GM, VW und ProLogium treiben Batterien voran, Stellantis stoppt französische Werke
General Motors hat am 29. September bestätigt, dass das Ultium-Cells-Werk in Spring Hill, Tennessee, auf lithiummanganreiche Zellen umgestellt wird. In derselben Woche vertiefte Volkswagen seine LFP-Partnerschaft mit Gotion, und Stellantis legte französische Fabriken wegen eines Batterieengpasses still.

General Motors bestätigte am 29. September, dass das Ultium-Cells-Werk in Spring Hill, Tennessee, auf die Produktion von lithiummanganreichen (LMR) Batteriezellen umgerüstet wird. Das berichtet CleanTechnica über die Ankündigung. Die Zellen sollen in die kommenden Elektrofahrzeuge des Unternehmens gehen. Die Investitionen in LFP und LMR sollen bis 2030 zusammen 2.000.000.000 Dollar erreichen.
Das ist das deutlichste Signal dafür, dass GM mit einer Erholung des US-Markts für Elektrofahrzeuge rechnet. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen seine EV-Pläne zurückgefahren, nachdem der Kongress die bundesweite Steuergutschrift von 7.500 Dollar gestrichen hatte. Kurt Kelty, Vizepräsident für Batterien und Nachhaltigkeit bei GM, sagte, Hochnickelbatterien blieben für Märkte im Programm, in denen große Reichweite zählt. LMR ziele dagegen auf Bezahlbarkeit.
Die LMR-Formel nutzt Mangan. Das Element kommt auf der Erde häufig vor und ist billiger als andere Batteriematerialien. CleanTechnica weist darauf hin, dass auch Ford in diese Chemie investiert. Kurze Lebensdauer und Spannungsabfall waren demnach die historischen Probleme. InsideEVs berichtete, dass GM nun bestätigt hat, in welchem Werk die Zellen in Serie gehen. Am selben Tag unterzeichneten die Volkswagen Group, ihre Batterietochter PowerCo SE und der chinesische Hersteller Gotion High-tech eine Vereinbarung zur Industrialisierung der Lithium-Eisen-Phosphat-Produktion in Europa und Nordafrika, wie EVSpecifications meldet.
Volkswagen wird LFP-Batterien für Elektrofahrzeuge des Volumensegments über Joint Ventures mit Gotion fertigen, berichtete InsideEVs. Marokko ist Standort eines Gemeinschaftsunternehmens von Gotion und PowerCo im Batteriesektor, wie Italpress schreibt. Die beiden Ankündigungen ziehen bei der Chemie in entgegengesetzte Richtungen, bei den Kosten aber in dieselbe. LFP verzichtet in der Kathode auf Nickel und Kobalt. Die Chemie gilt oft als langlebig und materialkostengünstig, speichert aber weniger Energie pro Gewichtseinheit als nickelreiche Varianten, wie Drive Smart Tools erklärt. LMR liegt dazwischen: billiger als Hochnickel, leistungsfähiger als die günstigsten Alternativen, so die Darstellung von GM.
ProLogium-Zellen, Stillstände bei Stellantis
Mercedes-Benz und das taiwanische Unternehmen ProLogium unterzeichneten eine Vereinbarung über gemeinsame Tests. Sie gibt dem deutschen Hersteller vorrangigen Zugang zu den Gen4-Feststoffzellen von ProLogium, wie EVSpecifications berichtet. Damit wird eine Partnerschaft vertieft, die seit fast einem Jahrzehnt läuft. EVMagz meldete, dass ProLogium, ein von Mercedes unterstütztes Unternehmen, Feststoffbatterien in die Serienproduktion gebracht hat. Nicht alle bauen aus. Stellantis wird die Produktion in französischen Werken vorübergehend stoppen, weil Zellen für Fahrzeuge mit großer Reichweite fehlen, berichtete EVMagz.
