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GM rüstet Batteriewerk in Tennessee auf LMR um, US-E-Auto-Anteil liegt bei 5,9%

General Motors will sein Ultium-Cells-Werk in Spring Hill, Tennessee, für die Fertigung von LMR-Batteriezellen (lithiummanganreich) umrüsten, wie das Unternehmen am 29. September mitteilte. Neue Daten beziffern den Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge in den USA im ersten Halbjahr 2026 auf 5,9%.

AutoNachrichtSven AlbrechtVeröffentlicht: 30. September 20266 Min. LesezeitQuellen 4
GM rüstet Batteriewerk in Tennessee auf LMR um, US-E-Auto-Anteil liegt bei 5,9%

General Motors teilte am 29. September mit, dass das Gemeinschaftsunternehmen Ultium Cells mit LG Energy Solution das Werk in Spring Hill, Tennessee, für die Produktion von LMR-Zellen (lithiummanganreich) umrüsten wird. Die Zellen nimmt der Hersteller für seine kommenden E-Autos ab. Über die Ankündigung berichtete CleanTechnica. Sie ist das bislang konkreteste Zeichen dafür, dass GM nach zwei harten Jahren mit einer Erholung des US-Elektromarkts rechnet.

Es ist zugleich eine Wette auf die Chemie, nicht auf das Volumen. GMs Investitionen in LFP und LMR summieren sich nach Angaben des Unternehmens bis 2030 auf 2.000.000.000 Dollar. Das Werk wird Zellen mit hohem Nickelanteil, LFP- und LMR-Zellen in Pouch- und Prismenformat fertigen.

„Mit der Fertigung mehrerer Chemien, darunter nickelreiche, Lithium-Eisenphosphat- (LFP) und nun auch LMR-Zellen in Pouch- und Prismenformfaktoren, zeigt Ultium Cells, dass es sich schnell anpassen kann, wenn sich Batterietechnologien weiterentwickeln und ein breites Anwendungsspektrum von Elektrofahrzeugen bis zur Energiespeicherung bedienen müssen“, sagte GM laut dem CleanTechnica-Bericht vom 29. September.

Der Zeitpunkt ist wichtig, weil die US-Zahlen schlecht sind. CleanTechnica bezifferte am 30. September den Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge in den USA im ersten Halbjahr 2026 auf 5,9%. In China lag er im August bei 45%, in Europa im Juli bei 26%. Beide Werte nannte dieselbe Quelle. Uruguay hat 50% erreicht, heißt es in einem Bericht von Juan Diego Celemín Mojica, auf den sich CleanTechnica bezog.

Billigere Zellen, weniger Jobs als im alten Plan

LMR besetzt das Feld der günstigen Batterien. Kurt Kelty, GMs Vizepräsident für Batterien und Nachhaltigkeit, sagt, die nickelreichen Batterien des Unternehmens bedienten weiter Märkte, in denen große Reichweite zählt. LMR komme zum Einsatz, wenn Bezahlbarkeit das Hauptziel ist. GM erwartet von der neuen Formel eine bessere Leistung zu niedrigeren Kosten als bei anderen Batterien dieser Preisklasse.

Mangan ist in der Erdkruste reichlich vorhanden und billiger als andere Batteriematerialien. Deshalb haben Ford und andere Forschungsgeld ausgegeben, um es in einer Zelle zum Funktionieren zu bringen. Die Chemie hat bekannte Probleme: kurze Lebensdauer und Spannungsabfall, so CleanTechnica. GM ist nicht das einzige Unternehmen, das daran arbeitet. Die Nachricht ist, dass die Chemie in ein Produktionswerk statt ins Labor geht.

Motor Illustrated berichtete am 29. September, der Plan schaffe 500 Jobs in Tennessee. Für eine Batteriewerk-Ankündigung ist das eine bescheidene Zahl, und sie fällt in einen Staat, der sich zu einem Zentrum der Branche entwickelt hat.

Das föderale Umfeld ist feindlich. Der CleanTechnica-Beitrag vom 29. September merkt an, dass die E-Auto-Verkäufe in den USA einbrachen, nachdem der Kongress die bundesweite Steuergutschrift von 7.500 Dollar für E-Autos gestrichen hatte. GM gehörte zu den Herstellern, die ihre E-Auto-Modellpalette im vergangenen Jahr zurückfuhren. Derselbe Beitrag schreibt, GM habe sich auf stationäre Energiespeicherung mit LFP-Zellen verlegt und LMR über Ultium Cells auf Eis gelegt.

Diese Verlagerung zeigt sich auch an anderer Stelle. WardsAuto berichtete am 29. September, dass GM für seine neuen E-Autos nun recycelte Batteriematerialien verwendet. Hyundai und LG Energy Solution kündigten ein Zweitnutzungskonzept für gebrauchte E-Auto-Batterien an, meldete batteriesnews.com am 29. September. Samsar Upcycled eine E-Auto-Batterie aus seinem 1.000sten Nissan Leaf, wie batteriesnews.com am selben Tag berichtete.

Die Lieferkette liegt weiter woanders

Der US-Vorstoß, Zellen im eigenen Land zu bauen, trifft auf ein Materialproblem. Die BBC berichtete am 29. September, China führe die Welt bei der Fertigung von Natrium-Ionen-Batterien an. Bei Lithium-Ionen sei die Konzentration noch stärker: China dominiert sowohl die Materiallieferkette als auch die Fertigung. Das in San Diego ansässige Unternehmen Unigrid, das einen Natrium-Ionen-Heimspeicher mit neun Kilowattstunden verkauft, nutzt derzeit in China gefertigte Zellen, sagte Mitgründer und Geschäftsführer Darren Tan der BBC.

