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KI und der Arbeitsmarkt: harte Zahlen, laute Warnungen und zwei Richtungen zugleich

Die US-Arbeitgeber strichen im Juli 23.000 Stellen, teilte das Bureau of Labor Statistics am 7. August mit. Es war der erste monatliche Rückgang seit Februar, die Arbeitslosenquote sank auf 4,1%. In derselben Woche ergab eine Pew-Umfrage, dass die Demokraten die Republikaner als die Gruppe abgelöst haben, die sich am meisten Sorgen macht, dass KI Arbeitsplätze übernimmt.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 27. September 20263 Min. LesezeitQuellen 4
KI und der Arbeitsmarkt: harte Zahlen, laute Warnungen und zwei Richtungen zugleich

Die Juli-Zahl lag deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Revisionen kürzten die Zuwächse im Mai und Juni auf 63.000 und 20.000. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg um 2 Cent auf 37,62 Dollar, ein Plus von 3,2% über zwölf Monate. Die Verbraucherpreise lagen im Juni im Jahresvergleich bei 3,5% und damit höher. Die Erwerbsbeteiligung fiel auf 61,4%, den niedrigsten Wert seit Februar 2021.

Das Gesundheitswesen war der einzige Sektor mit nennenswerten Zuwächsen und schuf 22.000 Stellen, unter seinem monatlichen Durchschnitt von 36.000 im vergangenen Jahr. Der Bildungsbereich der lokalen Verwaltung verlor 50.000 Arbeitsplätze, der Einzelhandel 19.000 und die Finanzaktivitäten 14.000. Die ZipRecruiter-Ökonomin Nicole Bachaud sagte gegenüber USA TODAY, da die Möglichkeiten knapp seien, verließen mehr Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt ganz. Kory Kantenga von LinkedIn sagte, die Einstellungen außerhalb des Gesundheitswesens hätten sehr wenig Schwung.

Zwei Umfragen, gegensätzliche Lesarten

Nicht jeder Datensatz zeigt in dieselbe Richtung. Der National Employment Report von ADP, veröffentlicht am 5. August, schätzte, dass private Arbeitgeber im Juli 44.000 Stellen hinzufügten, getragen von 36.000 im Bildungs- und Gesundheitswesen. Die Lücke zwischen den beiden Berichten erinnert daran, wie viel Gewicht eine einzelne Monatszahl trägt.

Auf der politischen Seite berichtete das Pew Research Center am 16. September, dass 56% der Demokraten nun sagen, sie seien besorgter als begeistert über die wachsende Rolle der KI im täglichen Leben. Bei den Republikanern ist es etwa die Hälfte. Die Besorgnis der Demokraten ist seit 2021 um 25 Prozentpunkte gestiegen, die der Republikaner seit 2023 um 10 Punkte auf 49% gefallen. Bei liberalen Demokraten stieg sie von 45% auf 63%, bei konservativen Republikanern fiel sie um 14 Punkte. Demokraten erwarten auch eher als Republikaner, dass KI über 20 Jahre weniger Arbeitsplätze schaffen wird, 75% zu 68%. Das ist eine Umkehr gegenüber zwei Jahren zuvor.

Absolventen und der Druck auf Einstiegspositionen

Für neue Absolventen ist das Bild noch härter. CNBC berichtete am 25. September, dass Daten der Federal Reserve Bank of New York die Arbeitslosigkeit von Hochschulabsolventen im Alter von 22 bis 27 Jahren mit 5,7% zum Stand Juni 2026 beziffern. Das ist ein voller Prozentpunkt über derselben Gruppe zwei Jahre zuvor. Die Unterbeschäftigungsquote junger Absolventen erreichte 42%, gegenüber 33,7% bei allen Hochschulabsolventen.

Arbeitgeber automatisieren den ersten Filter. Eine von CNBC zitierte LinkedIn-Untersuchung ergab, dass 66% der Recruiter Anfang 2026 den Einsatz von KI für Vorauswahlgespräche ausweiten wollten. 81% der Stellensuchenden gaben an, KI bei ihrer Suche genutzt zu haben oder nutzen zu wollen. Handshake zufolge erwähnten Absolventen des Jahrgangs 2026 KI-Kenntnisse in ihren Lebensläufen doppelt so häufig wie der Jahrgang 2022. 74% dieser Nennungen waren an echte Projekte statt an Kursarbeit gebunden. Die National Association of Colleges and Employers fand KI-Kenntnisse in 16,5% der Stellenbeschreibungen im Frühjahr, nach 10,5% im Herbst zuvor. Doch fast ein Drittel der Absolventen in ihrer Umfrage 2026 sagte, KI-Kenntnisse würden für ihre Karriere wenig oder keine Bedeutung haben.

Die NY Fed schrieb, KI möge zu den jüngsten Entwicklungen am Arbeitsmarkt beitragen, sei aber nicht der Haupttreiber der Einstellungsflaute.

Die Handwerksberufe erzählen eine andere Geschichte. CNBC berichtete am 26. September, dass Stellenanzeigen für Schweißer und Rohrschlosser im Jahresvergleich um 164% gestiegen sind. Daten von ZipRecruiter zeigen, dass das durchschnittliche Mindestgehalt für Rechenzentrumsjobs um 125,1% auf fast 208.000 Dollar sprang. Eine in diesem Bericht zitierte Untersuchung von Cushman & Wakefield schätzt, dass jede 100MW neuer Rechenzentrumsentwicklung fast 1.300 lokale Arbeitsplätze schafft.

Die politische Stimmung wendet sich gegen den Ausbau. Gallup fand heraus, dass 70% der Amerikaner ein Rechenzentrum in ihrer Nachbarschaft ablehnen. Data Center Watch zählt mindestens 75 Projekte im Wert von rund 130 Milliarden Dollar, die in diesem Jahr blockiert oder verzögert wurden.

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Quellen

4
  1. 01US economy loses 23,000 jobs in July as labor market weakensEN
  2. 02Democrats now more worried than Republicans about AI, its impact on jobsEN
  3. 03How recent grads, college students should think about AI and jobsEN
  4. 04The blue-collar AI job is booming. Will data center backlash bust it?EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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