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Die Suche wird zum Dialog, und der Traffic der Verlage verändert sich

Am 28. September zitierte ein US-Gerichtsdokument einen OpenAI-Ingenieur mit den Worten, Nutzer würden Links "nicht anklicken", berichtet Search Engine Journal. In derselben Woche veröffentlichten Forscher und Anbieter neue Zahlen dazu, wie viel vom Suchfeld aufgehört hat, sich wie ein Suchfeld zu verhalten.

Medien & InternetErklärtLena BrandtVeröffentlicht: 29. September 20264 Min. LesezeitQuellen 8
Die Suche wird zum Dialog, und der Traffic der Verlage verändert sich

Das Signal ist nicht, dass die Suche kaputt ist. Es ist, dass Menschen, die Fragen stellen, inzwischen erwarten, dass die Maschine antwortet, statt ihnen zehn blaue Links hinzulegen. Diese Verschiebung zeigt sich in Produktdaten, in wissenschaftlicher Arbeit und in den Zugriffszahlen, auf die Verlage das ganze Jahr über geschaut haben.

Laut Search Engine Journal zitiert ein auf den 28. September datiertes Gerichtsdokument einen OpenAI-Ingenieur mit der Aussage, Nutzer würden Links "nicht anklicken". Das ist eine einzelne Zeile in einem juristischen Dokument. Man sollte sie als Behauptung eines Mitarbeiters eines Unternehmens behandeln, nicht als Branchendurchschnitt. Sie fällt aber in eine Woche, in der die Belege lauter wurden.

Was die Zahlen sagen

Google meldete im Mai 2026, dass der AI Mode die Marke von einer Milliarde monatlicher Nutzer überschritten habe. Das berichtet der Suchanbieter Manticore in einem am 20. August veröffentlichten Beitrag unter Verweis auf Googles eigenen Blog. Manticores Punkt ist enger, als er klingt: Volltextsuche funktioniert weiterhin, sie bringt einen Käufer nur nicht zur Antwort. Das Unternehmen argumentiert, dass Keyword-Suche, Vektorsuche und ein Sprachmodell jeweils einen anderen Teil einer Anfrage lösen, und dass ihre Kombination besser ist als die Wahl eines einzelnen Verfahrens.

Für Verlage liegt die unangenehmere Zahl auf der anderen Seite des Klicks. Search Engine Land berichtete am 24. September, dass die Verweise der Google-Suche auf Verlage im Jahresvergleich um etwa 40% gesunken seien. Das ist einer von mehreren Werten in einem Rückgang, der bereits seit Monaten lief. The Next Web berichtete am 28. September, Cloudflares Matthew Prince argumentiere, Bots klickten nicht auf Anzeigen, und rahmte dasselbe Problem von der Infrastrukturseite. Keine der beiden Zahlen ist eine Vollerhebung; beide sind als Richtung zu lesen.

Das Muster beschränkt sich nicht auf Nachrichten. Alex Blumenfeld, Jonathon Hazell, Chen Lian und Andreas Schaab veröffentlichten im September das NBER Working Paper 35793. Darin schätzen sie aus Finanzmärkten, dass KI den erwarteten Barwert der Produktivität von Softwareentwicklung zwischen November 2022 und Dezember 2025 um das Äquivalent eines dauerhaften Anstiegs von 32,6% erhöht habe, mit einem BIP-Effekt von 3,6% in der Basisschätzung. Bis Mitte 2026, so schreiben sie, habe sich dieser Effekt mehr als verdoppelt. Der Mechanismus, den sie beschreiben, ist nicht die Suche. Es ist dieselbe Bewegung darunter: Werkzeuge, die früher Material zurückgaben, geben heute Schlussfolgerungen zurück.

