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UNEP: Weltweit landen täglich über eine Milliarde Mahlzeiten im Müll

2022 wurden 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen, 132 Kilogramm pro Kopf. Verluste und Verschwendung verursachen 8 bis 10 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen und kosten rund eine Billion Dollar.

KücheErklärtClara LindnerVeröffentlicht: 19. September 20265 Min. LesezeitQuellen 3
UNEP: Weltweit landen täglich über eine Milliarde Mahlzeiten im Müll

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat im Food Waste Index Report 2024 das globale Ausmaß des Problems geschätzt. Den Bericht hat UNEP gemeinsam mit der britischen Organisation WRAP erstellt. Im Jahr 2022 fielen 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfälle an, einschließlich der nicht essbaren Teile. Das sind 132 Kilogramm pro Erdenbürger und knapp ein Fünftel aller Lebensmittel, die Verbrauchern zur Verfügung stehen.

Die Abfälle verteilen sich auf drei Bereiche: 60 Prozent entstehen in Privathaushalten, 28 Prozent in der Gastronomie und 12 Prozent im Einzelhandel. Die Autoren betonen, dass dies kein Problem allein der reichen Länder ist. Der Unterschied beim durchschnittlichen Umfang der Haushaltsabfälle zwischen Ländern mit hohem, oberem mittlerem und unterem mittlerem Einkommen beträgt nur 7 Kilogramm pro Kopf.

Klimafolgen und Kosten

Lebensmittelverluste und -verschwendung verursachen 8 bis 10 Prozent der jährlichen globalen Treibhausgasemissionen, fast fünfmal so viel wie der gesamte Luftverkehr. Sie gehen mit einem erheblichen Verlust an biologischer Vielfalt einher und beanspruchen eine Fläche, die fast einem Drittel der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche entspricht. Die Kosten für die Weltwirtschaft schätzen die Autoren auf etwa eine Billion Dollar.

Wer misst, reduziert

Der Bericht zählt nicht nur, er zeigt auch, was wirkt. Bis 2022 hatten lediglich 21 Länder die Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung in ihre nationalen Klimapläne (NDC) aufgenommen. Nur vier G20-Länder, nämlich Australien, Japan, Großbritannien und die USA, sowie die Europäische Union haben Schätzungen, mit denen sich der Fortschritt beim Ziel 12.3 für nachhaltige Entwicklung verfolgen lässt. Dieses Ziel sieht vor, die Verschwendung auf Ebene des Handels und der Verbraucher bis 2030 zu halbieren. Kanada und Saudi-Arabien haben entsprechende Daten für Privathaushalte.

Wirkung zeigt sich dort, wo Politik und Partnerschaften eingeführt wurden. Japan verzeichnete eine Reduzierung um 31 Prozent, Großbritannien um 18 Prozent. Britische öffentlich-private Partnerschaften halfen zwischen 2007 und 2018, mehr als ein Viertel der Lebensmittelabfälle pro Kopf zu senken. UNEP nennt ähnliche Programme in Australien, Indonesien, Mexiko und der Republik Südafrika.

Die institutionelle Grundlage

Messen ist die Voraussetzung für Handeln. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) betreibt seit Dezember 2015 die Technische Plattform zur Messung und Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung. Eingerichtet hat sie die FAO gemeinsam mit dem Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) auf Empfehlung der G20-Landwirtschaftsminister. Die Plattform ist Mitbegründerin der Koalition Food is Never Waste, die von FAO und UNEP getragen wird, und arbeitet auf das Ziel 12.3 hin. Ohne Daten gibt es keine Politik, und ohne Politik gibt es keine Reduzierung. Das ist die zentrale These beider Institutionen.

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Quellen

3
  1. 01UNEP Food Waste Index Report 2024EN
  2. 02World squanders over 1 billion meals a day — UN reportEN
  3. 03FAO: Technical Platform on the Measurement and Reduction of Food Loss and WasteEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Clara Lindner

Clara Lindner

Kultur, Küche und Lebensstil

Clara Lindner schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und arbeitet dabei vor allem mit Primärquellen, Archiven und eigenen Vor-Ort-Besuchen. Bei Küchengeschichten prüft sie Rezeptangaben gegen historische Kochbücher und vergleicht Mengen- und Zeitangaben mehrerer Ausgaben. Für Kultur- und Geschichtstexte spricht sie mit Kuratoren, Designern und Gastronomen und wartet auf Festivalprogramme sowie Ausstellungskalender, um Termine und Werklisten abzugleichen. Ihre Festivalmarathons, Independent-Kino und Filmarchive nutzt sie, um film- und kulturgeschichtliche Bezüge in ihren Stücken zu prüfen. Sie veröffentlicht keine Angaben, die sie nicht selbst nachrecherchiert hat.

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