Micron rechnet mit 61,5 Milliarden Dollar Umsatz, Speicher-Engpass prägt das Quartal
Micron hat Anlegern am Mittwoch mitgeteilt, dass das Unternehmen für sein erstes Geschäftsquartal mit rund 61,5 Milliarden Dollar Umsatz rechnet. Die Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals lagen zuvor über den Erwartungen, getragen von einem Anstieg der DRAM-Erlöse um 343 Prozent.

Micron hat am Mittwoch Quartalszahlen vorgelegt, die über den Erwartungen lagen. Die Prognose liegt deutlich über dem Konsens. Der Umsatz stieg gegenüber 11,32 Milliarden Dollar im Vorjahr auf fast das Vierfache, wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. Der Nettogewinn kletterte auf 37,7 Milliarden Dollar oder 32,87 Dollar je Aktie, nach 3,2 Milliarden Dollar oder 2,83 Dollar je Aktie.
Für das erste Geschäftsquartal erwartet Micron einen Umsatz von etwa 61,5 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 38,15 Dollar. Von LSEG befragte Analysten hatten laut CNBC mit 35,40 Dollar bereinigtem Ergebnis je Aktie bei 57 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet.
Die Aktie legte im nachbörslichen Handel leicht zu. Im vergangenen Jahr ist sie um mehr als 500 Prozent gestiegen.
Eine Zahl erklärt das Quartal
Die DRAM-Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 343 Prozent auf 39,8 Milliarden Dollar. Damit machten sie 73 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Micron ist der einzige in den USA ansässige Hersteller von High-Bandwidth-Memory, HBM, also gestapeltem Allzweck-DRAM. Fortschrittliche Grafik- und Zentralprozessoren von Nvidia und AMD brauchen immer größere Mengen davon, um KI-Workloads zu bewältigen. Die weltweit führenden Lieferanten können nicht genug produzieren.
CEO Sanjay Mehrotra sagte in der Telefonkonferenz zu den Zahlen, das Unternehmen habe eine "starke Roadmap für künftige HBM-Produkte" und arbeite mit Nvidia an der branchenweit "ersten kundenspezifischen HBM-Implementierung". Micron investiert 250 Milliarden Dollar in zwei neue Standorte zur HBM-Fertigung. Der größte davon wurde im Januar in Clay, New York, begonnen. Das erste neue Werk in Boise, Idaho, soll im nächsten Jahr in Betrieb gehen.
Hendi Susanto, Portfoliomanager bei Gabelli Funds, schrieb nach der Veröffentlichung in einer E-Mail, es sei "ein weiteres starkes Beat and Raise für Micron".
"Bislang habe ich keine negativen Datenpunkte gehört, die darauf hindeuten, dass sich der Speicherzyklus in absehbarer Zukunft bald ins Negative wendet", schrieb Susanto.
Der Engpass ist für den Rest der Branche nicht kostenlos geblieben. Steigende Speicherpreise haben die Kosten für Unterhaltungselektronik wie Apples iPads und MacBooks in die Höhe getrieben, wie CNBC anmerkte. Die HBM-Marktführer SK Hynix und Samsung befinden sich ebenfalls mitten in großen neuen HBM-Werksbauten in Südkorea. Micron hält von den drei Unternehmen den kleinsten HBM-Marktanteil. Die Marktkapitalisierung hat dennoch 1,2 Billionen Dollar überschritten.
Mehrotra nahm am Dienstag an einem von Präsident Donald Trump ausgerichteten Gipfel zur KI-Regulierung teil. Wenige Tage zuvor hatte er an einem Abendessen im Weißen Haus mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping teilgenommen, anlässlich dessen erstem Besuch in den USA seit mehr als einem Jahrzehnt, wie derselbe Bericht meldet. In der Telefonkonferenz sagte Mehrotra, Micron habe im Geschäftsjahr 2026 die Vergütung für jeden Mitarbeiter erhöht. Hunderte Beschäftigte von Micron drohten in den Werken in Taiwan wegen Tarifverhandlungen und Bezahlung mit Streik. Ähnliche Streiks bei SK Hynix und Samsung haben zu Prämien von über 500.000 Dollar geführt.
