Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

ByteDance hält ein Fünftel der chinesischen Rechenzentrumskapazität

ByteDance steht für rund ein Fünftel der in China fertiggestellten Rechenzentrumskapazität. Damit ist der TikTok-Eigentümer der größte Mieter des Landes, wie Schätzungen des Forschungsunternehmens SemiAnalysis vom 28. September zeigen.

TechnologieNachrichtLena BrandtVeröffentlicht: 2. Oktober 20267 Min. LesezeitQuellen 8
ByteDance hält ein Fünftel der chinesischen Rechenzentrumskapazität

ByteDance steht für rund ein Fünftel der in China fertiggestellten Rechenzentrumskapazität. Damit ist der TikTok-Eigentümer der größte Mieter des Landes und eine treibende Kraft beim Ausbau der künstlichen Intelligenz. Die Schätzungen stammen vom Forschungsunternehmen SemiAnalysis. Grundlage sind mehr als 1.000 Anlagen in China, die über 60 Unternehmen betreiben, berichtete die South China Morning Post am 28. September.

China hat mehr als 24 GW fertiggestellte Rechenzentrumskapazität, weitere 20 GW sind in Planung, schätzt SemiAnalysis. ByteDance mietet fast seine gesamte Fläche, statt sie zu besitzen. Zu den KI-Produkten gehören Doubao, ein Assistent, der laut ByteDance Hunderte Millionen Nutzer hat, und Seedance, ein Modell zur Videoerzeugung. Die Finanzzahlen von ByteDance bleiben als Privatunternehmen unbekannt, doch die Investitionen der börsennotierten Wettbewerber sind stark gestiegen. Alibaba Group Holding, Tencent Holdings und Baidu gaben im zweiten Quartal zusammen 20.000.000.000 US-Dollar für Investitionen aus, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, heißt es in dem Bericht, aus dem die SCMP zitiert. Alle drei Technologieriesen wiesen im selben Quartal erstmals einen negativen freien Cashflow aus.

Peking drängt KI in die Fabrikhalle

Die Rechenzentrumszahlen fallen mit einem politischen Vorstoß zusammen. Der chinesische Premierminister Li Qiang forderte bei einem Besuch in Shanghai eine tiefere Verzahnung von künstlicher Intelligenz und Fertigung. Peking will angesichts des verschärften globalen Technologiewettbewerbs die fortgeschrittene Fertigung und neue Branchen ausbauen, berichtete die South China Morning Post am 23. September.

„[Wir] sollten Chinas Stärken in der Fertigung und in den digitalen Technologien bündeln", sagte Li am Dienstag während seines Besuchs in einem Testzentrum für KI-Anwendungen in der Stadt, wie Xinhua meldete. Er forderte mehr Fertigungsdienstleistungsplattformen, die Bereiche wie Industriedesign, Pilotversuche und intelligente Wartung abdecken. Damit sollen Unternehmen, besonders kleine und mittlere Betriebe, ihre Abläufe effizienter und kostengünstiger modernisieren können. Lis Äußerungen folgten auf den Appell von Präsident Xi Jinping in der Woche zuvor, Chinas Lieferketten widerstandsfähiger und selbstversorgender zu machen und zugleich ein modernes Industriesystem auf Basis fortgeschrittener Fertigung voranzutreiben. Die politische Richtung ist wichtig für die Kapazitätsplanung, weil der Ausbau von Rechenzentren und die Fabrikautomation auf dieselben Strom-, Flächen- und Ausrüstungslieferketten zurückgreifen.

Was die USA bauen und was nicht

Kapazitätszuwächse sind keine rein asiatische Geschichte. Erneuerbare Energien und Batteriespeicher dürften in den nächsten 12 Monaten rund 82,7 Gigawatt neue Erzeugungskapazität in den USA hinzufügen, während die Gesamtkapazität aus fossilen Brennstoffen und Kernkraft um mehr als 1,4 GW sinken wird. Das geht aus neuen Daten der US Energy Information Administration hervor, die die SUN DAY Campaign geprüft hat und über die Electrek am 28. September berichtete.

