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Die KI-Finanzierung teilt sich in zwei Lager: Megacaps und die Startups, die das Rennen verlieren

Lovable schließt eine Runde bei 6.600.000.000 Dollar ab, mehr als das Dreifache seiner Bewertung vom Juli, während die weltweiten Edtech-Wagniskapitalinvestitionen von 16.700.000.000 Dollar im Jahr 2021 auf unter 3.000.000.000 Dollar im Jahr 2025 gefallen sind.

WirtschaftErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20267 Min. LesezeitQuellen 3
Die KI-Finanzierung teilt sich in zwei Lager: Megacaps und die Startups, die das Rennen verlieren

Die Finanzierungslücke innerhalb der KI wird größer, und zwei Datenpunkte, die Monate auseinander veröffentlicht wurden, zeigen, wie das funktioniert. Im Dezember berichteten Quellen dem Sender CNBC, dass das schwedische Vibe-Coding-Startup Lovable eine Runde bei einer Bewertung von 6.600.000.000 Dollar auflegte. Bis April meldete Rest of World, dass die weltweiten Edtech-Investitionen 2025 auf weniger als 3.000.000.000 Dollar gefallen waren, nach einem Höchststand von 16.700.000.000 Dollar im Jahr 2021.

Beide Geschichten handeln von KI. Nur eine davon handelt von Geld, das ankommt.

Lovable: drei Runden in einem Jahr

Die Runde von Lovable bewertet das Unternehmen mit 6.600.000.000 Dollar, so zwei ungenannte Quellen gegenüber CNBC. Das ist mehr als das Dreifache der 1.800.000.000 Dollar, die es nach Abschluss seiner vorherigen Runde im Juli erreicht hatte. Es ist die dritte Runde des Stockholmer Unternehmens im Jahr 2025 und krönt ein Jahr, in dem Lovable von einem Meilenstein von 1.000.000 Dollar wiederkehrenden Jahresumsatz auf 200.000.000 Dollar ARR kam, wie im November berichtet wurde.

Accel beteiligt sich, sagten beide Quellen, ein Detail, das laut CNBC zuvor nicht berichtet worden war. Accel hatte auch die Juli-Runde gestützt, die 200.000.000 Dollar einbrachte und Creandum, Klarna-Gründer Sebastian Siemiatkowski, ElevenLabs-Gründer Mati Staniszewski und Synthesia-Gründer Victor Riparbelli umfasste. Khosla Ventures ist ebenfalls in der neuen Runde, so eine der Quellen. Lovable, Accel und Khosla Ventures antworteten vor der Veröffentlichung nicht auf CNBCs Bitten um Stellungnahme.

Forbes hatte im November berichtet, die Runde würde Lovable mit rund 6.000.000.000 Dollar bewerten. Das Unternehmen wurde 2023 gegründet, nutzt Modelle von Anbietern wie OpenAI und Anthropic und erklärte im November, dass täglich 100.000 Projekte auf seiner Plattform entstehen. Es eröffnet Büros in Boston und San Francisco.

Lovable ist kein Einzelfall. Anysphere, der Hersteller von Cursor, sammelte im November 2.300.000.000 Dollar bei einer Bewertung von 29.300.000.000 Dollar ein, berichtete CNBC. Replit erreichte im September nach einer Runde von 250.000.000 Dollar eine Bewertung von 3.000.000.000 Dollar, und Vercel schloss eine Runde von 300.000.000 Dollar bei 9.300.000.000 Dollar ab.

Die andere Seite der Bilanz

Edtech erzählt eine andere Geschichte, und es ist keine Geschichte darüber, dass KI versagt. Es ist eine Geschichte darüber, was passiert, wenn eine Kategorie ihre These verliert.

Die weltweiten Edtech-Investitionen erreichten 2021 einen Höchststand von 16.700.000.000 Dollar, als Lockdowns Millionen Kinder aus den Klassenzimmern fernhielten, so Tracxn, eine Bengaluru-Plattform, die Startup-Finanzierungen verfolgt. Bis 2025 war das Wagniskapital auf unter 3.000.000.000 Dollar gefallen. Das meiste Geld stammt laut Tracxns Daten von US-Firmen. Der Gründerpool schrumpfte mit: 645 Unternehmen wurden 2025 gegründet, gegenüber fast 10.500 im Jahr 2020.

