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Bain: KI-Branche braucht bis 2031 jährlich 6 Billionen Dollar Umsatz

Damit sich die Rechenzentren rechnen, die für den Betrieb von KI gebaut werden, muss die Branche bis 2031 einen Jahresumsatz von 6 Billionen Dollar erreichen. Das steht in einem Bericht von Bain & Company, der am Dienstag erschienen ist. Die möglichen jährlichen Ausgaben für KI-Infrastruktur beziffert Bain im selben Jahr auf bis zu 1,5 Billionen Dollar.

TechnologieErklärtLena BrandtVeröffentlicht: 29. September 20264 Min. LesezeitQuellen 5
Bain: KI-Branche braucht bis 2031 jährlich 6 Billionen Dollar Umsatz

Die Zahlen stammen aus der neuesten Technologiereport-Reihe von Bain, die am 29. September erschienen ist. Bain rechnet damit, dass die Neuproduktentwicklung etwa 4,2 Billionen Dollar dieser 6 Billionen Dollar beisteuern müsste. Dazu zählen Suche, Werbung, Autonomie und physische KI. Auf die Unternehmensproduktivität, den Teil, über den alle streiten, entfallen nur 1 Billion Dollar bis 1,4 Billionen Dollar. Verbraucherdienste wie Abonnements und Werbung kommen auf 200 Milliarden Dollar bis 400 Milliarden Dollar.

David Crawford ist Vorsitzender von Bains globaler Technologiepraxis und Hauptautor des Berichts. Er sagt, die Debatte hänge an der falschen Frage. "Die heutige Debatte ist auf die Mitarbeiterproduktivität fixiert. Die Ökonomie der KI-Infrastruktur verlangt Billionen an neuen Einnahmen jenseits von Produktivitätsgewinnen", sagte er. Die Branche brauche "eine Innovationswelle, die alles in den Schatten stellt, was Mobilfunk und Cloud möglich gemacht haben."

Die Rechnung ist einfach. Liegen die Investitionsausgaben bei etwa einem Viertel des Branchenumsatzes, dann braucht es einen Markt von annähernd 6 Billionen Dollar pro Jahr, um das zu tragen. Bain nennt dieses Niveau angesichts der Trends bei Cloud-Anbietern ehrgeizig, aber vernünftig.

Warum Kühlung und Strom der Engpass sind

Bains Ausgabenschätzung von bis zu 1,5 Billionen Dollar jährlich bis 2031 deckt neue Anlagen, höhere Kapazität und Upgrades des Bestands an GPUs, Speicher und Netzwerkausrüstung ab. Die andere Hälfte des Problems, die Wärme, deckt sie nicht ab. Bain merkt außerdem an, dass sich Größe und Kosten von Rechenzentren etwa alle 12 bis 16 Monate verdoppeln. Als Beispiel nennt das Unternehmen Metas Anlage in Ohio, die bis 2030 voraussichtlich 200 Milliarden Dollar kosten wird.

Diese Entwicklung erklärt, warum die Kühllieferkette in der vergangenen Woche so beschäftigt war. Die Fachberichterstattung über die Branche wurde von Ankündigungen zu Flüssigkühlung, Kapazitätserweiterungen und Partnerschaften dominiert, nicht von Chip-Neuigkeiten. Das ist ein vernünftiges Signal dafür, wo die physische Grenze heute liegt. Die Materialsammlung für diesen Text enthält allein in den jüngsten Schlagzeilen mehr als ein Dutzend solcher Meldungen. Dazu gehören Schneider Electrics Markteinführung der WCDU-Flüssigkühlung, Danfoss mit einem ausgebauten Kühlportfolio für Rechenzentren und LG Electronics, das als Partner für Strom und Kühlung dem Nvidia Partner Network beitritt.