Apple war der fehlende Name bei Trumps KI-Mittagessen
Das regulatorische Umfeld des Chipzyklus war diese Woche in Washington zu besichtigen. Als Trump am Dienstag Führungskräfte der mächtigsten Technologieunternehmen der Welt im Weißen Haus versammelte, um über künstliche Intelligenz zu sprechen, fehlte ein Unternehmen: Apple, wie CNBC berichtete. Weder Chairman Tim Cook noch sein Nachfolger als CEO, John Ternus, nahmen teil. Die Spitzenvertreter aller anderen Tech-Megacaps aßen mit dem Präsidenten zu Mittag.
Apple antwortete nicht auf die Fragen von CNBC zu dem Treffen, das Weiße Haus ebenso wenig. Altimeter-Capital-CEO Brad Gerstner, ein Verbündeter Trumps, nannte Apples Abwesenheit in einem Interview mit CNBCs "Squawk Box" am Mittwoch einen "Nothing Burger".
"Ich kann Ihnen versichern, dass sie bei all dem sehr gut informiert sind, und ich vermute, sie stimmen dem allem zu", sagte Gerstner.
Cook trat im September als Apple-CEO zurück und übergab die Rolle an den Hardware-Spezialisten Ternus. Als Executive Chairman kümmert er sich nun um den "Austausch mit politischen Entscheidungsträgern weltweit", wie das Unternehmen mitteilte. Die Financial Times berichtete, dass die IPO-Unterlagen von Anthropic die Warnung enthalten, KI könne die Menschheit bedrohen. MIT Technology Review merkte an, dass Florida ein Gericht gebeten hat, OpenAI die Entwicklung neuer Modelle zu untersagen. OpenAI strich zudem ein Modell namens GPT-6.1 Astra aus Sicherheitsgründen und erklärte, es habe "die Messlatte nicht ganz erreicht".
Software-Ergebnisse erhalten Schub durch Dienstleistungen
Anderswo in der Softwarebranche hoben die Quartalszahlen von Accenture am Donnerstag den Sektor. Accenture-Aktien sprangen nach einem Umsatzübertreffen und einem zuversichtlichen Ausblick um 21 Prozent, wie Seeking Alpha berichtete. Cognizant, IBM und Wipro legten im Gleichklang zu, so Benzinga. Investing.com beschrieb eine globale Software-Rallye, nachdem die Zahlen vorlagen. ServiceNow erholte sich, weil die Accenture-Ergebnisse Softwareaktien beflügelten, wie TradingView berichtete.
Progress Software lieferte das Gegenbeispiel. Das Unternehmen übertraf die Gewinnerwartungen, verfehlte aber die Umsatzerwartungen, und die Aktien fielen um etwa 6,3 Prozent, wie Barron's und MarketBeat berichteten. Progress teilte zudem mit, die Domo-Übernahme werde die Marge im Geschäftsjahr 2027 belasten, während das Quartalsergebnis im Jahresvergleich stieg, wie Yahoo Finance meldete. AlphaStreet zufolge übertraf das Unternehmen die Gewinnschätzungen um 11,2 Prozent.
Das Gesamtbild ist uneinheitlich. Atlassian meldete ein Umsatzwachstum von 27,6 Prozent im Quartal, wie AD HOC NEWS berichtete. Die Palantir-Aktie stieg im dritten Quartal um 60 Prozent, nachdem sie im ersten Halbjahr eingebrochen war, so Benzinga. Workday baute 2,5 Prozent der Belegschaft ab und senkte den Ausblick für das dritte Quartal, laut einem Bericht vom 29. September.
Nichts davon ändert die Speicherrechnung. Die Prognose von Micron bedeutet, dass der Angebotsengpass mindestens ein weiteres Quartal anhält. Das Unternehmen setzt 250 Milliarden Dollar darauf, dass er deutlich länger dauert.
Quellen
3- 01Micron beats on earnings and issues strong guidance as data center revenue jumps 11-foldEN
- 02Trump's AI lunch included every major tech company. Except AppleEN
- 03The Download: climate tech companies to watch and AI's discovery problemEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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