HolonIQ, ein Forschungsunternehmen, das Regierungen und Investoren in Bildungsfragen berät, schrieb in einem Beitrag vom 6. Februar, das Kapital habe sich "von Volumen zu Absicht" verschoben. Derselbe Beitrag erklärte, Investoren hätten Geld auf KI-gestützte Produkte konzentriert, auf Plattformen für die Arbeitswelt und auf Betriebswerkzeuge für K-12, die Kostendruck, Personalmangel und Lernunterstützung im großen Maßstab adressieren. Rest of World zitiert diese Analyse in seinem Artikel vom 23. April.

Die Fehlermuster waren nicht mysteriös. Hohe Kundenakquisekosten, lange Vertriebszyklen im institutionellen Geschäft und geringe Bindung, weil die Lernergebnisse unklar blieben, so eine Analyse von Loot Drop, einer Datenbank mit mehr als 1.700 Startup-Schließungen. Byju's, einst das wertvollste Bildungs-Startup der Welt mit 22.000.000.000 Dollar, brach unter einer Finanzkrise und aggressiven Verkaufstaktiken für teure Kurse zusammen. Das nigerianische Startup Edukoya schloss 2025, mit Verweis auf schwache Profitabilität und nachlassende Investorenunterstützung.

Wo Online-Unterricht wirklich notwendig ist, in Afghanistan, wo Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen, oder in Kriegsgebieten, wo Gebäude zerstört sind, füllten gemeinnützige Organisationen wie Khan Academy und lokale Innovatoren die Lücke, nicht risikokapitalfinanzierte Unternehmen.

China zeigt die politische Version desselben Zusammenbruchs. Die "Doppelte Reduktion" der Regierung im Juli 2021 zerschlug den Online-Bildungssektor für K-12 über Nacht. Yuanfudao, einst mit 15.500.000.000 Dollar bewertet und neben Byju's eines von nur zwei globalen Edtech-Decacorns, beendete seine Kerntutoring-Dienste und wandte sich KI-Hardware zu, mit dem Start von "Lernmaschinen". Heute gehört es neben dem Rivalen Zuoyebang zu den sechs größten Anbietern auf Chinas Markt für KI-Lernhardware. Weitere Produkte in diesem Bereich sind KI-gestützte Schreibtischlampen und intelligente Schreibtische.

Loot Drops Fazit, zitiert von Rest of World, ist deutlich: betriebliche Weiterbildung in Unternehmen, Vorbereitung auf Berufszertifizierungen und der Erwerb spezialisierter Fähigkeiten für gut bezahlte Karrieren wirken vielversprechender als allgemeine K-12-Bildung. Die Gewinner, so das Argument, werden branchenspezifische Werkzeuge sein, die sich in bestehende Arbeitsabläufe einfügen, statt Plattformen, die ganze Bildungseinrichtungen ersetzen wollen.

Was die Spaltung tatsächlich misst

Zusammengelesen legen die beiden Geschichten nahe, dass "KI-Startup-Finanzierung" kein einzelner Markt ist. Lovable verkauft ein Werkzeug, das Entwickler und Nicht-Entwickler ausprobieren, teilen und bezahlen können, ohne einen Beschaffungsausschuss. Edtech verkaufte an Schulbezirke und Ministerien, wo ein Verkauf ein Jahr dauern konnte und eine Verlängerung durch einen Lehrplanwechsel verloren gehen konnte.

Dieser Unterschied zeigt sich in den Zahlen. Lovable kam nach eigener Darstellung in weniger als einem Jahr von 1.000.000 Dollar auf 200.000.000 Dollar ARR. Edtech fiel nach Tracxns Zählung in vier Jahren von 16.700.000.000 Dollar jährlicher Investitionen auf unter 3.000.000.000 Dollar.

