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Niagara 1895: das erste große Wechselstromkraftwerk und 32 Kilometer bis Buffalo

Am 25. August 1895 gingen die Generatoren von Westinghouse nach Teslas Patenten in Betrieb. Der Ableitungstunnel kostete 28 Arbeiter das Leben. Der Streit um den Strom endete in einer Fusion, aus der General Electric hervorging.

GeschichteAnalyseIngrid BauerVeröffentlicht: 19. September 20267 Min. LesezeitQuellen 2
Niagara 1895: das erste große Wechselstromkraftwerk und 32 Kilometer bis Buffalo

Den Plan, den Wasserfall zu nutzen, gab es seit 1886. Der Ingenieur Thomas Evershed schlug einen Versorgungskanal und einen mit Ziegeln ausgekleideten Tunnel von 7500 Fuß Länge vor, also 2300 Meter. Damals entstand auch die Niagara Falls Power Company. Die neue Cataract Construction Company unter Edward Dean Adams berief 1890 die Internationale Niagara-Kommission ein. Die Kommission sprach sich für die Elektrizität aus, konnte aber keine konkrete Lösung benennen. 1892 holte man George Forbes als technischen Berater. Im Mai 1893 überzeugte er die Gesellschaft, eine Anlage auf Basis dreiphasigen Wechselstroms zu bauen.

Subunternehmer wurde Westinghouse Electric. Das Unternehmen lieferte Generatoren mit 5000 Pferdestärken, also 3,7 Megawatt, und einer Frequenz von 25 Hz. Sie stützten sich auf die Arbeiten von Nikola Tesla und Benjamin G. Lamme. Die Turbinen baute nach dem Entwurf der Schweizer Firma Faesch und Piccard die Gesellschaft I. P. Morris aus Philadelphia. Das Kraftwerk ging am 25. August 1895 in Betrieb. Das Gebäude der Transformatorenstation, errichtet aus lokal abgebautem Kalkstein, entwarf das Büro McKim, Mead und White.

Tunnel, Ziegel und die Opferrechnung

Das Wasser aus den Generatoren floss durch einen Tunnel von 7000 Fuß Länge mit einem Querschnitt von 18 auf 21 Fuß ab. Der Bau dauerte über drei Jahre und verbrauchte mehr als 16 Millionen Ziegel in einer vierschichtigen Auskleidung. 28 Arbeiter verloren ihr Leben. Das Kraftwerk Niagara Power Station Nummer 1 erreichte schließlich 50 000 Pferdestärken, also 37 Megawatt. Darin arbeiteten zehn Generatoren mit je 5000 Pferdestärken, mit rotierendem Außenfeld und vertikaler Welle. Sie waren auf zwei Bänke zu fünf aufgeteilt, jede mit eigener Schalttafel. Der Strom ging mit einer Spannung von 2000 Volt hinaus. Transformatoren hoben sie auf 10 000 Volt für den Bedarf rund um den Wasserfall und auf 20 000 Volt für das weiter entfernte Buffalo, Lockport und Tonawanda. Die Anlage wurde zum Vorbild für eine zweite, ähnliche Station, die 1904 gebaut wurde. Die originalen Generatoren von Westinghouse liefen bis zur Schließung des Kraftwerks 1961. Der ganze Komplex wurde 1927 nach Adams benannt.

Der Krieg um den Strom

Ganz ohne Kampf ging es nicht. 1886 führte die Firma Westinghouse das Wechselstromsystem mit Transformatoren ein. Anfang 1888 begann die Edison Electric Light Company öffentlich zu behaupten, hohe Spannungen seien gefährlich und die Lösung selbst verletze ihre Patente. Im Frühjahr 1888 brach in der Presse ein Sturm um tödliche Unfälle an Hochspannungsfreileitungen los. 1888 entwickelte der Westinghouse-Ingenieur Oliver B. Shallenberger einen Induktionszähler mit rotierendem Magnetfeld. Damit konnte die Gesellschaft den Stromverbrauch abrechnen. Im Juli 1888 zahlte Westinghouse eine beträchtliche Summe für die Lizenz auf Teslas amerikanische Patente zum dreiphasigen Induktionsmotor. 1892 schuf die Verbindung von Edison Electric mit Thomson-Houston die General Electric und beendete den "Krieg der Ströme". Ein Jahr später gewann Westinghouse die Ausschreibung für die Stromversorgung der World's Columbian Exposition in Chicago und danach den größeren Teil des Auftrags für das Kraftwerk an den Niagarafällen. Diesen Auftrag teilte es teilweise mit General Electric.

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Quellen

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  1. 01Adams Power Plant Transformer House (Wikipedia, en)EN
  2. 02War of the currents (Wikipedia, en)EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Ingrid Bauer

Ingrid Bauer

Kultur, Küche und Lebensstil

Ingrid Bauer schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Archivdokumente, historische Kochbücher und Gespräche mit Zeitzeugen. Bei Rezepten und Ernährungsratgebern prüft sie Zutatenlisten, Nährwertangaben und Herkunftsbezeichnungen gegen offizielle Register. Für ihre Kulturbeiträge vergleicht sie Spielpläne, Ausstellungskataloge und Marktpreise und wartet auf die Saisonberichte der Landwirtschaftskammern. Ihr eigenes Brot backt sie im Holzofen, kauft auf Wochenmärkten und sammelt alte Kochbücher, was ihre Geschichten über regionale Küche und Handwerk prägt. Sie veröffentlicht keine unbelegten Zahlen und keine Rezepte ohne getestete Mengenangaben.

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