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China: 1112 registrierte KI-Dienste und Sicherheitsrahmen 3.0

Bis zum 31. August hat der chinesische Regulierer 1112 Dienste für generative KI und 731 Anwendungen registriert. Vier Tage vor der Veröffentlichung dieser Zahlen stellte die Behörde die dritte Version ihres KI-Sicherheitsrahmens vor.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 26. September 20266 Min. LesezeitQuellen 3
China: 1112 registrierte KI-Dienste und Sicherheitsrahmen 3.0

Chinas Aufsicht über generative künstliche Intelligenz setzt auf Registrierung, nicht auf Verbote. Die Cyberspace-Administration Chinas (CAC) veröffentlichte am 14. September das aktuelle Verzeichnis der Dienste, die das Registrierungsverfahren durchlaufen haben. In der jüngsten Runde stehen sieben Dienste für generative KI, die lokal auf Telefonen laufen. Hinzu kommen 133 Anwendungen oder Funktionen, die die lokalen Zweigstellen der Behörde registriert haben.

Umfang: 1112 Dienste und 731 Anwendungen

Der Mitteilung zufolge waren bis zum 31. August 2026 insgesamt 1112 Dienste für generative KI registriert, dazu 731 Anwendungen oder Funktionen, die diese Dienste nutzen. Der Regulierer unterscheidet zwei Ebenen: das Modell, das Zugang über eine API gibt, und das Endprodukt, das dieses Modell aufruft. Die zweite Unterscheidung zählt, denn genau die Anwendungen erreichen den Nutzer.

An die Registrierungspflicht knüpft sich eine Informationspflicht. Die chinesischen Vorschriften verlangen, dass eine laufende Anwendung an sichtbarer Stelle oder in der Produktbeschreibung angibt, welchen registrierten Dienst sie nutzt, samt Modellnamen und Registrierungsnummer oder Vergabenummer. Dienste mit meinungsbildendem oder mobilisierendem Charakter müssen das Verfahren über die lokale Zweigstelle der Behörde durchlaufen.

Rahmen 3.0: Kontinuität, keine Revolution

Am 14. September, zur Eröffnung der nationalen Woche für Cybersicherheit, veröffentlichte das Nationale Normierungskomitee für Netzwerksicherheit die dritte Version des „Rahmens für das sichere Management künstlicher Intelligenz“. Das Dokument entstand unter Aufsicht der CAC, mit Beteiligung der Chinesischen Akademie für Cyberspace sowie von Forschungsinstituten und Unternehmen. Die vorherigen Versionen erschienen 2024 und 2025.

Der Rahmen behält dieselbe Logik: Risikoklassifizierung, technische Antwort, umfassende Steuerung. Die neue Version bringt eine aktualisierte Risikotaxonomie und nachgeschärfte Maßnahmen. Sie lässt sich als Teil des chinesischen Angebots in der Technologiediplomatie lesen: Das Dokument verweist ausdrücklich auf die Globale Initiative für KI-Governance.

Ein separates Signal kommt aus der Wissenschaft. In einer Debatte am 24. September argumentierte Liu Yuanchun, Rektor der Shanghaier Universität für Finanzen und Wirtschaft, KI sei eine „Technologie der Superklasse“. Der Kontrollpunkt über sie müsse deutlich früher liegen, bevor die Folgen unumkehrbar werden. Er erinnerte an den offenen Brief vom 13. Juli, den fast 200 Forscher und Unternehmer unterzeichnet haben, darunter 16 Nobelpreisträger, sowie an die Arbeiten des Ökonomen Daren Acemoglu zum Einfluss von KI auf Arbeitsmarkt und Ungleichheit. Die chinesische Debatte über Regulierung ist damit nicht nur eine Frage der Inhaltskontrolle. Immer häufiger geht es um Gewinnverteilung und Arbeitsplätze.

Die Mitteilung der CAC beschränkt sich nicht auf Statistik. Betreiber von Anwendungen mit Funktionen generativer KI müssen an sichtbarer Stelle den Modellnamen und die Registrierungsnummer des Dienstes anzeigen. Der Nutzer soll wissen, auf welchem System er arbeitet und ob der Anbieter die Formalitäten erfüllt hat. Das ist die Umkehrung des europäischen Ansatzes: Brüssel drängt vor allem auf die Kennzeichnung von Inhalten, Peking ordnet zuerst den Katalog der Anbieter und Modelle.

Der Rahmen 3.0 entstand nicht im leeren Raum. Version 1.0 wurde 2024 angekündigt, 2.0 ein Jahr später. Die dritte Fassung ergänzt die früheren Annahmen um die Logik dreier Schichten: Risikoklassifizierung, technische Antwort und Steuerung, verteilt auf Regulierer, Branche und Wissenschaft. Das Dokument wurde unter Leitung der CAC im Rahmen des nationalen Normierungskomitees für Cybersicherheit erarbeitet, als Beitrag zur Umsetzung der von China initiierten Globalen Initiative für KI-Governance.

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Quellen

3
  1. 01关于发布生成式人工智能服务已备案信息的公告ZH
  2. 02《人工智能安全治理框架3.0》发布ZH
  3. 03刘元春:为什么说AI治理的关口必须前移ZH

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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