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TSMC sieht "endlose" KI-Nachfrage, Micron warnt vor DRAM-Engpass

TSMC meldet für das vierte Quartal einen Rekordnettogewinn von 505,7 Milliarden NT-Dollar, rund 16 Milliarden US-Dollar, und sagte Investoren, die Nachfrage nach KI-Chips wirke "endlos". Speicherhersteller Micron erklärte dagegen, nur die Hälfte bis zwei Drittel der Kundennachfrage bedienen zu können.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 27. September 20265 Min. LesezeitQuellen 2
TSMC sieht "endlose" KI-Nachfrage, Micron warnt vor DRAM-Engpass

Zwei Bilanztelefonate, zwei völlig verschiedene Positionen in derselben Lieferkette. TSMC verkauft die Logikchips, auf denen KI-Beschleuniger aufgebaut sind. Micron verkauft den Speicher, der sie versorgt. Beide meldeten Rekordzahlen. Nur eines der beiden Unternehmen sagte, es könne mithalten.

Die Zahlen, die TSMC auf den Tisch legte

Laut Ars Technica meldete TSMC für das vierte Quartal einen Nettogewinn von 505,7 Milliarden NT-Dollar, rund 16 Milliarden US-Dollar. Das sind 35 Prozent mehr als im Vorjahr und mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz erreichte 33,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für 2026 stellte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von fast 30 Prozent in Aussicht. Die Investitionen sollen in diesem Jahr zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar liegen, nach 40,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Diese Investitionssumme ist das eigentliche Signal.

TSMC fertigt Chips für Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm und produziert die große Mehrheit der weltweit fortschrittlichsten Halbleiter. Erhöht das Unternehmen seine Investitionen, handelt es auf Grundlage dessen, was ihm seine Kunden über künftige Bestellungen gesagt haben. Nicht aus einem Bauchgefühl heraus.

CEO C.C. Wei sagte, er habe die Prüfung selbst vorgenommen. "I want to make sure that my customers' demand are real. So I talked to those cloud service providers, all of them", sagte er in dem Call zu Analysten. "The answer is that I'm quite satisfied with the answer. Actually, they show me the evidence that the AI really helps their business." Bei der langfristigen Einschätzung blieb Wei vorsichtig. Auf die Frage, ob die Halbleiterbranche drei, vier oder fünf Jahre in Folge stark bleiben könne, sagte er schlicht: "I'll tell you the truth, I don't know." Dann fügte er hinzu, KI wirke auf viele Jahre hinaus "endless". Das Wort verbreitete sich schnell.

Speicher ist der Engpass, den niemand schnell beheben kann

Der Call von Micron, über den Tom's Hardware berichtet, trifft dasselbe Problem vom anderen Ende der Platine. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar, ein Plus von fast 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verbunden mit einer deutlichen Margenausweitung. Das Wachstum führte Micron auf höhere Preise und eine gestiegene Nachfrage aus KI-Rechenzentren zurück. Dann kam die Einschränkung.

CEO Sanjay Mehrotra sagte, Micron rechne damit, dass die Angebotsengpässe über das Kalenderjahr 2026 hinaus bestehen bleiben. Das Unternehmen arbeite an mehrjährigen Lieferzusagen. Selbst mit dem laufenden Ausbau der Fertigung erwartet Micron, nur die Hälfte bis zwei Drittel der Nachfrage seiner wichtigsten Kunden decken zu können. Ein Teil dieser Lücke ist strukturell. High-Bandwidth-Memory, der gestapelte DRAM neben KI-Beschleunigern, benötigt laut Tom's Hardware dreimal so viel Waferfläche wie DDR5. Micron prognostiziert, dass der adressierbare Gesamtmarkt für HBM bis 2028 auf 100 Milliarden US-Dollar wachsen wird. Damit würde er den gesamten DRAM-Markt in seinem Stand des Kalenderjahres 2024 übertreffen. Jeder Wafer, der auf HBM entfällt, ist ein Wafer, der nicht den Speicher produziert, der in einen PC oder ein Telefon geht.