Der jüngste Bericht „Electric Power Monthly" der EIA mit Daten bis zum 31. Juli 2026 zeigt, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 um 10,7 % höher lag als im gleichen Zeitraum 2025. Das Wachstum führten Solaranlagen in Versorgungsmaßstab mit plus 22,0 %, kleine Solaranlagen mit plus 12,6 %, Wasserkraft mit plus 9,0 % und Wind mit plus 5,9 % an. Erdgas und Kernkraft legten nur um 1,8 % beziehungsweise 1,5 % zu, während die Stromerzeugung aus Kohle um 10,2 % fiel. In den ersten 18 Monaten der zweiten Trump-Regierung, zwischen dem 1. Februar 2025 und dem 31. Juli 2026, stieg die Solarleistung in Versorgungsmaßstab um 32,7 %, also um 41.051,6 MW, und die Batteriespeicher in Versorgungsmaßstab verdoppelten sich um 26.629,5 MW. Erneuerbare Energien plus Batteriespeicher sind in diesem Zeitraum um über 88.700 MW gewachsen, so dieselben EIA-Daten.

Der Kontrast zu China ist im Maßstab deutlich, auch wenn beides nicht direkt vergleichbar ist. Chinas 24 GW fertiggestellte Rechenzentrumskapazität sind ein Bestand gebauter Anlagen, während die EIA-Zahlen die Nennleistung der Erzeugung über alle Verwendungen hinweg abbilden. Dennoch ist die Richtung auf der Stromseite die Einschränkung, mit der Rechenzentrumsbetreiber auf beiden Seiten des Pazifiks heute planen.

Fabrikautomation schließt die Lücke bei den Arbeitskräften

In der Fabrikhalle erledigen Roboter mehr Arbeit. Die Installationen von Industrierobotern verdoppelten sich in dem Jahrzehnt bis 2024, so die International Federation of Robotics. Die Organisation hat auch eine steigende Roboterdichte erfasst, also die Zahl der Roboter je 10.000 Beschäftigte. Weltweit führen Südkorea, Singapur, Deutschland und Japan, wo die Belegschaften altern, wie The Robot Report am 29. September anmerkte.

Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Wert der Roboterbestellungen um 6,6 % im Jahresvergleich, so die Association for Advancing Automation. Sie merkte an, dass steigende Bestellungen in nicht-automobilen Branchen die Rückgänge bei Automobilherstellern ausgeglichen haben. Aufstrebende kraft- und leistungsbegrenzte oder kollaborative Roboter, autonome mobile Roboter und physische KI ermöglichen es Fabriken, mehr Aufgaben zu automatisieren. Die richtigen Anwendungen zu finden, sie zu integrieren und eine Rendite sicherzustellen, bleibt jedoch schwierig.

Die Halbleiterfertigung steht im Zentrum beider Trends, des Ausbaus der KI-Rechenzentren und der Automatisierung der Produktion. EE Times veröffentlichte am 30. September Partnerinhalte mit dem Argument, der Engpass der Branche verschiebe sich vom Erzeugen von Informationen zum Handeln danach. Electronic Design Automation spiele auf beiden Seiten der Rückkopplungsschleife zwischen Hardware und Software eine Rolle. Der Beitrag von Dr. Jim Shiely von Siemens EDA ist vom Anbieter verfasst und sollte als Argument gelesen werden, nicht als Befund.