Vertiv erweitert sein Fertigungswerk in Nové Mesto nad Váhom in der Slowakei, wie Data Centre Magazine und Data Center Dynamics berichten. Das ist eine Antwort auf Werksebene auf die Nachfrage und keine Produktankündigung. Die Submer Group hat Corenix gestartet, ein Geschäft mit modularen Rechenzentren. Nach eigenen Angaben verweist das Unternehmen auf eine Erfolgsbilanz bei Flüssigkühlung von 500MW, so capacityglobal.com. Johnson Controls ist dem Sustainable Tropical Data Centre Testbed 2.0 in Singapur beigetreten. Das Programm zielt auf Kühlung in heißen, feuchten Bedingungen, unter denen herkömmliche Designs an ihre Grenzen stoßen.

Nichts davon ist spekulativ. Es ist die Branche, die die Verrohrung für die Rechenleistung baut, die laut Bain 6 Billionen Dollar einbringen muss.

Das Geld ist schon schwerer aufzutreiben

Oracles Rechenzentrum Project Jupiter in New Mexico zeigt, was passiert, wenn die Finanzierungsseite nervös wird. Etwa 18 Milliarden Dollar an Krediten für das Projekt wurden bei 89 bis 91 Cent je Dollar gehandelt, berichtete die Financial Times laut Reuters. Die Banken hatten Mühe, diese Schulden zu platzieren. Reuters merkte an, dass S&P Oracle im Juli auf eine Stufe über Ramsch herabgestuft hat. Lokaler Widerstand wegen Wasser und Luftqualität sowie ein regulatorischer Rückschlag um eine geplante Erdgaspipeline haben die Unsicherheit verstärkt.

Oracles Cloud-Zahlen sind derweil nicht das Problem. Der Cloud-Umsatz stieg im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 62% auf 11,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur legte um 121% auf 7,4 Milliarden Dollar zu. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen erreichten 664 Milliarden Dollar, ein Plus von 209 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Die Investitionsausgaben erreichten im Geschäftsjahr 2026 55,7 Milliarden Dollar gegenüber 21,2 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Daraus ergab sich ein negativer freier Cashflow von 23,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hatte zum 31. August 125,3 Milliarden Dollar an Schuldverschreibungen und sonstigen Krediten, gegenüber 37,1 Milliarden Dollar an Barmitteln und marktfähigen Wertpapieren.

Oracle sagt, dass 75 Milliarden Dollar seiner großen KI-Verträge Kunden betreffen, die GPUs im Voraus bezahlen oder die GPUs selbst stellen. Das reduziert das Kapital, das das Unternehmen aufnehmen muss. Die Lücke zwischen vertraglich zugesicherter Nachfrage und Cash-Generierung bleibt die eigentliche Geschichte.

Wer zahlt, und woher der Strom kommt

Die Stromseite wird von Gerichtsbarkeit zu Gerichtsbarkeit verhandelt. In Neufundland und Labrador sagte Energie- und Bergbauminister Lloyd Parrott während der Debatte Mitte September über das Churchill-Falls-Abkommen, die Tür der Provinz stehe für Rechenzentrumsbetreiber offen. Das berichtete CBC News am 29. September. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte per E-Mail, dass Unternehmen an die Regierung herangetreten sind. Namen von Interessenten nannte er nicht.

In Vermont ist das virtuelle Kraftwerk von Green Mountain Power zur größten einzelnen Stromquelle des Bundesstaates geworden. Es besteht aus Heimbatterien, die über einen Leasingvertrag für 55 Dollar im Monat installiert wurden. Das berichtete die BBC am 29. September. Die USA haben mehr als 40GW an Kapazität virtueller Kraftwerke, laut einer in dem Beitrag zitierten internen Analyse von Wood Mackenzie. Dem stehen rund 600GW Erdgas und 200GW Kohle gegenüber.

Wenn Bain mit seiner Umsatzanforderung recht hat, ist der Ausbau von Kühlung und Strom der leichte Teil. Der schwierige Teil ist, 6 Billionen Dollar an Nachfrage zu finden.

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Quellen

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  1. 01AI needs $6tn in annual revenue to justify data centre boom, Bain saysEN
  2. 02AI data centres in N.L.? The door is 'open for business,' says energy ministerEN
  3. 03The US state replacing power plants with home batteriesEN
  4. 04Oracle's AI Expansion Faces a New Test as Data Center Costs RiseEN
  5. 05Opera Adds Travel eSIM to Android Browser With 3GB Free DataEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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