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Schulden treiben die KI. 570 Milliarden Dollar Emissionen und 3 Billionen Verpflichtungen außerhalb der Bilanz

Morgan Stanley schätzt die weltweiten Emissionen KI-bezogener Schulden im Jahr 2026 auf knapp 570 Milliarden Dollar. Die außerbilanziellen Verpflichtungen der großen Technologiekonzerne stiegen innerhalb von zwei Monaten von 1,65 auf knapp 3 Billionen Dollar.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 26. September 20266 Min. LesezeitQuellen 2
Schulden treiben die KI. 570 Milliarden Dollar Emissionen und 3 Billionen Verpflichtungen außerhalb der Bilanz

Die wichtigste Veränderung bei der Finanzierung künstlicher Intelligenz: Sie kommt nicht mehr aus Gewinnen. Das chinesische Technologieportal TMTPost beruft sich auf Schätzungen von Morgan Stanley. Danach erreichen die weltweiten Emissionen KI-bezogener Schulden im Jahr 2026 knapp 570 Milliarden Dollar, doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Die Investitionsausgaben sind noch größer. Die fünf größten Technologiekonzerne sollen 2026 zwischen 725 und 769,2 Milliarden Dollar investieren. Der Fonds Sequoia Capital schätzt die weltweiten Ausgaben für KI-Infrastruktur auf rund 1,5 Billionen Dollar. Zugleich weist Sequoia darauf hin, dass die Rentabilitätsschwelle der gesamten Branche auf 3 Billionen Dollar gestiegen ist.

Der beunruhigendste Indikator sind die außerbilanziellen Verpflichtungen. Den zitierten Daten zufolge stiegen sie von 1,65 Billionen Dollar im Juli 2026 auf knapp 3 Billionen Dollar im August. Der Effekt zeigt sich in den Zahlungsströmen: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Alphabet den ersten negativen freien Cashflow, minus 5,9 Milliarden Dollar. Auch Amazon fiel unter null.

Dasselbe Phänomen beschreibt eine zweite chinesischsprachige Quelle: ein von Yicai veröffentlichtes Interview mit der Chefökonomin von Bloomberg Economics für den asiatisch-pazifischen Raum. Im Jahr 2025 übertrafen die Investitionsausgaben der Technologiekonzerne aus den fünfzig größten Unternehmen der Welt 500 Milliarden Dollar. Erstmals in der Geschichte lagen sie damit über ihren Barreserven. 2026 verlagerte sich die Finanzierung auf den Anleihemarkt. Netto liehen sich die Technologiekonzerne doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und übertrafen damit deutlich die zeitgleichen Börsengänge.

Die Ökonomin von Bloomberg Economics beschreibt dies als Übergang von einem Überschuss an Ersparnissen zu einem Überschuss an Investitionen, angetrieben von KI und Rüstung. Der makroökonomische Effekt ist asymmetrisch: Das wachsende Angebot an Anleihen der Technologiekonzerne hebt das lange Ende der Renditekurve, während die Geldpolitik am kurzen Ende wirkt. Im selben Monat hob die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an, erstmals seit über drei Jahren.

Auch die Aufsichtsbehörden sehen das Risiko. Die japanische Finanzdienstleistungsagentur stufte im September 2026 erstmals die Finanzierung von Rechenzentren für KI als Ziel einer Sonderprüfung ein. Im Blick hatte sie die Engagements der größten Banken und Versicherer in Projekten in den Vereinigten Staaten. Typische Projekte werden mit einer Hebelwirkung von bis zu 90 Prozent finanziert.

Die makroökonomischen Bedingungen sind nicht mehr günstig. Die Federal Reserve hob den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an, erstmals seit über drei Jahren. Die Rendite zweijähriger Papiere stieg, die zehnjähriger näherte sich der Schwelle von 5 Prozent. In einer Welt, in der Infrastrukturprojekte mit einer typischen Hebelwirkung von bis zu 90 Prozent finanziert werden, verändert jeder Basispunkt die Kalkulation der Rentabilität.

Es bleibt die Frage nach den Verpflichtungen, die in den Bilanzen der Betreiber nicht sichtbar sind. Sie werden entscheiden, ob der aktuelle Zyklus mit einer Korrektur der Bewertungen endet oder mit einer dauerhaften Nachfrage nach Rechenkapazität. Die Ausgabenprognosen sind beeindruckend, doch die Grenze der Hausse setzt nicht sie, sondern die Rentabilität des einzelnen Projekts.

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Quellen

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  1. 01Edge AI Daily 早报(9月26日)ZH
  2. 02专访彭博亚太区首席经济学家舒畅:从「超额储蓄」到「超额投资」ZH

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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