Guangdong digitalisiert immaterielles Kulturerbe: vom Archiv zum Spiel und Livestream
Die bevölkerungsreichste Provinz Chinas hat das Scannen von Denkmälern längst durch interaktive Erlebnisse und Spiele ersetzt. Jetzt kommt generative KI dazu, und Hochschulen machen daraus einen eigenen Wettbewerb.

Guangdong hat in China sowohl die größten Bestände an immateriellem Kulturerbe als auch eine starke digitale Industrie. Diese Kombination zeigt Wirkung. Am 2. August 2025 stellte die Provinz in Kanton, im Kunstzentrum der Großen Bucht, eine Liste vorbildlicher Lösungen zum Schutz des Erbes vor. Darunter war das Projekt einer Livestream-Plattform, die Streaming mit generativer KI verbindet. Sie soll unter anderem das Blumenporzellan aus Guangzhou, die kantonesische Oper und den Drachentanz bekannter machen. Einen Tag zuvor, am 1. August 2025, brachte das Mobile Game 《逆水寒》 den Yingge-Tanz aus Puning in die Spielwelt. Die typischen Figuren des „chinesischen Kriegstanzes“ wurden in der Bewegung der Spielfiguren eins zu eins nachgebildet.
Drei Etappen
Die Digitalisierung des Erbes in der Provinz verlief in klaren Phasen. Zuerst kamen Digitalisierung und Archivierung: Scannen, Fotografieren, Transkription und Videoaufnahmen. Sie sichern einen Bestand, der selbst immateriell ist und nur in der Praxis lebender Menschen existiert. Zum Maßstab wurde hier der Branchenstandard, den das Ministerium für Kultur und Tourismus 2023 veröffentlichte. Er regelt die Erfassung und Beschreibung digitaler Ressourcen beim Schutz des immateriellen Kulturerbes und war der erste derartige Text in diesem Bereich in China. Guangdong war schneller: Bereits 2021 erließen die Provinzbehörden eigene Regelungen und eine Arbeitsanweisung für Archive des immateriellen Erbes. Darin verpflichteten sie Einrichtungen in der ganzen Region auch zur digitalen Dokumentation. Die zweite Etappe ist Präsentation und Erfahrung: Statt einer Aufzeichnung entstehen interaktive Installationen und Spiele. Die dritte, gegenwärtige Etappe ist die intelligente Verarbeitung und Neuschöpfung. Hier beschreibt ein Modell den Bestand nicht nur, sondern hilft, auf seiner Grundlage neue Inhalte zu schaffen.
Wettbewerb für Gestalter
Diese dritte Etappe hat bereits eine eigene Institution. Im Juni 2026 wurde die Ausschreibung für die zwanzigste Ausgabe des Wettbewerbs China Creative Challenges bekannt gegeben. Dabei entstand ein eigener Weg für lokales immaterielles Erbe, das mit generativer KI bearbeitet wird. Veranstalter sind das Wettbewerbskomitee und die Pädagogische Universität Sichuan. Die Bewerbungsfrist lief bis zum 27. Juli 2026, die Teilnahme war kostenlos, und die Arbeiten gingen direkt in die landesweite Runde. Der Wettbewerb ist eine der größten chinesischen Veranstaltungen im Bereich digitale Kunst und Design und im ministeriellen Bericht über Wettbewerbe für Studierende verzeichnet. Als erster im Land bietet er kostenlosen Urheberrechtsschutz sowie einen Nachweis der Urheberschaft für eingereichte Arbeiten. Sein Partner, eine Marke für die Erforschung des immateriellen Erbes, nennt Kontakte zu über 1300 Gestaltern und Handwerkern. Er arbeitet daran, traditionelle Handwerke in die Sprache zeitgenössischer Inhalte und Produkte zu übertragen.
Guangdong zeigt ein Modell, das in Europa erst entsteht: Immaterielles Erbe behauptet sich nicht durch die Vitrine, sondern durch Präsenz in alltäglichen Formaten, im Livestream, im Spiel und im Wettbewerb für junge Gestalter. Wo das Archiv endet, beginnt die Arbeit mit dem Modell.
Quellen
2Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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