Auch der Zeitplan für den Ausbau hilft kaum. Micron baut zwei Fabriken in Idaho, wobei die erste Mitte 2027 mit der Chipfertigung beginnen soll. Eine Fabrik in New York soll Anfang 2026 den Baubeginn erreichen, mit Produktionsstart irgendwann um 2030. Keine von beiden kommt rechtzeitig für einen Käufer, der in diesem Jahr Lieferungen sichern will.

Mehrotra sagte, die Kunden seien "concerned about long-term access to memory" und stellten sich für mehrjährige Verträge an. So verhalten sich Käufer, die mit einer anhaltenden Knappheit rechnen. Nicht wie Käufer, die ein Überangebot erwarten.

The DRAM shortage is continuing to cause a surge in DDR5 prices. Most suppliers agree the shortage will continue into at least next year and likely beyond, though some suggest prices will level off soon. GPU vendor Sapphire says prices will stabilize in the next six to eight months, while Kingston suggests prices will "continue to go up" in the future.

Was die beiden Calls zusammen aussagen

Nebeneinandergestellt beschreiben die Berichte einen KI-Ausbau, der auf der Speicherseite begrenzt und vorerst auf der Logikseite unbegrenzt ist. TSMC kann die Investitionen erhöhen und sich zu Dutzenden Milliarden verpflichten, weil es eine Nachfrage sieht, der es traut. Micron kann einen Rekordumsatz melden und den Kunden dennoch sagen, dass es sie nicht vollständig bedienen kann. Diese Asymmetrie ist wichtig für jeden, der Chipzahlen als einzelnen Stimmungsindikator für KI liest. Ein Rekordumsatz bei einem Speicherhersteller ist nicht allein ein Nachfragesignal. Er ist auch ein Preissignal, erzeugt durch Knappheit. Microns eigene Darstellung stützt diese Lesart: Das Unternehmen zeigte sich "disappointed", die Nachfrage nicht in allen Marktsegmenten decken zu können.

Die Blasenfrage hängt über beiden Calls, und keines der beiden Unternehmen beantwortete sie. Ars Technica merkte an, dass Google-CEO Sundar Pichai im November vor "irrationality" im KI-Markt warnte und sagte, kein Unternehmen wäre immun, falls eine Blase platzt. Im August räumte OpenAIs Sam Altman ein, Investoren seien "overexcited" und jemand werde eine phänomenale Summe Geld verlieren. Weis Antwort war, dass er die Nachfrage bei den Cloud-Anbietern überprüfte, bevor er die höheren Ausgaben absegnete. Mehrotra setzt auf mehrjährige Verträge.

Es gibt auch eine politische Ebene. Die TSMC-Zahlen fielen auf denselben Tag, an dem die USA und Taiwan ein Handelsabkommen abschlossen, das die Zölle auf taiwanische Waren laut Ars Technica von 20 auf 15 Prozent senkt. Das Abkommen verpflichtet taiwanische Unternehmen zu 250 Milliarden US-Dollar direkter Investitionen in den USA. TSMC beschleunigt den Ausbau seiner Fertigungsanlagen in Arizona entsprechend. Das löst die geografische Konzentration der Spitzenfertigung nicht auf, verändert aber die Rechnung dafür, wo die nächste Kapazitätsrunde entsteht.

Ein Quartal mit Rekorden beweist keinen mehrjährigen Trend. Die beiden Calls zeigen jedoch etwas Engeres und Nützlicheres: Der KI-Handel ist keine einzelne Geschichte über Nachfrage mehr. Es ist eine Geschichte darüber, welche Teile der Lieferkette physisch reagieren können und wie lange Käufer zu warten bereit sind.

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Quellen

2
  1. 01TSMC says AI demand is "endless" after record Q4 earningsEN
  2. 02Micron outlines grim outlook for DRAM supply in first earnings call since killing Crucial memory and SSD brandEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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