Brüssel hebt Inflationsprognose für Polen auf 3,6 Prozent an. Defizit bei 6,5 Prozent des BIP
Die Europäische Kommission lässt ihre Wachstumsprognose für das polnische BIP unverändert, erwartet aber mehr Inflation und ein höheres Defizit. Der Energieschock im Nahen Osten trifft die ganze Union, deren Wachstum bei 1,1 Prozent liegen soll.

In der Frühjahrsprognose der Europäischen Kommission bleibt das Wachstum des polnischen BIP bei 3,5 Prozent im Jahr 2026 und 2,8 Prozent im Jahr 2027. Alles andere wurde nach oben korrigiert.
Die Inflationsprognose für Polen steigt für 2026 von 2,9 auf 3,6 Prozent. Für 2027 senkte Brüssel sie von 3,7 auf 2,9 Prozent und rechnet mit einer nachlassenden Preisdynamik. Das Defizit des Sektors Staat soll 2026 bei 6,5 Prozent des BIP liegen, nach 6,3 Prozent im Herbst geschätzten Wert, und 2027 auf 6,3 Prozent steigen, nach zuvor erwarteten 6,1 Prozent.
Der Grund ist in der gesamten Gemeinschaft derselbe. Die Kommission betonte, dass die Wirtschaft der EU nach einem BIP-Wachstum von 1,5 Prozent im Jahr 2025 bis Ende Februar 2026 ein moderates Tempo und einen Rückgang der Inflation hielt, also bis zum Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar und Anfang März. Seit diesem Moment haben sich die Aussichten verändert.
Für die EU senkte die Kommission die Wachstumsprognose für 2026 von 1,4 auf 1,1 Prozent und hob die Inflationsprognose von 2,1 auf 3,1 Prozent an. Der Preisanstieg soll 2026 seinen Höhepunkt erreichen und dann 2027 auf 2,4 Prozent fallen, unter der Annahme eines allmählichen Rückgangs der Rohstoffpreise. Auch dann bleiben sie rund 20 Prozent höher als vor dem Krieg der USA und Israels mit dem Iran.
Es ist dieselbe Diagnose, die die OECD in ihrem Septemberbericht stellte: Der Preisschock auf dem Rohstoffmarkt erwies sich als hartnäckiger als zuvor angenommen, und in einem Teil der Volkswirtschaften erschöpfen sich die Vorräte und Ersparnisse der Haushalte. Die OECD fügte jedoch ein zweites Standbein hinzu: In vielen G20-Volkswirtschaften wird das Wachstum durch Ausgaben und Produktion im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz gestützt.
Für Polen ist die Lage damit doppelt angespannt: relativ starkes Wachstum und digitale Investitionen auf der einen Seite, steigende Inflation und ein Defizit über 6 Prozent des BIP auf der anderen.
Die Prognose änderte sich ausschließlich auf einer Seite. Der Wachstumspfad für Polen bleibt bei 3,5 Prozent im Jahr 2026 und 2,8 Prozent im folgenden Jahr, während die Inflation in diesem Jahr von 2,9 auf 3,6 Prozent angehoben und 2027 von 3,7 auf 2,9 Prozent gesenkt wurde. Das Defizit des Sektors Staat soll in diesem Jahr 6,5 Prozent des BIP betragen und im nächsten 6,3 Prozent.
Was für Brüssel ein Problem der gesamten Gemeinschaft ist, ist für Polen eine Randbedingung. Die Kommission schätzt, dass die Inflation in der Union 2026 auf 3,1 Prozent steigt und in der Eurozone erst 2027 auf 2,4 Prozent fällt. Der europäische Inflationshöhepunkt fällt damit in das laufende Jahr, nicht ins nächste. Dieses Szenario können jedoch geopolitische Faktoren zunichtemachen: Die Rohstoffpreise liegen heute um rund 20 Prozent höher als vor dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten.
Die Union ist aus einer Position moderaten Wachstums in den Preisschock gegangen: 2025 wuchs die Wirtschaft der Gemeinschaft um 1,5 Prozent. Jedes Quartal mit teurerer Energie ist damit automatisch ein Quartal schwächeren Konsums und schlechterer Aussichten für die öffentlichen Finanzen.
Quellen
2- 01Komisja Europejska zmienia prognozy. Co czeka Polskę w 2026 i 2027 rokuPL
- 02Świat uniknął gorszego scenariusza. OECD ostrzega przed nowym szokiem cenowymPL
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
Kommentare
0- Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.