Streit um den Buchstaben „N“: New Balance verklagt Decathlon
New Balance hat Decathlon verklagt. Die Laufschuhmarke Kiprun soll mit einem umgedrehten „N“ das Markenrecht verletzen. Wenige Tage zuvor hatte sich ein anderes Unternehmen nach einer Kontroverse um sein Verpackungsdesign vom Markt zurückgezogen.

Der amerikanische Schuhhersteller New Balance hat die französische Kette Decathlon vor einem Bundesgericht in Massachusetts verklagt. Kiprun verletze seine Rechte am charakteristischen Buchstaben „N“, behauptet das Unternehmen. Das berichtet das chinesische Portal Jiemian. Kiprun kam im April 2025 auf den Markt, eines der Modelle wurde für 619,9 Yuan angeboten. Decathlon ist ein großer Spieler: 2025 erreichte der Bruttowarenwert (GMV) 20,7 Milliarden Euro, der Nettoumsatz 16,8 Milliarden Euro. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Wettbewerber mit dem Vorwurf umgehen muss, ein Element der visuellen Identität kopiert zu haben. In der Sportbranche kann ein Buchstabe oder ein Streifen so viel kosten wie eine ganze Kampagne.
Wenn ein Design die Marke zerstört
Der zweite Fall zeigt die umgekehrte Richtung des Risikos. Die chinesische Kosmetikmarke Uhue kündigte im September 2026 die Einstellung ihrer Geschäftstätigkeit an. Angefangen hatte es Anfang desselben Jahres mit Kritik am Verpackungsdesign. Nutzer im Internet sahen es an der Grenze zum guten Geschmack („擦边“). Der Rückzug der Marke ändert jedoch nichts an der Größe des Marktes, auf dem sie tätig war. Wie der Dienst FBeauty berichtet, betrug der Umsatz mit Kosmetik über das Internet in China von Januar bis Juli 2026 633,35 Milliarden Yuan, fast 9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Laut Euromonitor hatte der Marktführer im Farbbereich, L'Oréal, 2025 rund 23 Prozent des chinesischen Make-up-Marktes.
Design als rechtliches Risiko
Beide Streitfälle zeigen dasselbe: Ein visuelles Element ist heute ein Vermögenswert, der geschützt und vor der Umsetzung geprüft werden muss. Dazu gehören ein Buchstabe, die Form einer Flasche und die Anordnung einer Verpackung. Im Streit um ein Logo entscheidet die Ähnlichkeit mit einer älteren Marke, die für ein bestimmtes Gebiet eingetragen ist. Die Absicht des Designers spielt keine Rolle. Im Streit um eine Verpackung entscheidet die Reaktion der Verbraucher, die sich im Briefing nicht vorhersehen lässt. Deshalb beginnen Designstudios ihre Arbeit immer häufiger mit einer Markenrecherche und nicht mit einem Moodboard.
Quellen
2Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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