Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Chinas Batterieplan will Feststoffzellen bis 2030 in Serie bringen, während der Exportstreit wächst

Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat am 28. September einen Fünfjahresplan für die Batterieindustrie vorgelegt. Danach sollen All-Solid-State-Batterien bis 2030 erstmals in großem Maßstab zum Einsatz kommen, wie CnEVPost berichtet.

WeltNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20263 Min. LesezeitQuellen 3
Chinas Batterieplan will Feststoffzellen bis 2030 in Serie bringen, während der Exportstreit wächst

Das Dokument trägt das Datum 14. September und stammt von sieben Regierungsstellen, darunter das MIIT, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission und das Verkehrsministerium. Es umfasst die Jahre 2026 bis 2030 und nennt Ziele für fortgeschrittene Elektrodenmaterialien, neue Elektrolyte und hochwertige Hilfsmaterialien, so CnEVPost.

Zwei Zahlen fallen auf. Langlebige Lithiumbatterien sollen 15.000 Lade- und Entladezyklen erreichen. Führende Hersteller sollen Fehlerquoten im Bereich von Teilen pro Milliarde schaffen.

Das sind Fertigungsziele, keine Laborziele, und genau darum geht es. Bei Feststoffzellen fordert der Plan schnellere Durchbrüche bei Ionenleitfähigkeit und Zyklenstabilität sowie optimierte Kosten. CnEVPost nennt als konkrete Maßnahmen die Verbesserung des Grenzflächenkontakts, die Verlängerung der Zykluslebensdauer, die Weiterentwicklung der Drucktechnik und den Hochlauf der Produktion leistungsfähiger Festelektrolyte. Das Dokument verlangt außerdem, Hochspannungs- und Hochkapazitäts-Kathodenmaterialien mit neuen Anoden auf Lithiummetallbasis und anodenfreien Designs zu kombinieren, dazu Fertigungsanlagen wie isostatische Pressen.

China will ein Versorgungssystem, das auf Lithiumbatterien zentriert ist und durch Natrium- und Flow-Batterien ergänzt wird. Natrium erhält Aufmerksamkeit wegen Kosten, Sicherheit und Ressourcenverfügbarkeit. Der Plan fordert kältebeständige Stromzellen mit hoher Energiedichte und Speichereinheiten mit langer Zyklenzahl. Auch Konsolidierung steht auf der Tagesordnung: Das Dokument unterstützt Unternehmensfusionen und Umstrukturierungen sowie eine schnellere Erschließung heimischer Lithium- und Kobaltressourcen.

Recycling und Rückverfolgbarkeit kommen mit Nachdruck. Unternehmen müssen Sammelsysteme für Altbatterien aufbauen, die zu ihren Absatzmengen passen. Sie werden ermutigt, Recyclingkapazitäten in wichtigen Exportmärkten zu errichten, wo die Bedingungen es zulassen. Für Produkte wie Antriebsbatterien für New-Energy-Fahrzeuge wird ein digitales Identitätsmanagementsystem vorgeschlagen, dazu die Erkundung international anerkannter Batteriepass-Regelungen und die gegenseitige Anerkennung von CO2-Fußabdruckdaten.

Der Batterieplan folgt auf Chinas am 11. September veröffentlichten Fünfjahresplan für die intelligent vernetzte NEV-Industrie. Er strebt einen Anteil von 70 Prozent für NEVs an den inländischen Neuwagenverkäufen bis 2030 an. Auch dieser frühere Automobilplan forderte eine straffere Steuerung der Produktionskapazität für Antriebsbatterien. Das neue Dokument schärft die technologischen und fertigungstechnischen Prioritäten.

Nicht alle erwarten einen schnellen Marsch zur Feststoffzelle. Der Vorsitzende von CATL sagte, Feststoffbatterien müssten vor der Massenproduktion noch drei Haupthürden nehmen, berichtete CnEVPost im Juni. Dasselbe Medium vermerkte, Li Autos Feststoff-Zeitplan laufe auf eine begrenzte Fahrzeugnutzung in 2027 oder 2028 hinaus.

Das Ziel 2030 betrifft also den industriellen Maßstab, und in den Jahren dazwischen liegen die Auseinandersetzungen. Die Politik fällt in einen breiteren Streit über Technologie und Exporte. Am 10. September eröffnete ein US-Anwalt den Huawei-Prozess vor dem Bundesgericht in Brooklyn. Er beschrieb das Unternehmen als kriminelle Vereinigung, die Geschäftsgeheimnisse von fünf amerikanischen Firmen gestohlen habe, darunter Quellcode eines Router-Betriebssystems von Cisco und einen Roboterarm zum Testen von Telefonen von T-Mobile. Huaweis Anwalt Brian Heberlig sagte den Geschworenen, der Fall gehe "um Wettbewerb, nicht um Verschwörung. Um Innovation, nicht um Diebstahl". Die Vorfälle bei Cisco und T-Mobile seien Handlungen einzelner Mitarbeiter gewesen.

"Diebstahl, Lügen, Vertuschung", sagte Taylor Stout, Prozessanwalt des US-Justizministeriums, in der Eröffnungserklärung der Regierung. "Seit 20 Jahren hat Huawei, ein riesiges chinesisches Telekommunikationsunternehmen, auf diese Weise amerikanische Firmen geschädigt und das amerikanische Finanzsystem missbraucht."

Der Guardian berichtete, ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums habe gesagt, Peking "widersetzt sich entschieden der Unterdrückung und Eindämmung chinesischer Unternehmen durch die US-Seite" und unterstütze chinesische Firmen dabei, ihre legitimen Rechte und Interessen zu wahren. Der Prozess soll drei Monate dauern.

Batterien sind die leisere Hälfte dieses Wettbewerbs. China dominiert bereits die Raffinierung und Produktion von Batteriemineralien wie Lithium, Kobalt, Mangan und Graphit. Die Analyse von RNZ merkt an, dass das Land 90 Prozent der weltweiten Batterieproduktion stellt. Ein Plan, der Feststoffzellen von der Forschung in die Fabrikhallen bringt, ist der Versuch, diese Position zu halten, wenn die nächste Chemie kommt.

Kommentare 0

Quellen

3
  1. 01China unveils 5-year battery plan targeting large-scale all-solid-state use by 2030EN
  2. 02How China won the car wars with cheap EVs loaded with technologyEN
  3. 03China's Huawei branded a criminal enterprise as tech firm's US trial opensEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.