Automotive News brachte dieselbe Geschichte am 29. September, Yahoo Finance UK am selben Tag. Ursache ist ein Engpass bei Zellen für große Reichweiten, kein Einbruch der Nachfrage. Damit ist es eine Geschichte über Lieferketten, nicht über Absatzzahlen.
Die Lithiumpreise in China fielen um 25 Prozent, aus Sorge über das Wachstum der Batterienachfrage, wie The Straits Times am 30. September berichtete. Das passt schlecht zum Vorstoß bei LFP und LMR: Wenn günstigere Chemien skalieren, kann der Bedarf an raffiniertem Lithium pro Fahrzeug sinken, selbst wenn die Zahl der Batteriepacks steigt.
"By producing multiple chemistries, including high-nickel, lithium iron phosphate (LFP), and now LMR, in both pouch and prismatic form factors, Ultium Cells demonstrates its ability to adapt quickly as battery technologies evolve," sagte GM, laut CleanTechnica.
Abseits der Autos meldete die BBC am 29. September, dass das Unternehmen Unigrid aus San Diego einen Natrium-Ionen-Heimspeicher mit neun Kilowattstunden verkauft. Die ersten 100 Einheiten sind ausgeliefert, bis Jahresende erwartet das Unternehmen 1.000. Natrium-Ionen könnten billiger und weniger brandgefährdet sein als Lithium-Ionen und funktionieren bis minus 40 Grad Celsius. Doch China führt bei der Fertigung, und über das Kathodendesign wird gestritten.
Die Batterie von Unigrid enthält Chrom-3 in der Kathode. Prof. Dame Clare Grey von der University of Cambridge, Mitgründerin des Batterieunternehmens Nyobolt, sagte der BBC, unter bestimmten Bedingungen könne Chrom-3 zu Chrom-6 werden, einem giftigen und krebserregenden Stoff. Ivana Hasa von der University of Warwick sagte, die Bildung sei bei sehr hohen Ladezuständen möglich, lasse sich aber durch Spannungskontrolle begrenzen. Die Sicherheitstests zur Zellchemie nannte sie sehr vielversprechend. Unigrid-Chef Darren Tan sagte der BBC, die Sorge wegen der Giftigkeit sei "overblown", und Tests Dritter hätten kein Chrom-6 erzeugen können.
Unterdessen ließ Toyota auf dem Bentwaters airfield in Suffolk einen 1.675 lb (760 kg) schweren Wohnwagen aus 30 Fuß Höhe auf das Dach seines elektrischen Hilux fallen. Der Pickup fuhr danach weg, wie Electrek am 30. September berichtete. Der Hilux BEV hat eine 59,2 kWh große Batterie, 278 PS und eine WLTP-Reichweite von bis zu 160 Meilen. In Großbritannien kostet er ab 42.170 Pfund, vor Mehrwertsteuer.
Der rote Faden: Die Chemie ist inzwischen ebenso eine Kostenentscheidung wie eine Ingenieursfrage. GM setzt auf Mangan, Volkswagen auf Eisen und Phosphat, Mercedes auf Feststoff, Unigrid auf Natrium. Stellantis erinnert daran, dass am Ende jemand die Zellen trotzdem rechtzeitig bauen muss.
Quellen
8- 01GM Really Wasn't Kidding About Those New LMR EV BatteriesEN
- 02Battery Tech - Electric Vehicle News and TrendsEN
- 03Volkswagen, PowerCo and Gotion Expand Partnership; Mercedes-Benz and ProLogium Gen4 testing agreementEN
- 04EVMagz - Electric Vehicle News & Sustainable Mobility UpdatesEN
- 05What Type of Batteries Do Electric Cars Use?EN
- 06The start-ups hoping to return battery making to the USEN
- 07Toyota dropped a 1,675 lb caravan on its EV truck, and it drove off unfazedEN
- 08Is The US Going To End DEAD LAST In Vehicle Electrification?EN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
Kommentare
0- Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.