Blackfuel kommt aus der Stealth-Phase mit GPU-Deployment in Barcelona
Der KI-Cloud-Anbieter Blackfuel ist am 30. September aus der Stealth-Phase gekommen und hat das Rechenzentrum BCN1 von Digital Realty in Barcelona als ersten Standort benannt. Die Anlage bietet 161.500 sq ft (15.000 sqm) Colocation-Fläche und wurde Anfang dieses Jahres eröffnet.

Der KI-Cloud-Anbieter Blackfuel ist am 30. September aus der Stealth-Phase gekommen und hat das Rechenzentrum BCN1 von Digital Realty in Barcelona als ersten Standort benannt. Die Anlage bietet 161.500 sq ft (15.000 sqm) Colocation-Fläche und wurde Anfang dieses Jahres eröffnet, berichtet Data Center Dynamics.
Der Launch ist der neueste von einigen Datenpunkten dieser Woche dazu, wie Cloud-Kapazität gekauft, gebaut und verkauft wird. Gleichzeitig ist er der am wenigsten quantifizierte: Blackfuel hat weder Umsatz noch Kundennamen noch Kapazitätszahlen bekannt gegeben, nur einen Hardware-Plan und ein Preismodell.
Das erste Deployment läuft auf flüssigkeitsgekühlten Dell PowerRack-Systemen mit Dell PowerEdge XE9785L-Servern und AMD Instinct MI355X-Beschleunigern. Blackfuel plant weitere Standorte in Spanien, Finnland und Frankreich. Das Unternehmen verkauft dedizierte GPU-Cluster, verwaltete Inferenz und reservierte Serving-Kapazität, zusammen mit einem "inference pool" für seine Token-Plattform. Ein Fractional-GPU-Angebot lässt Kunden einen Anteil der Serving-Kapazität eines Modells für eine feste monatliche Gebühr reservieren, statt eine gesamte Multi-GPU-Deployment zu mieten.
Co-Gründer Xavier Fischer rahmte das Pitching in Kapitalmarkt-Begriffen ein. Europa müsse mehr seiner eigenen KI-Kapazität besitzen und "was oft als Betriebskosten im Ausland bezahlt wird, in ein Kapitalgut auf europäischen Bilanzen umwandeln". Digital-Realty-CTO Chris Sharp sagte in derselben Ankündigung, die nächste Phase der KI werde "in nützlichen Token pro Megawatt gemessen". Blackfuel wurde von Fischer, Dali Kilani und Charles Kantor gegründet.
Die Kapazität bewegt sich, aber die Zahlen sind dünn
Die klarste Umsatzzahl dieser Woche stammt gar nicht von einem Cloud-Anbieter. Novaspace, eine Beratungsagentur für den Weltraumsektor, veröffentlichte am 29. September eine Prognose, wonach die Umsätze mit kommerziellen Verteidigungssatellitenkommunikationsdiensten bis 2035 über 22.600.000.000 USD liegen werden. Die Umsätze aus NGSO-Diensten erreichen dabei 21.300.000.000 USD bei einem CAGR von 34%. Die GEO-Umsätze sinken laut dem Bericht von 2.300.000.000 USD in 2025 auf 1.300.000.000 USD in 2035, obwohl die Nachfrage nach GEO-Kapazität verdreifacht wird. SpaceNews übernahm die Zusammenfassung.
Anderswo war die Cloud-Nachricht dieser Woche eher operativer als finanzieller Natur. Microsoft informierte Nutzer von ExpressRoute Gateway, VPN Gateway und Azure VMware Service darüber, dass sie eine eingeschränkte oder unterbrochene Konnektivität feststellen könnten. Dies betraf 18 Azure-Regionen von West US bis Jio India Central, meldete The Register am 1. Oktober. Microsoft erklärte, die "mit dem Beginn dieses Ereignisses verbundene Infrastruktur-Wartungstätigkeit" pausiert zu haben, und teilte später mit, den Vorfall gemildert zu haben. Azure Firewall, Application Gateways und Web Application Firewall wurden zur Liste der betroffenen Produkte hinzugefügt. Das Unternehmen sagte, seine Untersuchung "zeige weiterhin eine Korrelation zwischen diesem Ereignis und der Wartungstätigkeit des Infrastrukturbetriebssystems".
Zwei weitere Punkte zeigen, in welche Richtung Cloud-Tools gehen. AWS startete Amazon CloudWatch Omni, eine Observability-Plattform für Agenten und Microservices. Sie erfasst Ende-zu-Ende-Traces und bewertet Korrektheit, Kohärenz, Retrieval und Tool-Auswahl, berichtet InfoQ. Cloudflare fügte native Unterstützung für den HTTP Vary Response-Header in Cache Rules hinzu. Ein Audit von mehr als 120.000.000 HTTP-Antworten über rund 50.000 Top-Domains ergab, dass fast 3.000 Origins auf vier oder mehr Request-Headern variieren, meldete InfoQ.
