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China deutet an, Alibaba und ByteDance dürfen womöglich Nvidias RTX Pro 5500 kaufen

Das chinesische Technologieministerium hat einigen Unternehmen mitgeteilt, dass es Käufe von Nvidias neuer Workstation-Karte RTX Pro 5500 genehmigen will. Das berichtet The Information am Sonntag, 27. September.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20266 Min. LesezeitQuellen 5
China deutet an, Alibaba und ByteDance dürfen womöglich Nvidias RTX Pro 5500 kaufen

Der Bericht, den The Next Web am 27. September weiterleitete, beruft sich auf zwei mit der Sache vertraute Personen. Demnach fragte das Ministerium kürzlich bei einigen Firmen nach, wie viele der Chips sie kaufen wollen und wofür. Danach teilte es diesen Unternehmen mit, dass es die Käufe genehmigen will. Reuters erklärte, den Bericht nicht sofort überprüfen zu können. TNW gab an, ihn ebenfalls nicht unabhängig verifiziert zu haben. Weder Nvidia noch Alibaba, ByteDance oder das Ministerium hatten sich bis Sonntag öffentlich geäußert.

Die RTX Pro 5500 ist eine Workstation-Grafikkarte, die Nvidia in diesem Monat vorgestellt hat. Sie basiert auf dem Blackwell-Design des Unternehmens und hat 84GB Speicher. Diese Spezifikation ist wichtig dafür, wie der Chip zu den Exportregeln steht: Es handelt sich um eine Workstation-Komponente, nicht um einen Rechenbeschleuniger für Rechenzentren. TNW beschreibt ihn als einen Chip, der die US-Beschränkungen voraussichtlich umgeht.

Eine schmale Öffnung, keine Kehrtwende

Der Kontext ist hier entscheidend. Nvidias Verkäufe in China werden durch zwei getrennte Regelwerke begrenzt: die US-Exportkontrollen und die Beschränkungen der chinesischen Regierung, die heimische Chiphersteller stützen sollen. Der Bericht zur RTX Pro 5500 würde, falls er zutrifft, nur das zweite Regelwerk lockern. Über eine geänderte Haltung Washingtons sagt er nichts.

Für diesen unangenehmen Zwischenzustand gibt es einen Präzedenzfall. Anfang des Jahres genehmigten die USA den Verkauf von Nvidias H200-Chips an chinesische Firmen. ByteDance und Tencent wurden jedoch angewiesen, die ersten Lieferungen in Hongkong zu belassen und nicht ins chinesische Festland zu bringen, wie TNW im August berichtete. Das ist kein Verbot und kein grünes Licht. Es ist ein Wartezustand. Er erklärt, warum ein Bericht über Workstation-Karten als Signal gelesen wird und nicht als Politik.

The Information meldete die Nachricht am Sonntag und berief sich auf zwei mit der Sache vertraute Personen. Reuters erklärte, den Bericht nicht sofort überprüfen zu können.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die US-Exportkontrollen waren beim Gipfel zwischen Xi und Trump kein zentrales Thema, berichtete die South China Morning Post am 26. September; das Thema rückte in den Hintergrund. Einen Tag später wurden chinesische Firmen gefragt, wie viele RTX Pro 5500 sie haben wollten. Peking hat Gründe, den Druck auf Washington aufrechtzuerhalten, ohne die Chippolitik zur Schlagzeile eines diplomatischen Treffens zu machen.

Chinas eigene Ziele sind ehrgeizig. Die Chip Industry Week In Review von SemiEngineering, veröffentlicht am 25. September, berichtet, die SIA erkläre, China strebe bis 2030 eine Chip-Selbstversorgung von 80% an. Chiphersteller müssten mindestens 50% inländische Halbleiterfertigungsausrüstung einsetzen, und qualifizierte heimische Produkte erhielten einen Preisvorteil von 20% bei öffentlichen Beschaffungen. Die SIA forderte US-Vertreter auf, diese Hürden durch Verhandlungen und abgestimmtes Handeln mit Verbündeten anzugehen. Liest man das zusammen mit dem Bericht zur RTX Pro 5500, ergibt sich kein Bild der Kapitulation. Es ist das Bild eines selektiven Einkaufs, während die heimischen Kapazitäten hochgefahren werden.

Heimische Alternativen kommen weiterhin auf den Markt

Alibaba wartet nicht. Dieselbe SemiEngineering-Zusammenstellung berichtet, das Unternehmen habe seinen KI-Beschleuniger Zhenwu V900 vorgestellt, mit 216GB Speicher und 1.200GB/s Bandbreite zwischen den Chips. Alibaba zufolge erreicht der Chip die dreifache Leistung seines Vorgängers M890, die Massenproduktion ist für Q1 2027 geplant. Die Markteinführung erweitert Chinas heimische Optionen für KI-Training und Inferenz im großen Maßstab, während der Zugang zu führenden US-Chips enger wird.

