, dann abreißen“: Zuerst soll ein System auf Basis erneuerbarer Quellen stehen, erst danach sollen fossile Brennstoffe zurückgefahren werden.
Der gemeinsame Nenner dieser drei Stränge ist einer: Energie ist nicht länger der Hintergrund der Informatik, sondern wird zu ihrer Randbedingung.
Argumente für alternative Brennstoffe fielen auch in China. Das Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften Bao Xinhe erinnerte auf einer Konferenz in Shanghai daran, dass die Abhängigkeit Chinas vom Import von Erdöl etwa 73 Prozent und von Erdgas etwa 45 Prozent erreicht. Das Bild der künftigen Energiewirtschaft beschrieb er als Begegnung von Elektronen und Molekülen. Wasserstoff ist schwer zu speichern und zu transportieren, also muss er in Methanol und Ammoniak umgewandelt werden, in molekulare Brennstoffe. Der Forscher hob dabei die Rolle der Katalyse hervor: Sie steht für fast 80 Prozent der Produktion in der chemischen Industrie und für 20 bis 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Die chinesische OXZEO-Technologie kam 2020 in die weltweit erste Pilotanlage im Maßstab von tausend Tonnen, die gemeinsam mit Yanchang Petroleum in Betrieb genommen wurde. Die erklärte Regel der Transformation ist konservativ: zuerst neue Kapazitäten bauen, erst danach die alten abschalten.
In Polen zeigt sich dieselbe Richtung in den Erklärungen von Orlen. Der Konzern sucht Partner für Projekte der künstlichen Intelligenz, für generative Modelle, maschinelles Lernen und Datenanalyse, und plant parallel kleine modulare Reaktoren. Für den industriellen Abnehmer ist die Logik identisch: Ohne eine stabile, emissionsfreie Energiequelle geht keine Strategie auf, die auf Rechenzentren beruht.
Quellen
3- 01In Calabria, Sardegna e Sicilia i primi treni a idrogeno a scartamento ridotto al mondoIT
- 02包信和院士:未来能源图景是「电子与分子」共舞ZH
- 03Sztuczna inteligencja ma zmienić polskiego giganta. Orlen rusza z wielkim projektemPL
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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