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China baute im ersten Halbjahr 77,9 Prozent der weltweiten humanoiden Roboter, ein Heimroboter für 3.555 Dollar geht in den Verkauf

China hat im ersten Halbjahr 2026 mehr als 19.000 humanoide Roboter ausgeliefert, 77,9 Prozent der weltweiten Gesamtzahl. Das meldete TechNode am 29. September unter Berufung auf IDC-Zahlen. Am selben Tag eröffnete ein Startup aus San Francisco und Paris den Verkauf eines fahrbaren Heimroboters für 3.555 Dollar.

TechnologieAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 29. September 20266 Min. LesezeitQuellen 6
China baute im ersten Halbjahr 77,9 Prozent der weltweiten humanoiden Roboter, ein Heimroboter für 3.555 Dollar geht in den Verkauf

China hat im ersten Halbjahr 2026 mehr als 19.000 humanoide Roboter ausgeliefert, 77,9 Prozent der weltweiten Gesamtzahl. Das meldete TechNode am 29. September unter Berufung auf IDC-Zahlen. Weltweit wurden fast 25.000 Einheiten ausgeliefert, 432,1 Prozent mehr als im Vorjahr. IDC hob seine Prognose für 2030 auf mehr als 750.000 Einheiten an, berichtete TechNode unter Berufung auf IT Home.

Das sind Auslieferungszahlen, nicht die Produktion der Fabriken. Sie sagen nichts darüber, was die Roboter tun, wenn sie angekommen sind. Dieselbe Woche ergab ein breiteres, unruhigeres Bild: Ein Haushaltsroboter für 3.555 Dollar nimmt Bestellungen an, ein Anbieter von Kraft-Drehmoment-Sensorik ist für einen Messeauftritt gebucht, dazu kommen eine Umfrage zum industriellen Einkauf, ein Benchmark-Papier über ungleichmäßige Roboter-KI und ein Kartierungsprojekt zu Gülle in Iowa. Nur ein Teil davon handelt von Humanoiden.

Ein Roboter für 3.555 Dollar, der aufräumt, nicht montiert

Am 29. September berichtete The Robot Report, dass Flourish den Verkauf des Flourish One eröffnet hat. Das Startup hat Standorte in San Francisco und Paris, der fahrbare Heimroboter im Humanoid-Stil kostet 3.555 Dollar. Die erste Charge umfasst 50 Einheiten, von einem kleinen Team handgebaut. Das Unternehmen hofft, vor Weihnachten ausliefern zu können.

Die Ausstattung ist bewusst bescheiden. Sechs Räder, zwei Arme mit je 1,5 kg Nutzlast, 12 Stunden Armbetrieb pro Ladung, ein kleiner Lidar nahe dem Boden und Kameras an den Handgelenken zweifingriger Greifer. Der Flourish One ist nicht wasserdicht, also kein Geschirrspülen und kein Hundewaschen. The Robot Report zitiert Gründer Antoine Marcel mit den Worten, die Nutzlast sei gewählt worden, weil die meisten Haushaltsaufgaben nicht mehr brauchen.

"Wie ich meine Wohnung aufräume, ist nicht dasselbe wie bei Ihnen zu Hause. Sie werden ihm 30 Minuten lang zeigen, wie Sie Ihre Pflanzen gießen", sagte Marcel dem Robot Report. "Wir werden dafür ein KI-Modell feinabstimmen... jetzt kann der Roboter das in Ihrem Haus tun."

Interessant ist die Trainingsmethode. Nutzer halten ein Smartphone und bewegen es, als würden sie die Arbeit verrichten. Der Roboter ahmt die Bewegung über die Inertialmesseinheiten des Telefons nach. Die Skill-Modelle werden in der Cloud trainiert und ausgeführt, was die Materialkosten niedrig hält. Marcel sagte dem Robot Report, der Einbau einer NVIDIA-GPU im Roboter würde die Kosten sofort verdoppeln. Flourish wurde im Januar 2026 gegründet.

Die Sensorik-Ebene verkauft Schaufeln und Hacken

Kraft-Drehmoment-Sensoren geben Robotern einen Tastsinn. The Robot Report meldete am 29. September, dass ForceN-Gründer und CEO Robert Brooks am 20. und 21. Oktober in Santa Clara, Kalifornien, auf der RoboBusiness 2026 einen Vortrag mit dem Titel "A Crash Course in Force & Torque Sensing for Humanoids" halten wird. Seine Sitzung ist am ersten Tag um 14:15 Uhr PT.

ForceN liefert Kraft-Drehmoment-Sensoren für Handgelenke und andere Gelenke von Robotern. Nach demselben Bericht hat das Unternehmen Sensorsysteme für chirurgische, Logistik- und humanoide Roboter geliefert. Es entstand aus Brooks' Doktorarbeit über Sensorik und Aktorik für chirurgische Roboter an der University of Toronto und dem SickKids Hospital.

Das Argument lautet, dass Humanoide in industriellen Rollen schwere und empfindliche Objekte handhaben müssen, ohne sie zu zerdrücken. Dieselbe Messe zieht auch die Vishay Precision Group an. Das Unternehmen kündigte am 1. Oktober an, auf der RoboBusiness 2026 kundenspezifische Sensoriklösungen für die humanoide Robotik zu präsentieren, wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht.