Er zeigt sich auch darin, wer die Schecks schreibt. Accel stützte Lovable 2025 zweimal und hat Geld in Cursor und in Thinking Machines gesteckt, das KI-Unternehmen des ehemaligen OpenAI-Managers Mira Murati, so CNBC. Das Interesse derselben Firma gilt nicht der Bildung.

Das Risiko, das in keiner Bewertung auftaucht

Es gibt einen dritten Datenpunkt, der in dieses Bild gehört, und er handelt überhaupt nicht von Geld.

Im Juli berichtete The Register, dass MeetingTV, ein Startup für Videokonferenzen und Webinare, Palo Alto Networks wegen eines Bedrohungsberichts verklagt hatte, der von Koi Security veröffentlicht wurde, einem Unternehmen, das Palo Alto übernommen hat. Der Blog, veröffentlicht am 30. Dezember, brachte MeetingTVs Produkt Zoomcorder mit einer chinesischen Wirtschaftsspionage-Operation namens DarkSpectre in Verbindung und erklärte, der Dienst fungiere als "öffentlich sichtbare Front" für die Operation, verleihe ihr "Glaubwürdigkeit" und diene als "Monetarisierungskanal". Die Klage behauptet, Koi habe ein großes Sprachmodell genutzt, um den Bericht zu erstellen, und das System habe Befunde halluziniert, die dann als Tatsache veröffentlicht wurden.

MeetingTV-Gründer und CEO Michael Robertson sagte The Register, Koi habe sein Unternehmen vor der Veröffentlichung nie kontaktiert. Er habe von dem Bericht erst erfahren, als Dienstanbieter begannen, seine Domains zu blockieren und sie als Malware und Command-and-Control-Infrastruktur einzustufen. Anbieter wie Verizon und Palo Alto Networks blockierten das Unternehmen zum Zeitpunkt des Artikels noch, sagte er.

Ein Sprecher von Palo Alto Networks sagte The Register, das Unternehmen kenne die Klage wegen eines Berichts, der von Koi vor der Übernahme veröffentlicht wurde, und lehnte es ab, konkrete Fragen zu den Vorwürfen zu beantworten. Der Sprecher sagte, das Unternehmen sei der Ansicht, Kois Forschung spiegele sein Engagement wider, Bedrohungen zu identifizieren und offenzulegen, und erwarte, dass der Streit im Rechtsweg beigelegt wird.

Die Klage behauptet, Kois Theorie eines einzigen Akteurs habe auf einem erfundenen technischen Angelpunkt beruht: einer Browser-Erweiterung namens "Twitter X Video Downloader", die laut Robertson und der Klageschrift nicht existiert. Der Blog wurde seither stillschweigend bearbeitet, um Verweise auf Zoomcorder zu entfernen, so The Register.

Robertsons Argument, wie von The Register zitiert, dreht sich um faire Verfahren und nicht um KI. Er sagte, der Fall sei wichtig, weil KI-Systeme halluzinieren und ihre Befunde nicht ohne menschliche Prüfung akzeptiert werden sollten, und er listete die Entscheidungen auf, die solche Systeme bald treffen könnten: Steuerstatus, Kreditwürdigkeit, Universitätszulassungen, Immobilienkredite, No-Fly-Listen.

Nichts davon ist eine Finanzierungsgeschichte. Aber es ist die Art von Risiko, die weder in einer ARR-Zahl noch in einer Bewertung auftaucht, und sie sitzt auf demselben Technologie-Stack, für den Investoren derzeit einen Aufpreis zahlen.

Der rote Faden durch alle drei Geschichten ist nicht, dass KI funktioniert oder versagt. Er ist, dass Kapital sich auf Produkte mit kurzen Vertriebszyklen und messbarem Output zubewegt, weg von Kategorien, die institutionelle Käufer brauchen, damit diese ihr Verhalten ändern, und hinein in eine Technologieschicht, deren Fehler noch als Tatsache veröffentlicht werden können.

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Quellen

3
  1. 01Vibe coding startup Lovable's latest funding round values it at $6.6BEN
  2. 02Edtech's pandemic boom is over as K-12 startup funding cratersEN
  3. 03Startup sues Palo Alto Networks' Koi Security, saying an AI-hallucinated report falsely linked it to Chinese espionageEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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