Der Interims-CEO von MongoDB nutzte die Plattformankündigung des Unternehmens vom 29. September für die operative Fassung des Arguments. In einem Blogbeitrag, der mit MongoDB 9.0, Atlas Infinite und der öffentlichen Vorschau der Atlas Agent Engine zusammenfiel, schrieb er, Agenten bräuchten Zugriff auf den laufenden Zustand eines Unternehmens. Der Lagerbestand von gestern oder ein alter Kontostand könne eine solide Schlussfolgerung in eine schlechte Handlung verwandeln. Der Beitrag erwähnt Verlage nicht. Er erklärt aber, warum die Abrufebene um Aktualität und Handlung herum neu gebaut wird statt um Indexierung.

Auch die Forschungsebene steht nicht still

Zwei im September veröffentlichte NBER-Papiere zeigen in entgegengesetzte Richtungen für alle, die hoffen, die Antwort sei einfach "vertrau dem Modell". Matthew Schwartz, Isaiah Andrews und Jesse M. Shapiro ließen in Working Paper 35782 einen Open-Source-LLM-Workflow über 4.452 veröffentlichte Replikationspakete aus fünf wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften laufen. Er markierte Unstimmigkeiten in 3.460 Artikeln oder deren Anhängen. Zudem senkte er die Rechenzeit in 496 Artikeln um mehr als den Faktor zehn und erzeugte in 923 eine Erweiterung. Die Autoren legen offen, dass Schwartz während des Projekts als Auftragnehmer für Anthropic tätig war.

Das Gegengewicht ist methodisch. Doug Turnbulls Auswertung eines LLM-as-judge-Experiments auf dem WANDS-Möbeldatensatz ergab, dass die Möglichkeit für das Modell, "neither" zu antworten, die Precision von 75,08% auf 85,38% hob. Der Recall brach bei 1.000 Paaren von 100% auf 17,10% ein. Der Tausch der beiden Produkte und eine erneute Frage verbesserten die Konsistenz. Das ist ein kleines, nach heutigen Maßstäben altes Experiment. Es bleibt die sauberste öffentliche Vorführung dafür, dass ein Richter, der immer antwortet, nicht dasselbe ist wie ein Richter, der gut antwortet.

An anderer Stelle wirken die Veröffentlichungen der Woche wie Installationstechnik. Loro's Zixuan Chen argumentierte am 21. September, CRDTs reichten für sich genommen nicht. Ein Gesprächsindex könne konvergieren, während der Nachrichtentext noch nicht so weit ist, sodass ein Nutzer auf eine Benachrichtigung starrt, hinter der nichts steht. OpenJev, ein am 29. September veröffentlichtes GitHub-Projekt, bildet das Schnittstellenmuster von TypeSafe's Jev mit offenen Gewichten nach und meldet in seinem eigenen Testaufbau 290 ms für eine Frage und 328 ms für 27. Oxilite, ebenfalls vom 29. September, portiert eine Oxigraph-kompatible SPARQL-Engine auf SQLite, damit sie auf Cloudflare D1 laufen kann.

Nichts davon löst das Problem der Verlage. Es zeigt aber, wohin die Entwicklungsarbeit geht: in Systeme, die eine Entscheidung, eine Wahrscheinlichkeit oder eine zusammengestellte Antwort zurückgeben statt einer Seite mit Ergebnissen, die ein Mensch durchsehen muss. Wenn ein Gerichtsdokument im September recht hat, dass Nutzer nicht klicken, dann lautet die Frage für jeden, dessen Geschäftsmodell auf dem Klick gebaut war, was an dessen Stelle tritt.

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Quellen

8
  1. 01An LLM Workflow That Reproduces, Improves, and Extends Published Economics ResearchEN
  2. 02The Macroeconomic Effect of AI: Sizing the Software Engineering ChannelEN
  3. 03Full-Text Search Still Works. It Just Doesn't Get You to an AnswerEN
  4. 04Check twice, cut once with LLM search relevance evalEN
  5. 05The Intelligent Data Platform for the AI EraEN
  6. 06CRDTs are not enough: From CRDTs to a local-first sync engineEN
  7. 07OpenJev: An open-source, Jev-compatible System One decision engineEN
  8. 08Oxilite: An Oxigraph-compatible RDF database and SPARQL engine that uses SQLiteEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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