Deutsche Bahn: 147 Mio. Euro Gewinn, aber nur 58,7 Prozent pünktliche Züge
Der erste Überschuss im Bahngeschäft seit sieben Jahren fiel mit der zweithöchsten Ausfallquote im Fernverkehr zusammen, die je gemessen wurde.

Die Deutsche Bahn hat ein Halbjahr hinter sich, in dem sich die Finanzen verbesserten, nicht aber die Qualität des Angebots. Im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn von 147 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum 2025 stand noch ein Verlust von 760 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 650 Mio. Euro auf 415 Mio. Euro.
„Zum ersten Mal seit sieben Jahren steht unser Bahngeschäft wieder im Plus“, sagte Konzernchefin Evelyn Palla. Zufrieden sei sie erst, wenn auch die Qualität des täglichen Bahnverkehrs sie überzeuge, schränkte sie ein. Laut dem Unternehmen stehen hinter der Verbesserung der begonnene Umbau des Konzerns, Kostensenkungen und die Dezentralisierung.
58,7 Prozent und acht Prozent
Die Qualitätszahlen geben keinen Anlass zum Optimismus. Im ersten Halbjahr 2026 waren nur 58,7 Prozent der Fernverkehrszüge pünktlich. Ausfälle sind in dieser Quote nicht enthalten. Acht Prozent der Fernverkehrszüge fielen ganz oder teilweise aus. Das sind drei Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor und der zweithöchste Wert seit Beginn der Messungen. Schlechter war nur das erste Halbjahr 2024, als 12 Prozent der Züge ausfielen. Damals galt das als Folge der Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).
Ein Trost: Nur 3,6 Prozent der Züge der Kategorien ICE und IC fielen aus, ohne dass es irgendeine Ersatzverbindung gab. Die Deutsche Bahn versichert, die meisten Fahrgäste hätten alternative Verbindungen nutzen können, auch wenn ein Zug nicht an der Zielstation endete.
Als Ursachen für die Störungen nennt das Unternehmen unter anderem einen Wintereinbruch im Januar und die Hitze im Juni. Es antwortet auch auf Vorwürfe zur Störanfälligkeit des Fahrzeugparks: Nach seinen Daten sank die Zahl der technischen Defekte an den Zügen selbst, etwa in den Antriebssystemen, zwischen 2019 und 2025 um mehr als 50 Prozent. Dazu beigetragen hat unter anderem die Verjüngung der Flotte.
Politischer Druck
Die Daten stammen aus der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag. Der Abgeordnete Matthias Gastel sagt deutlich, Regierung und Bahn dürften dem Anstieg und dem hohen Niveau der ausgefallenen Fernverkehrszüge nicht tatenlos zusehen. Seiner Ansicht nach hängen Ausfälle und Verspätungen oft mit Fahrzeugdefekten zusammen. Deshalb müsse die vorbeugende Wartung gestärkt werden, und an den wichtigen Knoten brauche es mehr Reservezüge und Personal.
Für den Fahrgast ist die Schlussfolgerung wenig tröstlich: Die finanzielle Sanierung des Konzerns schlägt sich nicht automatisch in der Pünktlichkeit nieder. Dafür braucht es neue und funktionierende Züge sowie mehr Kapazität an den Knoten.
Quellen
2- 01heise online — Deutsche Bahn: hoher Ausfallquote im ersten HalbjahrDE
- 02heise online — Deutsche Bahn erzielt Plus von 147 Millionen EuroDE
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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