Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Polen: Second-Hand-Kleidung läuft besser, die Produktion verschwindet

Im Januar 2026 stieg der Umsatz mit Textilien, Bekleidung und Schuhen um 17,6 Prozent, der stärkste Zuwachs aller Kategorien. Gleichzeitig verschwanden rund 500 Bekleidungsunternehmen vom Markt. Der Export ist 48-mal kleiner als der Import.

Mode & DesignAnalyseIngrid BauerVeröffentlicht: 14. September 20266 Min. LesezeitQuellen 4
Polen: Second-Hand-Kleidung läuft besser, die Produktion verschwindet

Der polnische Modemarkt hat zwei Gesichter. Das erste ist die Nachfrage. Nach Daten des Statistikamts GUS, die Retailnet veröffentlichte, stieg der Einzelhandelsumsatz zu konstanten Preisen im Januar 2026 um 4,4 Prozent im Vorjahresvergleich. Am stärksten wuchs die Kategorie „Textilien, Bekleidung, Schuhe“ mit 17,6 Prozent. Der Online-Umsatz lag im selben Monat 10,9 Prozent über dem Vorjahr. Im März 2026 wuchs der Einzelhandelsumsatz um 8,7 Prozent, die Bekleidungskategorie um 13,6 Prozent. Der gesamte Markt legte im ersten Quartal um 4,8 Prozent zu. Kleidung und Schuhe verkaufen sich also schneller als die Wirtschaft.

Second Hand ist nicht mehr peinlich

Das zweite Gesicht ist die Angebotsstruktur. Am schnellsten wächst das Segment der gebrauchten Ware. Forbes beschrieb zwei Studenten aus Kalisz, Gabriel und Filip, die mit Kleidung aus Second-Hand-Läden handeln. Sie verdienen pro Person bis zu 10.000 Zloty im Monat. Auf dem Höhepunkt boten sie bis zu 300 Kleidungsstücke pro Monat an. Den Liefertag nennen sie einen Kampf um die Ware. Luxuriöses Second Hand ist keine Nische mehr. Wie Forbes schreibt, greifen Menschen zu Markenkleidung aus zweiter Hand, die sich neue Sachen leisten können, darunter die Regisseurin Malgorzata Szumowska und die Schauspielerin Joanna Jablczynska. 300Gospodarka vermerkt zugleich, dass seit Anfang 2025 die getrennte Sammlung von Textilabfällen gilt. Getragene Kleidung darf nicht in den Restmüll. Gute Stücke kann man in karitative Container geben oder verkaufen.

Die Produktion bleibt zurück

Das dritte Gesicht ist die Herstellung, und es wird immer blasser. Wie Forbes in einem Bericht vom 18. Mai 2026 mitteilte, verschwanden allein im Jahr 2024 rund 500 Bekleidungsunternehmen vom polnischen Markt, darunter die Marken Top Secret und Femi Stories. Polen exportiert Kleidung für etwa 1.200.000.000 Zloty pro Jahr und importiert sie für 58.000.000.000. Nach der Zahl der Bekleidungsunternehmen ist das Land die viertgrößte Volkswirtschaft Europas. In der Praxis ist es ein Absatzmarkt geworden, vor allem für chinesische Hersteller.

Was daraus folgt

Ein Land, in dem die Verbraucher immer mehr kaufen und immer weniger nähen, reagiert besonders empfindlich auf EU-Regeln. Das Verbot der Vernichtung unverkaufter Kleidung und die Pflichten zum Ökodesign treffen Importeure und Handelsketten, nicht die heimische Produktion, die es kaum noch gibt. Der wachsende Second-Hand-Markt schafft zugleich einen neuen Beruf. Das Zusammenstellen, Fotografieren, Beschreiben und Versenden gebrauchter Kleidung ist heute normale Arbeit, kein Hobby.

Kommentare 0

Quellen

4
  1. 01GUS: tekstylia, odzież i obuwie liderem wzrostu sprzedaży detalicznej (Retailnet)PL
  2. 02Vinted zmieniło ich życie. Dwóch studentów z Kalisza podbija rynek używanej odzieży (Forbes Polska)PL
  3. 03Luksusowe ubrania z drugiej ręki podbijają Polskę (Forbes Polska)PL
  4. 04Branża fashion w pułapce. Polska stała się rynkiem zbytu, nie producentem (Forbes Polska)PL

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Ingrid Bauer

Ingrid Bauer

Kultur, Küche und Lebensstil

Ingrid Bauer schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Archivdokumente, historische Kochbücher und Gespräche mit Zeitzeugen. Bei Rezepten und Ernährungsratgebern prüft sie Zutatenlisten, Nährwertangaben und Herkunftsbezeichnungen gegen offizielle Register. Für ihre Kulturbeiträge vergleicht sie Spielpläne, Ausstellungskataloge und Marktpreise und wartet auf die Saisonberichte der Landwirtschaftskammern. Ihr eigenes Brot backt sie im Holzofen, kauft auf Wochenmärkten und sammelt alte Kochbücher, was ihre Geschichten über regionale Küche und Handwerk prägt. Sie veröffentlicht keine unbelegten Zahlen und keine Rezepte ohne getestete Mengenangaben.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.