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12 Kameras, 29 Körperpunkte, 50 Hz: wie die FIFA Abseits misst

Das halbautomatische Abseits der FIFA stützt sich auf zwölf Kameras unter dem Stadiondach und einen Ball mit Inertialsensor, der 500-mal pro Sekunde Daten sendet.

SportErklärtSven AlbrechtVeröffentlicht: 14. September 20265 Min. LesezeitQuellen 3
12 Kameras, 29 Körperpunkte, 50 Hz: wie die FIFA Abseits misst

Die FIFA hat nach der WM in Katar beschrieben, wie das System aufgebaut ist. Der Bericht gibt den besten verfügbaren Einblick in die heutige Video-Schiedsrichterei. Zwölf eigene Kameras hängen unter dem Stadiondach. Sie verfolgen den Ball und bis zu 29 Datenpunkte jedes Spielers, 50-mal pro Sekunde, und berechnen daraus seine genaue Position auf dem Feld.

Diese 29 Punkte umfassen alle Gliedmaßen und äußersten Körperteile, die für die Abseitsentscheidung relevant sind. Das ist die Antwort auf ein Problem, das die FIFA selbst einmal beschrieben hat: Untersuchungen zeigten, dass menschliche Operatoren dazu neigen, unterschiedliche Körperteile für die Abseitslinie zu wählen. Bei derselben Situation kommen so unterschiedliche Ergebnisse heraus.

Der Ball als Sensor

Das zweite Element ist der Ball. Al Rihla, der offizielle Ball der WM, hatte im Inneren einen IMU-Sensor (inertial measurement unit), der 500-mal pro Sekunde Daten an den Video-Operationsraum übermittelte. Dieser Datenstrom erlaubt es, den Moment des Kickens präzise zu bestimmen. Das war historisch eine der schwierigsten Aufgaben beim Abseits.

Das System verbindet die Daten zu den Gliedmaßen und zum Ball und setzt dann künstliche Intelligenz ein. Nimmt ein Spieler den Ball an, der im Moment der Abgabe im Abseits stand, geht automatisch eine Warnung an die Video-Schiedsrichter. Die übernehmen das nicht ungeprüft: Sie kontrollieren den automatisch gewählten Moment des Kickens und die automatisch gezogene Linie. Erst danach informieren sie den Schiedsrichter auf dem Feld. Daher das „halbautomatisch“ im Namen.

Dritte Ebene: die Animation

Nach der Bestätigung der Entscheidung werden genau dieselben Datenpunkte, auf denen die Entscheidung beruhte, in eine 3D-Animation umgewandelt. Sie läuft auf den Stadionbildschirmen und bei den Übertragungspartnern der FIFA. Der Effekt ist doppelt: Der Fan sieht die Begründung und nicht nur das Urteil. Und die Animation zeigt immer die beste Perspektive für die jeweilige Situation.

Getestet wurde das System unter anderem beim Arabischen Pokal 2021 und bei der Klub-WM 2021. Die in Online- und Offline-Tests gesammelten Daten analysierte das MIT Sports Lab, die Technologie zur Verfolgung von Gliedmaßen validierte TRACK von der Victoria University, und Hinweise zu solchen Multikamera-Systemen liefert ein Forschungsteam der ETH Zürich.

Wir wissen, dass die Abseitsprüfung manchmal zu lange dauert, besonders wenn die Situation sehr knapp ist, sagte Pierluigi Collina, Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission.

Hinter dem System steht ein Team, das die FIFA ausdrücklich benennt. Die Technologie kündigten gemeinsam Pierluigi Collina, Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission, und Johannes Holzmüller an, FIFA-Direktor für Technologie und Innovation im Fußball. Holzmüller beschreibt die Anordnung als System, das mithilfe künstlicher Intelligenz in Echtzeit Abseitswarnungen erzeugt, und nennt die Video-Schiedsrichter die Qualitätskontrolle dieser Ergebnisse. Genau deshalb spricht die FIFA weiterhin von einem halbautomatischen System, nicht von einem automatischen.

Hinzu kommt ein weiterer Fakt, der oft übersehen wird: Alleiniger Eigentümer der Trackingdaten und der Balldaten ist die FIFA. Das ist kein technisches Detail, sondern Teil des Geschäftsmodells der ganzen Operation.

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Quellen

3
  1. 01Semi-automated offside technology — FIFAEN
  2. 02FIFA World Cup 2022: Semi-Automated VAR, Years in the MakingEN
  3. 03Semi-automated offside technologyEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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