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Kühlung wird zum Engpass, weil KI-Racks die 120-kW-Marke überschreiten

Ein Gremium von Verwaltungsrichtern in Texas hat am Mittwoch empfohlen, das 366-MW-Gaskraftwerk von El Paso Electric für Metas 10-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum nur dann zu genehmigen, wenn die Stromzahler von den Kosten verschont bleiben. Das ist das bislang deutlichste Signal dafür, dass Strom und Kühlung inzwischen die bindenden Grenzen für den Ausbau der KI-Infrastruktur sind.

TechnologieAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 30. September 20263 Min. LesezeitQuellen 7
Kühlung wird zum Engpass, weil KI-Racks die 120-kW-Marke überschreiten

Der Entscheidungsentwurf, den Verwaltungsrichter der Public Utilities Commission of Texas am 30. September veröffentlichten, kommt zu dem Ergebnis, dass El Paso Electric Alternativen zur Anlage McCloud nicht ausreichend geprüft und keine Ausschreibung an Auftragnehmer gerichtet hat. Wie Inside Climate News berichtete, schrieben die Richter, eine Meta-Tochter namens Wurldwide habe "den Prozess vorangetrieben". Sie habe den Zeitplan vorgegeben und zugesagt, die Kapital- und Betriebskosten der ersten fünf Jahre zu tragen.

Das Kraftwerk soll 813 modulare Erdgasgeneratoren von Enchanted Rock nutzen, jeder mit einer Leistung von 450 Kilowatt. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei 499 Millionen Dollar. Der Standort von Meta in El Paso wäre mit 1 Gigawatt der größte Stromkunde des Versorgers. El Paso liegt außerhalb von ERCOT, wo Versorgern der Besitz von Erzeugungsanlagen untersagt ist.

Kühlung rückt in den Vordergrund

Während in Texas über die Versorgung gestritten wird, ordnet sich die Geräteseite um dasselbe Problem neu. Midea Building Technologies nutzte die Data Centre World Asia, die vom 29. bis 30. September im Marina Bay Sands in Singapur stattfand, um eine sogenannte hyperkonvergierte Strom-Kühlungs-Architektur zu präsentieren, wie Thermal Control Business Update berichtet. Das Unternehmen behauptet, seine Magnetic-CDU könne den Platzbedarf um bis zu 70 Prozent senken und einen PUE unter 1,2 ermöglichen, mit einer industrietauglichen CDU für 2,6 MW Kühlleistung. Das Gui'an-Projekt mit Keppel soll jährlich bis zu 7.654 Stunden freie Kühlung liefern. SUNON setzt unterdessen laut TechEdge AI auf einen Ansatz vom Chip bis zum Rack. Das Unternehmen will ihn auf dem OCP Global Summit 2026 vorstellen, der vom 12. bis 15. Oktober in San Jose stattfindet.

Das Unternehmen verweist auf die Gartner-Prognose von 565 TWh Stromverbrauch in Rechenzentren im Jahr 2026, ein Plus von 26 Prozent gegenüber 2025, wobei KI-optimierte Server 31 Prozent davon ausmachen. Die IEA-Zahl im selben Beitrag beziffert den Verbrauch 2024 auf etwa 415 TWh, rund 1,5 Prozent des weltweiten Stroms.

Auch der Silizium-Unterbau verändert sich. Upsite Technologies weist darauf hin, dass NVIDIAs Blackwell-Chips mehr als 200 Milliarden Transistoren tragen und dass die Vera-Rubin-Plattform die Inferenzkosten pro Token um bis zu 10 Mal senken soll. Broadcoms Tomahawk 6 unterstützt bis zu 102,4 Tb/s pro Chip, und Ciscos Silicon One G300 bietet dieselben 102,4 Tbps mit 200 Gbps SerDes. Netzwerkkomponenten dieser Dichte brauchen allmählich Flüssigkühlung, nicht nur die GPUs. Renesas lieferte am 30. September eine Antwort auf Bauteilebene nach.

Electronics For You berichtete über die Einführung eines 650-V-Galliumnitrid-Bauelements, des TP65H020G4PLSGBD, mit 20 Milliohm Einschaltwiderstand und beidseitiger Kühlung in einem 8 x 8 mm großen Gehäuse. Renesas zufolge sinkt die thermische Impedanz der Oberseite um 10 Prozent gegenüber oberseitig gekühlten Teilen, und das Gehäuse ist 57 Prozent kleiner als das 10 x 15 mm große TOLT, das es ersetzt. Es zielt auf die Zwischenbuswandlerstufe mit 800 V DC/DC.

Kämpfe um Transparenz

In Europa geht es nicht um Hardware, sondern um Offenlegung. POLITICO berichtete, dass Lighthouse Reports eine Beschwerde nach der Aarhus-Konvention eingereicht hat. Darin wirft die Organisation der Europäischen Kommission vor, eine "Mauer des Schweigens" um den Energieverbrauch von Rechenzentren zu errichten. Zahlen der Kommission beziffern den Verbrauch von EU-Rechenzentren für 2025 auf 20,7 TWh Strom und mehr als 8 Millionen Kubikmeter Wasser, ein Plus von 26 Prozent bzw. 52 Prozent, allerdings nur in der Gesamtsumme. Ein Gesetz von 2024 verbot die Offenlegung von Kennzahlen einzelner Anlagen. Ein Compliance-Ausschuss entscheidet im November über die Zulässigkeit.

Nichts davon löst die zugrunde liegende Rechnung: Mehr Rechenleistung bedeutet mehr Wärme, und mehr Wärme bedeutet mehr Strom, um sie abzuführen. Die eigene Darstellung von GOTTOGPOWER bringt den operativen Punkt klar auf den Punkt. Kühlungsausfälle verursachen demnach selten sofortige Ausfälle, verkürzen aber die Lebensdauer von Komponenten und erhöhen die Betriebskosten. Die Entscheidung zu El Paso, wann immer die fünf Kommissare der PUCT abstimmen, wird prüfen, wer dafür zahlt.

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Quellen

7
  1. 01Texas Electric Utility Only Considered Gas to Power $10 Billion Meta Data CenterEN
  2. 02Midea to Showcase Integrated Power-Cooling Architecture at Data Centre World Asia 2026EN
  3. 03SUNON Expands Liquid Cooling for AI Data CentersEN
  4. 04AI Chip Innovation Is Reshaping Data Center CoolingEN
  5. 05GaN Device Helps Keep AI Data Centres CoolEN
  6. 06EU accused of hiding environmental impact of data centersEN
  7. 07GOTTOGPOWER Precision Cooling Solutions for Modern Data CentersEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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