Die industrielle Nachfrage ist real, doch Humanoide sind ein Splitter

Unter den Humanoiden-Schlagzeilen liegt ein größerer und langsamerer Markt für Industrieroboter. Der am 29. September veröffentlichte Bericht "State of Robots in Manufacturing" von The Robot Report stellt fest, dass sich die Installationen von Industrierobotern in dem Jahrzehnt bis 2024 verdoppelt haben. Das geht aus Angaben der International Federation of Robotics hervor, wobei Südkorea, Singapur, Deutschland und Japan bei der Roboterdichte pro 10.000 Beschäftigte führen.

Derselbe Artikel zitiert die Association for Advancing Automation: Der Wert der Roboterbestellungen stieg im ersten Halbjahr 2026 um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wachstum in nicht-automobilen Sektoren glich dabei eine Verlangsamung bei Automobilherstellern aus. Der Artikel stellt auch klar fest, dass das Interesse an Humanoiden hoch ist, sie aber erst mit kommerziellen Tests beginnen, während andere Bauformen bereits verfügbar sind.

Diese Einordnung passt zur Auslieferungsarithmetik. Fast 25.000 humanoide Einheiten weltweit sind wenig im Vergleich zum Bestand an Fabrikrobotern. Chinas mehr als 19.000 Einheiten in sechs Monaten sind eine Fertigungsstatistik, bevor sie eine Einsatzstatistik ist.

Benchmarks verbergen die zerklüfteten Teile

Ein am 29. September veröffentlichter technischer Bericht von Forschern bei fig.inc argumentiert, dass Schlagzeilen-Benchmark-Werte verbergen, wie ungleichmäßig Roboter- und Agentenmodelle abschneiden. Das Team bewertete sieben Modelle bei 177 geschlossenen Web-Aufgaben in VisualWebArena und drei Modelle in vier physischen Domänen: VLABench, Assembly101, IndEgo und Bench2Drive.

Ihre zentrale Behauptung ist, dass bei jedem getesteten Modellpaar das schwächere Modell mindestens eine Aufgabe löste, die das stärkere verfehlte. Sie nennen das ein zerklüftetes Profil. Dieselbe Ungleichmäßigkeit berichten sie in physischen Domänen, wo Modelle, die Gemini 3.5-Flash bei jedem Domänendurchschnitt schlugen, in einigen Aufgabenkategorien dennoch schlechter abschnitten.

Die Autoren nennen auch eine Einschränkung: Jede Zelle in ihrer Untersuchung ist ein einzelner Durchlauf, gelesen gegen ein Rauschen von plus oder minus drei Prozentpunkten. Dieses Rauschen leitet sich aus einem wiederholten Opus-4.7-Lauf mit einem Budget von 50 Schritten ab. Sie veröffentlichten einen Datensatz namens RIDGE mit Ergebnissen auf Aufgabenebene und Modellspuren. Die Arbeit ist ein technischer Bericht des Unternehmens, keine peer-reviewte Studie. Zu den genannten Modellen gehören Astra, Opus 5.5 und Gemini 3.5-Flash.

Was die Fabrikfrage tatsächlich braucht

Wenn humanoide Roboter in Fabriken arbeiten sollen, liegt die Einschränkung möglicherweise nicht in der Stückzahl. Die Fertigungsumfrage von The Robot Report nennt als schwierige Punkte, die richtigen Anwendungen zu identifizieren, sie zu integrieren und einen Return on Investment nachzuweisen. In der Sitzung von ForceN geht es darum, dabei die Sensoren nicht zu zerstören.

Es gibt auch eine Datenlücke bei der Bewertung dieser Systeme. Die Autoren von fig.inc argumentieren, dass ein Benchmark-Mittelwert die Streuung unterschlägt, die für Einsatzentscheidungen wichtig ist. Sie fügen hinzu, dass die Aufgabenkategorie etwa so viel zählt wie die Wahl des Modells.

Unterdessen veröffentlichte Sentient Media in einer anderen Ecke derselben Woche, am 28. September, eine Karte von 10.830 Fabrikfarmen in Iowa. Die Schätzung liegt bei fast 170 Milliarden Pfund Gülle pro Jahr von 126,4 Millionen Tieren, basierend auf Daten des Iowa Department of Natural Resources. Das ist es, was das Wort Fabrik in einem Großteil des Lebensmittelsystems bedeutet, und es hat nichts mit Humanoiden zu tun.

Für den Robotikmarkt ist die nützliche Trennung die zwischen ausgelieferten und arbeitenden Einheiten. China dominiert die erste Zahl. Niemand in dem Material dieser Woche behauptet, die zweite zu kennen.

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Quellen

6
  1. 01China accounts for 77.9% of global humanoid robot shipments in H1, IDC saysEN
  2. 02Meet Flourish One, the Raspberry Pi-powered humanoid built for busy parentsEN
  3. 03ForceN to give a crash course on force and torque sensing for humanoids at RoboBusinessEN
  4. 04State of Robots in ManufacturingEN
  5. 05Astra, Opus 5.5, and other Frontier Models Demonstrate Jagged Performance Across SoTA Agentic Tasks from Web Browsing to RoboticsEN
  6. 06We Mapped All 11,000 Factory Farms in Iowa. Here Are Five Things We LearnedEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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