Auch beim Speicher geht es voran. CXMT kündigte an, dass seine DRAM-Technologie der fünften Generation, G5, in die Massenproduktion gegangen ist, zusammen mit einer neuen LPDDR5X-Produktlinie. Das Unternehmen gibt an, das Verfahren erreiche eine aktive Halbteilung von 11,95nm und liefere mindestens 50% mehr Dies pro Wafer als die vorherige Generation, ohne jedoch tatsächliche Fertigungsausbeuten zu nennen. CXMT bereitet laut Reuters zudem eine F&E-Produktionslinie für NAND-Flash in Peking vor, was den DRAM-Hersteller in einen Markt bringen könnte, der in China von YMTC angeführt wird. YMTC könnte Berichten zufolge bereits zum Jahresende mit der Testproduktion von LPDDR5 beginnen.

Nichts davon macht einen Kauf der RTX Pro 5500 widersprüchlich. Eine Workstation-Karte für Ingenieure und Forscher ist eine andere Produktkategorie als ein Trainingsbeschleuniger. Der Kauf des einen untergräbt den anderen nicht.

Das Durchsetzungsproblem nebenan

Dieselbe Woche lieferte eine Erinnerung daran, wie schwer diese Kontrollen zu überwachen sind. Am 24. September berichtete Tom's Hardware, Dylan Patel, Leiter des Halbleiteranalysehauses SemiAnalysis, habe gesagt, Chinas Puzhi Electronic Technology sammle per Crowdfunding Geld für die Entwicklung eines Systems auf Basis von AMDs Zynq UltraScale+ XCZU47DR RFSoC, einer US-exportkontrollierten Dual-Use-Komponente. Patel forderte eine Untersuchung wegen Landesverrats gegen AMD.

"AMD hat eine Geschäftsmöglichkeit darin gefunden, US-Militärchips für ein Viertel der Kosten in China zu verramschen", schrieb Patel laut Tom's Hardware in einem Beitrag auf X. "Der US-Listenpreis für diesen Chip liegt bei 36.000 Dollar, bei 4.000 bis 5.000 Dollar für US-Unternehmen bei großen Mengen, aber in China wird er Crowdfunding-Kampagnen für 1.000 Dollar angeboten."

AMD bestritt, die Chips direkt in die beschränkte Region verkauft oder geliefert zu haben. "AMD bekennt sich zur vollständigen Einhaltung aller US-amerikanischen und globalen Exportvorschriften und hat eine klare Politik, die unsere Distributoren, Wiederverkäufer und Kunden zur selben Einhaltung verpflichtet", sagte ein Sprecher gegenüber Tom's Hardware. "Jede Lieferung in beschränkte Regionen verstößt direkt gegen unsere Politik. Dieser aktuelle Fall steht in keinem Zusammenhang mit direkten Verkäufen oder Lieferungen von AMD." Das Unternehmen erklärte, es untersuche alle Verdachtsfälle von Umlenkung und werde jeden Gesetzesverstoß den zuständigen Behörden melden und jegliches Geschäft mit dem betreffenden Unternehmen einstellen.

Dieser Fall ist ungelöst und umstritten. Er zeigt zugleich, warum ein Bericht, wonach ein chinesisches Ministerium Unternehmen nach Kaufmengen fragt, von allen Beteiligten vorsichtig behandelt wird.

Die Designarbeit läuft unabhängig davon weiter

Abseits des politischen Streits bewegt sich die technische Entwicklung weiter. SemiEngineering berichtete am 25. September, Forscher der TU München, der Universität Modena und Reggio Emilia sowie von Applied Materials hätten ein Paper mit dem Titel "System-Technology Co-Evaluation of A7 CFET and A10 NSFET Technologies from Cell Parasitics to Chip Reliability" veröffentlicht. Die Arbeit modelliert parasitäre Widerstände und Kapazitäten, thermisches Verhalten und die Alterung durch Bias-Temperature-Instabilität über einen gesamten Designablauf für KI-Beschleuniger.

Separat berichtete SemiEngineering am 24. September, EDA-Anbieter arbeiteten ausgereifte Werkzeuge für 3D-ICs und Multi-Die-Systeme um, wobei agentische KI eine zusätzliche Analyseebene ergänze. "Heute hat fast jeder KI-Beschleuniger eine Prozessschwelle, ab der die schwierigsten Probleme nicht mehr im Chip selbst liegen. Sie liegen an den Systemgrenzen", sagte Artour Levin, Vizepräsident für KI-Silizium-Engineering bei Microsoft, der Publikation. Die Werkzeuge und die Chips werden unter der Annahme neu entwickelt, dass der Zugang zum Silizium eines einzelnen Anbieters knapp bleibt. Diese Annahme hat sich in dieser Woche nicht geändert.

Geändert hat sich etwas Engeres: Peking scheint bereit, zwei seiner größten Firmen eine Workstation-Karte kaufen zu lassen. Der Bericht von The Information ist unbestätigt, und jedes genannte Unternehmen schweigt. Für Nvidia aber, dessen China-Geschäft von beiden Seiten eingeengt wurde, ist selbst eine teilweise Öffnung der Tür die erste gute Nachricht seit Monaten.

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Quellen

5
  1. 01China reportedly may let Alibaba and ByteDance buy new Nvidia chipsEN
  2. 02Analyst Calls for AMD Investigation over Restricted Chips in ChinaEN
  3. 03Chip Industry Week In ReviewEN
  4. 04Comparing A7 CFET and A10 Nanosheet FETs From Parasitics to Chip Reliability (TUM, UNIMORE, Applied Materials)EN
  5. 053D Chips Push EDA Into New TerritoryEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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