Das Vertrauen in die Anbieter unter all dem bleibt wackelig. Eine Umfrage von Arelion unter führenden Geschäftsführern ergab, dass 58% in den letzten zwei Jahren strategische Initiativen wegen Bedenken hinsichtlich ihres Netzwerk-Anbieters verzögert, zurückgefahren oder mit Schutzmaßnahmen versehen haben. KI- und datengesteuerte Projekte waren am stärksten betroffen, mit 49%. Light Reading berichtete am 28. September über die Ergebnisse. Dieselbe Studie fand heraus, dass 93% ihrem aktuellen Anbieter weitgehend oder vollständig vertrauen, aber nur 15% volles Vertrauen in dessen Fähigkeit ausdrückten, ein schwerwiegendes Netzwerkproblem schnell zu erkennen und zu lösen.
Die Beschaffungsseite
Käufer verlagern auch, wo Inferenz läuft. Data Center Knowledge berichtete am 21. September, dass Unternehmen Colocation für KI-Inferenz wählen, weil moderne Anlagen 35 kW-Schränke mit Luftkühlung und 70-150 kW-Schränke mit optionaler Flüssigkeitskühlung unterstützen. So kann die Dichte später erhöht werden. Der gleiche Artikel zitiert den Private Cloud Outlook 2026 von VMware. Darin heißt es, 83% der Unternehmen hätten die Rückführung von Workloads aus der öffentlichen Cloud abgeschlossen oder geplant. Foundrys 2026 Cloud Computing Study weist dagegen aus, dass 74% der Unternehmen ihre Cloud-Migrationen im letzten Jahr beschleunigt haben.
Das Angebot wird auf beiden Seiten des Atlantiks ausgebaut. Alibaba Cloud erklärte auf seiner Apsara Conference, in den nächsten 12 Monaten Rechenzentren in der Türkei, Finnland und den Niederlanden zu eröffnen. Das erste in den Niederlanden kommt im Oktober. Zudem wird Kapazität in Malaysia, Deutschland, den VAE, Frankreich und Hongkong hinzugefügt, meldete die South China Morning Post am 23. September. An demselben Tag erklärte AWS, der erste Cloud-Anbieter zu sein, der für NATO-RESTRICTED-Workloads in allen Mitgliedsländern zugelassen ist. Die Bewertung erfolgte durch das spanische Nationale Kryptografie-Zentrum. Es gibt 15 AWS-Regionen in NATO-Mitgliedsländern, sieben davon in Mitteleuropa.
Auch kleinere Märkte bewegen sich. Irland energisierte am 1. Oktober seine erste Solarfarm im Rahmen des Small-Scale Renewable Energy Support Scheme. Es handelt sich um ein 650 kW-Projekt im County Cork, entwickelt von Bauer Sean Keating, mit einem 15-jährigen Stromliefervertrag mit Flogas, berichtete pv magazine. Getrennt davon sagte Agile Space Industries, Jason Wright werde Anfang Oktober als Präsident加入. Der Umsatz soll bis Ende 2026 auf etwa das Fünffache des Niveaus von 2022 steigen, so SpaceNews.
Für Blackfuel bleibt die offene Frage diejenige, die der Stealth-Launch nicht beantwortet hat: Wie viel Nachfrage hat es vertraglich fixiert, und zu welchem Preis.
Quellen
11- 01AI cloud provider Blackfuel emerges from stealth, plans first deployment in SpainEN
- 02Commercial Defense Satcom Service Revenues to Surpass $22.6B by 2035EN
- 03Azure maintenance mess disrupted hybrid clouds, VPNs, cloudy VMware servicesEN
- 04Amazon CloudWatch Omni Extends CloudWatch into the Agent EraEN
- 05Cloudflare Adds Configurable HTTP Vary Header Support to Prevent Cache ThrashingEN
- 06Trust in network providers is holding back AI and digital transformation initiatives - ArelionEN
- 07Enterprises Adopt Colocation for AI and Hybrid Cloud InitiativesEN
- 08Alibaba Cloud set to open new data centres in Europe next year as overseas push gains paceEN
- 09AWS becomes first cloud provider approved for NATO RESTRICTED workloadsEN
- 10Ireland energizes first SRESS solar farm, opening new revenue opportunities for farmers and landownersEN
- 11Agile Space Industries Expands Leadership Structure to Support Next Phase of GrowthEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
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