Indiens Komponentenlieferkette bewegt sich

An anderer Stelle in der Lieferkette reichte der indische Solarzulieferer Vishakha Renewables seinen Draft Red Herring Prospectus bei der Securities and Exchange Board of India für einen geplanten Börsengang ein, berichtete pv magazine am 1. Oktober. Der Börsengang umfasst eine frische Ausgabe von Aktien im Gesamtwert von bis zu 1.250 crore INR, etwa 129.900.000 US-Dollar, und ein Verkaufsangebot von bis zu 1,82 crore Aktien durch verkaufende Aktionäre. Das Unternehmen wird gemeinsam von der Vishakha Group und der Adani Group gefördert, wobei Adani Properties als Förderer und verkaufender Förderaktionär auftritt.

Zum 31. März 2026 war Vishakha Renewables der zweitgrößte Hersteller von Solarglas in Indien mit einer installierten Kapazität von 660 Tonnen pro Tag, der zweitgrößte Hersteller von EVA/EPE-Encapsulant mit einer Kapazität von 23.200.000 laufenden Metern und der größte Hersteller von Aluminiumrahmen in Indien mit einer installierten Kapazität von 14.508,75 Tonnen pro Jahr, so ein CRISIL-Bericht, der in der Einreichung zitiert wird. Das Unternehmen erweitert die Solarglas-Kapazität von 660 tpd, entsprechend 4,4 GW Solarmodulkapazität, auf 1.920 tpd oder 12,80 GW.

Indiens weiter reichende Fertigungsambitionen stehen vor einem schwierigeren Aufstieg. Rahul Bajoria, Leiter der Wirtschaftsforschung für Indien und ASEAN bei der Bank of America, sagte am 29. September im Podcast Beyond the Indus von The Diplomat, Indiens Fertigungssektor sei trotz jahrzehntelangen schnellen Wachstums bei rund 15 Prozent des BIP stecken geblieben. Er verwies auf regulatorische und Compliance-Lasten, die Unternehmen klein hielten, auf begrenzte Gewinne aus China Plus One und auf die nötigen Reformen bei Strom, Arbeit und Land, um die Fertigung bis 2047 auf 25 Prozent des BIP zu heben.

Kapazität ist in den USA Politik

In den USA ist die Fertigungskapazität zu einem Wahlkampfargument geworden. Die BlueGreen Alliance, ein Bündnis aus Arbeit und Umwelt, veröffentlichte am 1. Oktober ein interaktives Werkzeug, das 3.446 Projekte erfasst, die nach eigenen Angaben infolge der Politik der Republikaner im Kongress abgesagt, ins Stocken geraten, verzögert oder ohne Unterstützung geblieben sind, berichtete Electrek. Das Werkzeug ordnet jeden Fall einer Kategorie zu: verlorene Steuergutschriften, gefährdete oder verzögerte Zuschüsse, abgesagte Zuschüsse oder abgesagte beziehungsweise ins Stocken geratene Projekte. Electreks Bericht zufolge bezifferte ein früherer Bericht der BlueGreen Alliance die Verluste auf über 111.000 Arbeitsplätze und 82.000.000.000 US-Dollar Investitionen.

Die Zählung ist die eigene Analyse einer Interessenvertretung, kein Regierungsdatensatz. Das aktuelle Werkzeug nennt keine Gesamtsumme, weil jede Seite Investitionen und Arbeitsplätze als „betroffen" statt als verloren ausweist.

Kommentare 0

Quellen

8
  1. 01ByteDance grabs one-fifth of China's data centre capacity as AI drives infrastructure boomEN
  2. 02China's Premier Li Qiang calls for harnessing AI to propel manufacturing advancesEN
  3. 03EIA: 83 GW of renewables and storage coming in 12 months as fossil fuel capacity to fallEN
  4. 04State of Robots in ManufacturingEN
  5. 05Manufacturing Intelligence: Turning EDA Data into Trusted ActionEN
  6. 06Indian PV manufacturer Vishakha Renewables files for IPOEN
  7. 07Rahul Bajoria, BofA India Chief Economist, on India's Manufacturing AmbitionsEN
  8. 08Here are all the jobs and investment lost from republican attacks on manufacturingEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.