Vertikale Landwirtschaft in China: Salat reift in 35 Tagen, 800 Tonnen Gemüse pro Jahr
Bei Nanjing wachsen die Pflanzen auf sechs Ebenen, Salat ist nach 35 statt 60 Tagen erntereif. In Hebei läuft die erste Phase einer Gemüseanlage mit 800 Tonnen Jahreskapazität.

In Nanjing, Provinz Jiangsu, steht die größte Anlage der Region für Pflanzenanbau. Der Kanal Lishui Fabu beschrieb sie im April 2026 auf dem Portal NetEase. Die Halle ist 1100 Quadratmeter groß, die Kulturen wachsen auf sechs Ebenen und bilden eine „grüne Produktionshalle“. Der betreuende Agraringenieur Xu Guijun von der Firma Shenneng Nanjing Energy Holding erklärt den Unterschied: „Auf dem Feld braucht Salat normalerweise 60 Tage, bei uns kommt er nach 35 Tagen auf den Markt.“ Der Zyklus ist damit fast 20 Tage kürzer. Möglich wird das durch die genaue Steuerung von Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Die Zahlen sind eindeutig. Beim Salat liegt die Verwertung über 95 Prozent, im Feldanbau bei 60 bis 70 Prozent. Der Ertrag pro Fläche ist mehr als 50 Mal höher als auf dem Feld, bei einem Fünftel des Arbeitsaufwands. Derzeit liefert die Anlage etwa 100 kg Salat pro Tag, bei voller Leistung sollen es 240 kg sein. Neben dem Gemüse wachsen dort 12 Sorten Hornveilchen. Von der Jungpflanze bis zur Blüte vergehen etwa zwei Monate, die Blüte dauert bis zu vier Monate, eine Pflanze bringt über 200 Blüten. Die Tagesproduktion liegt über 100 000 Stück. Täglich gehen rund 3000 Blüten auf den Weg, in der Spitze sogar 15 000, vor allem an Hotels in Shanghai und in den umliegenden Städten.
Photovoltaik auf dem Dach, Gemüse unter dem Dach
Auffällig ist die Energiebilanz. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt über 24 Mio. kWh pro Jahr, die gesamte Anlage verbraucht nur 300 bis 400 Tsd. kWh. Auf dem Dach entsteht also Strom, darunter Nahrung. Der Überschuss lässt sich verkaufen oder anders nutzen.
Hebei: 800 Tonnen pro Jahr aus einer Halle mit Luftfolie
Das zweite Beispiel stammt aus der chinesischen Branchenzeitschrift Gewächshausgartenbau. Im Kreis Dachang in Langfang, Provinz Hebei, ist die erste Phase der Gemüseanlage Yuanhang Guoxin mit einer Produktionskapazität von 800 Tonnen pro Jahr angelaufen. Die Konstruktion beruht auf einer „Luftfolie“, einer Halle also, die der Luftdruck hält. Die Zeitschrift nennt zugleich die Preise: In der ersten Septemberwoche 2026, vom 31. August bis 6. September, lag der Durchschnittspreis von 28 wichtigen Gemüsesorten beim Erzeuger bei 2,32 Yuan pro Kilogramm. Das sind 0,87 Prozent mehr als eine Woche zuvor und 19,44 Prozent weniger als im Vorjahr.
Wozu das alles
Vertikale Landwirtschaft konkurriert nicht über die Kosten mit dem Feld, sondern über die Vorhersagbarkeit. Ein Hektar Halle bringt den Ertrag von mehreren Dutzend Hektar, der Zyklus ist kürzer, und die Lieferung in die Stadt zählt in Stunden. Für frisches Blattgemüse, Kräuter und essbare Blüten ist das ein stärkeres Argument als der Preis. Ein Problem bleibt die Energierechnung: Auch wenn die Anlage einen Überschuss aus der Photovoltaik hat, sind die LED-Leuchten auf sechs Ebenen ein fester Kostenposten, den die Sonne nicht ersetzt.
Quellen
2Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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