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Oracle sichert sich gegen Verzögerung des Stargate-Rechenzentrums in New Mexico ab

Oracle hat dem Entwickler des Project-Jupiter-Campus eine Mitteilung über höhere Gewalt geschickt. Damit will der Konzern Zahlungen aussetzen können, falls die Anlage nicht bis 2028 in Betrieb geht. Die Investitionsausgaben stiegen auf 28,5 Milliarden Dollar im Quartal.

WirtschaftNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 26. September 20266 Min. LesezeitQuellen 3
Oracle sichert sich gegen Verzögerung des Stargate-Rechenzentrums in New Mexico ab

Oracle hat eine Mitteilung über höhere Gewalt an STACK Infrastructure geschickt, eine Gesellschaft von Blue Owl Capital. Es geht um Project Jupiter, einen Rechenzentrums-Campus in New Mexico. Er entsteht im Rahmen der Stargate-Initiative, die Oracle, OpenAI und SoftBank zu Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump angekündigt hatten. Bloomberg berichtete als Erstes darüber. Oracle will sich nicht aus seiner Rolle als Hauptmieter zurückziehen. Die Mitteilung soll dem Konzern ermöglichen, Zahlungen zu verschieben, falls die Anlage nicht wie geplant bis 2028 in Betrieb geht.

Oracle erklärt, es erwarte keine Verzögerung. „Project Jupiter bleibt im Einklang mit unserem Plan“, sagte ein Vertreter des Unternehmens dem Sender CNBC. Michael Egbert, Sprecher von Oracle, ergänzte, Projekte dieser Größenordnung nutzten solche Mitteilungen routinemäßig. Partner sicherten damit vertragliche Rechte ab. Blue Owl teilte mit, die Mitteilung ändere nichts an den finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem mehrjährigen Projekt.

Die Probleme vor Ort sind nicht nur formaler Natur. Der Campus soll 2,45 GW versorgen. Die Stromversorgung soll aus Brennstoffzellen von Bloom Energy kommen. Eine gesicherte Gaslieferung ist damit Bedingung für den Zeitplan. Die Gaspipeline des Unternehmens Energy Transfer wurde um fast sechs Monate auf den 1. Februar 2027 verschoben. Zuvor hatten die Regulierungsbehörden wiederholt Genehmigungen verweigert. Im August beschrieb Bloomberg die geänderte Trassenführung nach diesen Absagen. Eine separate Umweltgenehmigung für das Brennstoffzellensystem wartet noch auf eine Entscheidung. Das Umweltministerium des Bundesstaates soll sie bis zum 23. November treffen.

Das Ausmaß der Verpflichtungen erklärt die Nervosität der Anleger. Im ersten Quartal gab Oracle 28,5 Milliarden Dollar für Investitionen aus, im Vorjahr waren es 8,5 Milliarden. Das Unternehmen hält an seiner Prognose von 90 bis 95 Milliarden Dollar Investitionen für das Geschäftsjahr 2027 fest. Die Aktie fiel am Donnerstag um etwa 4 Prozent. Der Analyst Rishi Jaluria von RBC Capital Markets schrieb, die Mitteilung über höhere Gewalt „deutet auf eine Änderung der internen Einschätzung des Umsetzungsrisikos hin, die ausreicht, damit das Unternehmen rechtlichen Schutz sucht“.

Man kann das weiter fassen. Laut Bloomberg Economics überstiegen die Investitionen der 50 größten Unternehmen der Welt in Technologien im Jahr 2025 die Marke von 500 Milliarden Dollar. Erstmals in der Geschichte übertrafen sie ihre Barreserven. Im Jahr 2026 leihen sich die Technologieunternehmen daher massiv Geld. Ihre Nettoanleiheemission hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und lag weit vor dem Volumen der Börsengänge.

Die Mitteilung über höhere Gewalt bedeutet nicht die Auflösung des Vertrags. Sie ist ein Instrument aus dem Risikomanagement. Es kann Zahlungen verschieben und die Haftung begrenzen, wenn der Zeitplan nicht eingehalten wird. Für den Markt zählt jedoch das Signal: Der Bau eines so großen Campus hängt von Faktoren ab, die der Mieter nicht beeinflussen kann. Dazu gehören Umweltgenehmigungen und die Termine der Pipeline. Wenn sich der Cloud-Anbieter selbst öffentlich gegen eine Verzögerung absichert, beginnen Anleger das Umsetzungsrisiko zu bewerten und nicht nur den Umfang der Verträge. Das erklärt, warum die Aktie mit einem Kursrückgang reagierte, obwohl sich der angekündigte Zeitplan nicht geändert hat.

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Quellen

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  1. 01甲骨文为数据中心延期风险留后路,发出不可抗力通知ZH
  2. 02Oracle sends force majeure notice on its New Mexico StargateEN
  3. 03专访彭博亚太区首席经济学家舒畅:谁在改写美债定价逻辑?ZH

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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