Chinesische KI-Aktien zahlen für den Preiskampf der Modelle
Zhipu und MiniMax, zwei in Hongkong notierte Modelllabore, haben in diesem Monat 16 bis 31 Prozent ihres Werts verloren. Auslöser war eine Preissenkung bei DeepSeek.

Am 10. September brachen die Kurse zweier chinesischer Modellunternehmen an der Börse in Hongkong ein. Zhipu (02513.HK) schloss den Tag bei 819 Hongkong-Dollar und verlor 10,34 Prozent. MiniMax (00100.HK) fiel um 8,98 Prozent auf 292 Dollar. Auf Monatssicht summieren sich die Verluste auf 31,46 Prozent bei Zhipu und 16,3 Prozent bei MiniMax.
Der Grund ist nüchtern: Das günstigere Modell des Konkurrenten nimmt Kunden weg. DeepSeek senkte die Preise der Flash-Reihe genau an diesem Tag. Analysten von Morgan Stanley wiesen darauf hin, dass auch konkurrierende Modelle Druck machten, darunter Qwen3.8-Flash von Alibaba. Ihr Fazit fällt hart aus. Sind Qualität und Verfügbarkeit der Dienste vergleichbar, wählen Kunden das Modell mit den niedrigeren Gesamtkosten. Das trifft die Kundenbindung, die Preise und die Margen der übrigen Anbieter.
Wie groß das Problem ist, zeigen die Berichte. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete Zhipu 954 Millionen Yuan Umsatz, 399,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als im gesamten Vorjahr. Der Anteil von Cloud-Einsätzen stieg auf 86,5 Prozent des Umsatzes. Die Marge auf der offenen Plattform und der API verbesserte sich von minus 0,4 Prozent auf 24,6 Prozent. Das Cloud-Geschäft ist jedoch deutlich weniger margenstark als lokale Installationen. Die Gesamtmarge des Unternehmens fiel von 50 Prozent auf 26,4 Prozent. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreichten 2,13 Milliarden Yuan, der bereinigte Nettoverlust lag bei 1,96 Milliarden Yuan.
MiniMax stützt sich ebenfalls immer stärker auf die Abwicklung von Modellaufrufen. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz bei rund 117 Millionen Dollar. Auf die offene Plattform und Unternehmensdienste entfielen 73,9 Millionen Dollar. Der Anteil dieses Teils stieg von 30,3 Prozent auf 63,4 Prozent. Genau dieses Segment schmerzt eine Preissenkung beim Wettbewerber am stärksten.
Beide Unternehmen versuchen, über Effizienz gegenzusteuern. Zhipu gab an, dass die Stückkosten der Inferenz pro Token seit Jahresbeginn um 80 Prozent gesunken sind. Die Zahl der abgewickelten Token stieg um mehr als das 40-Fache, der durchschnittliche API-Preis legte um etwa 101 Prozent zu. MiniMax erklärt die Margenverbesserung mit einer optimierten Infrastruktur. Das Haus Jefferies senkte jedoch die Bewertung des Cloud-Geschäfts von Zhipu und kappte den Umsatzmultiplikator von 50 auf 30.
Im Hintergrund steht eine Frage, die den gesamten chinesischen Markt betrifft: Können unabhängige Modelllabore ihre Margen halten? Sie treten nicht nur gegen DeepSeek an, sondern gegen Konzerne, die ihre eigene Cloud, ihr Ökosystem und ihre Vertriebskanäle mit einbringen.
Die Halbjahreszahlen zeigen, wo in diesem Modell Wert entsteht. Bei Zhipu stammt der überwiegende Teil des Umsatzes aus Cloud-Einsätzen. Die offene Plattform erreichte erstmals eine positive Bruttomarge, nachdem sie zuvor darunter lag. MiniMax hat den Schwerpunkt von Verbraucheranwendungen auf Unternehmensdienste verlagert. Beide Unternehmen haben damit dasselbe Problem: Die Umsätze wachsen, aber auch die Kosten für Forschung und Infrastruktur. Ein Wettbewerber mit Konzernrückhalt muss am Modell selbst kein Geld verdienen. In diesem Gefüge ist die Marge das Letzte, was sich stabilisiert.
Quellen
3Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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