„Wir haben Anfragen aus Spanien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden“, sagte Tan laut BBC. „Wir haben die ersten 100 Einheiten ausgeliefert und [erwarten] 1.000 vor Ende des Jahres.“

Die Kathode von Unigrid enthält Chrom-3. Professorin Dame Clare Grey von der University of Cambridge, Mitgründerin des Batterieunternehmens Nyobolt, sagte der BBC, unter bestimmten Bedingungen könne Chrom-3 Chrom-6 bilden, ein giftiges, krebserzeugendes Material. Ivana Hasa von der Warwick Manufacturing Group, die keine Verbindung zu Unigrid hat, stimmte zu, dass Chrom-6 bei sehr hohen Ladezuständen entstehen kann. Sie sagte aber, es lasse sich durch Spannungskontrolle begrenzen, und nannte Sicherheitstests zur Zellchemie „sehr vielversprechend“. Tan sagte der BBC, die Bedenken seien „überzogen“, bei Tests durch Dritte sei kein Chrom-6 entstanden.

Auch ältere Lithium-Ionen-Lieferketten geraten unter Druck. Stellantis plant wegen eines Batteriemangels vorübergehende Produktionsstopps in französischen Werken, berichtete Automotive News am 29. September. Der VW-Konzern vertieft die Zusammenarbeit mit Gotion, um billigere E-Auto-Batterien zu bekommen, so Automotive News. Europäische Batterieunternehmen lobbyieren dafür, die Post-Brexit-Zollregeln zwischen Großbritannien und der EU für E-Autos ab 2027 beizubehalten, berichtete die Financial Times am 30. September.

China steht nicht still. China hat sich für 2030 den Beginn der Massenproduktion von Feststoffbatterien zum Ziel gesetzt, so finance.biggo.com. BYD plant sein erstes Auto mit Feststoffbatterie für 2027, wie Tech Edition und InsideEVs berichteten. Mercedes-Benz hat für den nächsten E-Auto-Vorstoß auf ProLogiums Gen4-Feststoffbatterie gesetzt, meldete CarbonCredits.com am 29. September. LG Energy Solution und GM bereiten nach Darstellung der Chosun Ilbo die Massenproduktion der weltweit ersten prismatischen LMR-Batterien vor.

Das Nachfragesignal bei den Rohstoffen ist hässlich. Die Lithiumpreise in China fielen um 25%, aus Sorge über das Wachstum der Batterienachfrage, berichtete The Straits Times am 30. September.

Pickups, Zölle und der Rest der Welt

Toyota bewirbt derweil Haltbarkeit statt Reichweite. Am 30. September berichtete Electrek, Toyota habe auf dem Bentwaters-Flugfeld in Suffolk einen 1.675 lb (760 kg) schweren Wohnwagen aus 30 Fuß Höhe auf das Dach seines elektrischen Hilux fallen lassen. Der Pickup fuhr davon. Der Hilux BEV hat eine wassergekühlte Lithium-Ionen-Batterie mit 59,2 kWh, eine WLTP-Reichweite von bis zu 160 Meilen (257 km), 236 Meilen (380 km) im Stadtzyklus und DC-Schnellladen mit bis zu 125 kW von 10% auf 80% in etwa 30 Minuten. Es ist Toyotas erster elektrischer Pickup und sein erstes E-Auto mit Leiterrahmen, mit zwei Motoren, Allradantrieb, 278 hp (208 kW) und 348 lb-ft (473 Nm).

In Großbritannien ist der Basis-Hilux BEV Icon ab 42.170 Pfund (56.500 Dollar) bestellbar, ohne Mehrwertsteuer, berichtete Electrek.

Die geografische Verteilung der Elektrifizierung ist der Hintergrund für GMs Wette. In Australien sind E-Autos inzwischen bei einem von vier Neuwagenverkäufen dabei, laut CommBank. Indien hat die CAFE-III-Kraftstoffeffizienznormen mitgeteilt, die dreifache Gutschriften für batterieelektrische Fahrzeuge vorsehen, berichtete The Economic Times am 30. September. Marokko bekommt ein Gemeinschaftsunternehmen von Gotion High-Tech und PowerCo im Batteriesektor, meldete Italpress. Südafrikas am stärksten industrialisierte Volkswirtschaft soll eine Anlage für Batteriematerial in einer europäischen E-Auto-Lieferkette im Wert von 3.700.000.000 Dollar beherbergen, berichtete Business Insider Africa am 29. September.

Nichts davon ändert die Rechnung in Tennessee. GM gibt Geld gegen einen Markt aus, der nach dem Ende der Steuergutschrift geschrumpft ist. Das Unternehmen wettet darauf, dass billigere LMR-Zellen die Käufer zurückbringen, wenn die Modellpalette kommt. Die Umrüstung in Spring Hill ist die erste feste Zusage. Ob die Zellen billig genug sind und ob die US-Käufer zurückkehren, steht noch nicht in den Unterlagen.

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Quellen

4
  1. 01GM Really Wasn't Kidding About Those New LMR EV BatteriesEN
  2. 02Is The US Going To End DEAD LAST In Vehicle Electrification?EN
  3. 03Toyota dropped a 1,675 lb caravan on its electric truck, and it drove off unfazed [Video]EN
  4. 04The start-ups hoping to return battery making to the USEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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