Strom und Kühlung für Rechenzentren: Netzgelder, 1,1 Millionen Dollar Strafe und vier Chips im Orbit
Betreiber von Rechenzentren in den USA bekommen 1,9 Milliarden Dollar Bundesgeld fürs Stromnetz. Ein Standort in New Jersey muss 1,1 Millionen Dollar Strafe zahlen, weil er Generatoren ohne Genehmigung betrieben hat. Google will vier KI-Chips im Orbit laufen lassen.

Am 25. September kündigte das US-Energieministerium 5,25 Milliarden Dollar für Verbesserungen am Stromnetz an, wie The Register berichtet. 1,9 Milliarden Dollar davon sind Bundesmittel, 3,35 Milliarden Dollar steuern andere Geldgeber bei. Das Programm umfasst nach Angaben des Ministeriums 31 Projekte in 26 Bundesstaaten.
Das ist die Angebotsseite. Die Nachfrage wächst weiter.
Die Projekte bauen keine neuen Kraftwerke. Sie erneuern mehr als 1.500 Meilen Übertragungsleitungen oder rüsten sie mit neuen Leiterseilen aus. Auf 21.000 Meilen des Netzes kommen Sensoren, Leistungsflussregler und Analysewerkzeuge hinzu, berichtete The Register. Das Energieministerium erklärt, die Arbeiten würden die Zuverlässigkeit verbessern und die Stromkosten für rund 100 Millionen Amerikaner senken. Moody's hat gewarnt, dass der Bau von Rechenzentren schneller vorankommt, als das US-Netz Kapazität zubauen kann. Die Agentur schätzt den Stromverbrauch von US-Rechenzentren auf 426 TWh im Jahr 2030, fast doppelt so viel wie 2025.
Diese Lücke erklärt die Eile. Sie erklärt auch, warum Betreiber auf eigene Erzeugung vor Ort setzen. Und warum einer von ihnen gerade erwischt wurde.
Zweiundsechzig Generatoren, keine Genehmigungen
New Jersey verpflichtete DataOne zur Zahlung von 1,1 Millionen Dollar. Der Betreiber eines der größten geplanten Rechenzentren der Ostküste hatte heimlich Gasgeneratoren installiert und betrieben und damit gegen den Air Pollution Control Act des Bundesstaates verstoßen, berichtete Ars Technica am 24. September. Der Fall begann mit Wärmebild-Drohnenaufnahmen, die The Guardian und Floodlight News im August erstellt hatten. Sie zeigten 45 der 62 Generatoren im Betrieb. Keiner hatte die Genehmigung, die für Einheiten ab 37 Kilowatt Leistung nötig ist, obwohl sie mit 1.982 kW liefen.
Staatliche Inspektoren besuchten den 2,6 Millionen Quadratfuß großen Komplex im Juli, berichtet die New York Times. Sie fanden Generatoren in der Größe von Sattelaufliegern, die im Dezember 2025 noch nicht dort gestanden hatten. DataOne hat 45 Tage Zeit, Genehmigungen zu beantragen oder den Betrieb einzustellen. Die Motoren dürfen weiterlaufen, solange das Unternehmen sie beantragt. DEP-Kommissar Ed Potosnak nannte die Maßnahme die größte, die je gegen ein Rechenzentrum in New Jersey ergriffen wurde. Solche Standorte würden nicht "straffrei in diesem Bundesstaat errichtet oder betrieben", sagte er.
Die Anwohner überzeugt das nicht. Nichole Gardner von der lokalen Organisation Sustain SJ sagte zu Ars, die Strafe sei "unzureichend, sowohl was den Betrag als auch was die Durchsetzung angeht". Ein Sprecher von DataOne sagte der Times, das Unternehmen sei mit der Strafe "nicht einverstanden" und werde die Luftgenehmigungen beantragen. Der Standort befinde sich im Übergang zu "emissionsarmen, leisen Brennstoffzellen".
Was sind schon 1,07 Millionen Dollar? Sie hätten es für jeden Generator tun sollen, den sie illegal betrieben haben. Sie sind Milliardäre. Das ist Kleingeld.
Das Zitat stammt von Tiffany Leone-Vespa, einer Anwohnerin aus Vineland, gegenüber der New York Times. Ihr Nachbar Steve Brown sagte derselben Zeitung, es sehe nach einer Regelung nach dem Motto "frag nicht um Erlaubnis, frag später um Verzeihung" aus. In New Jersey sind mehr als 80 Rechenzentren geplant oder im Bau. Der Bundesstaat hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das Steuergutschriften für Rechenzentren beendet. Entwickler verlieren damit den Zugang zu einem Fonds, der 250 Millionen Dollar an Anreizen geboten hatte.
Strom ist nur die Hälfte des Problems. Die Wärme ist die andere Hälfte. Und sie ist der Grund, warum Google Hardware in den Orbit schickt.
Vier Chips, ein Kilowatt, fünfzehn Minuten
Googles erster Satellit des Project Suncatcher heißt MVP und ist etwa so groß wie ein Kühlschrank. Er startet am 1. Oktober an Bord einer SpaceX Falcon 9 im Rahmen des Transporter-18-Rideshares, berichtete Ars Technica am 24. September. An Bord sind vier von Googles eigenen TPU-Beschleunigern und Solarpaneele, die etwa ein Kilowatt liefern, genug für eine Mikrowelle. Der Satellit selbst stammt von der Satellitenbildfirma Planet Labs.
Die Kühlung ist der Engpass. Googles Entwurf nutzt eine Schicht aus formbarem Wärmeleitmaterial, das die Chips mit Wärmerohren aus Aluminium und Kupfer verbindet. Diese leiten die Wärme in einen Radiator, der sie in den Weltraum abstrahlt. Tom's Hardware berichtete am 26. September, die vier Chips könnten nur etwa 15 Minuten laufen, bevor sie abschalten müssen, damit die Radiatoren hinterherkommen. Google will Gemini-Modelle zu Testzwecken darauf laufen lassen.
Strahlung ist das zweite Problem. Weltraumstrahlung kann Bits umkippen und Berechnungen verfälschen. Googles Antwort darauf ist vorerst, die Chips regelmäßig neu zu starten.
James Manyika, Senior Vice President of Research bei Google, sagte der New York Times, das Unternehmen erwarte "in den nächsten Jahren nichts, was nützlich in Betrieb wäre". Er verglich das Vorhaben mit fahrerlosen Autos, die rund 15 Jahre vor einer Auslieferung getestet wurden. Google will 2027 ein Satellitenpaar starten und hat langfristig Flotten von mehr als 80 ins Spiel gebracht. Vorerst ist der Orbittest ein Experiment mit vier Chips. Der Ausbau auf der Erde wartet unterdessen auf ein Netz, das in 26 Bundesstaaten Meile für Meile geflickt wird.
Quellen
4- 01Uncle Sam coughs up $1.9B for grid upgrades as datacenters hit a power wallEN
- 02New Jersey fines data center $1.1M after drone pics expose 62 gas generatorsEN
- 03Google's first Suncatcher orbital data center test launches October 1EN
- 04Google's orbital AI data center test packs four TPUs and 1,000W of solar powerEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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