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Zeekr setzt Dutzende Walker S1 in Ningbo ein, Roboterbestand erreicht 5,08 Millionen

In Geelys 5G-Smart-Factory von Zeekr in Ningbo arbeiten Dutzende humanoide Roboter vom Typ UBTECH Walker S1 an gemeinsamen Montageaufgaben, berichtete die Beijing Post am 1. Oktober. In derselben Woche bezifferten neue Branchendaten den weltweiten Bestand an Industrierobotern auf den Rekordwert von 5,08 Millionen Einheiten.

TechnologieNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 30. September 20264 Min. LesezeitQuellen 6
Zeekr setzt Dutzende Walker S1 in Ningbo ein, Roboterbestand erreicht 5,08 Millionen

Die Roboter sortieren Material, bewegen Kartons und handhaben empfindliche Fahrzeugteile, berichtete die Beijing Post am 1. Oktober. Der Bericht bezeichnet dies als erstes reales Fabrikumfeld, in dem mehrere humanoide Roboter darauf trainiert wurden, über verschiedene Aufgaben und Zonen hinweg zusammenzuarbeiten.

UBTECH steuert die Flotte über ein zweistufiges System: ein zentrales "Superhirn", das Arbeit zuteilt, und "Minihirne" in jedem Roboter, die Wahrnehmung und Griffsteuerung in Echtzeit übernehmen. Jiao Jichao, Vizepräsident von UBTECH, sagte der Zeitung, das System habe bereits "Hunderte Millionen" Datenpunkte aus industriellen Szenarien erzeugt. Mit ihnen trainiert das Unternehmen die Roboter für neue Aufgaben nach. UBTECH hat bestehende Vereinbarungen mit BYD, BAIC und dem Logistiker SF Express, und Jiao zufolge sind weitere Fertigungspartnerschaften geplant. Der Bericht stammt allerdings aus einem Medium, das seine eigenen Texte als KI-generiert kennzeichnet. Die Angaben zum Einsatz sind daher mit Vorsicht zu behandeln, solange sie nicht unabhängig bestätigt sind.

Diese Vorsicht ist angebracht, denn die größeren Zahlen weisen in die andere Richtung.

Die International Federation of Robotics teilte in ihrem jährlichen World Robotics Report mit, dass der weltweite Bestand an betriebenen Industrierobotern im vergangenen Jahr um 9 Prozent auf rund 5.080.000 Einheiten gestiegen ist. Der Report erschien am vergangenen Donnerstag und wurde am 29. September von Euronews aufgegriffen. Die jährlichen Installationen kletterten um 11 Prozent auf 603.000 und überschritten erstmals die Marke von 600.000. China installierte 354.000 Einheiten, ein Plus von 20 Prozent, und kommt damit auf 59 Prozent aller weltweiten Installationen. Die USA überholten Japan als zweitgrößten Markt mit fast 38.500 Installationen, ein Plus von 12 Prozent.

Humanoide sind neben diesen Zahlen ein Rundungsfehler. Die IFR zählte im vergangenen Jahr weltweit rund 7.000 verkaufte humanoide Einheiten für industrielle und professionelle Nutzung. Es war das erste Mal, dass sie diese Kategorie erfasst. Viele davon seien gekauft worden, um Trainingsdaten zu erzeugen, nicht um zu arbeiten, erklärte die IFR. Automobilhersteller in Pilotprojekten betreiben in der Regel weniger als zehn Maschinen. Die Bank of America prognostiziert für dieses Jahr 90.000 ausgelieferte Humanoide und 1.200.000 bis 2030. Der derzeitige installierte Bestand stützt diese Vorhersage noch nicht.

Die Finanzstimmung hat sich parallel abgekühlt. Boston Dynamics, das Hyundai gehört, wird im kommenden Jahr wahrscheinlich keinen Börsengang anstreben. Sein humanoider Roboter Atlas wurde nicht in großem Maßstab eingesetzt, und das Unternehmen bleibt unrentabel, sagte ein hochrangiger Hyundai-Manager diesen Monat laut Euronews. In China haben Aufsichtsbehörden Berichten zufolge mit informellen Hinweisen Humanoide-Börsengänge gebremst. Zuvor waren Unitrees Aktien bei ihrem Debüt in Shanghai am 19. August um mehr als das Fünffache gestiegen und dann um 55 Prozent von ihrem Höchststand gefallen. Elon Musk sagte Investoren in der Telefonkonferenz zu Teslas Quartalszahlen für das zweite Quartal, Optimus werde "das am schwersten zu fertigende Produkt, das wir je bei Tesla gebaut haben, weil alles am Roboter neu ist". Er fügte hinzu: "Es gibt keine Lieferkette."

Beratungsunternehmen ziehen dieselbe Grenze. Ein Bericht des in Brüssel ansässigen Arthur D. Little aus diesem Jahr beziffert den breiteren Markt für physische KI auf rund 18.000.000.000 Dollar. Humanoide machen davon nur 2.000.000.000 bis 3.000.000.000 Dollar aus. Für 2030 prognostiziert der Bericht 60.000.000.000 bis 100.000.000.000 Dollar. "Humanoide Roboter werden Aufmerksamkeit erregen; spezialisierte physische KI wird Wert erzeugen", heißt es in dem Bericht. Er warnt davor, dass viele Vorführungen humanoider Roboter "gefälscht, KI-generiert oder stark inszeniert" seien.

Wohin das Geld tatsächlich fließt, ist weniger glamourös und besser messbar.

Innodata, das 1988 gegründete Unternehmen für Datenengineering aus New Jersey, eröffnete am 30. September ein Motion-Capture-Labor, wie The Robot Report berichtete. Dort entstehen Trainingsdaten für Humanoide, Industrieroboter und andere Systeme physischer KI. Die Einrichtung nutzt optische Infrarot-Tracking-Kameras von Vicon, die Bewegungen mit einer Genauigkeit im Submillimeterbereich messen. Innodata erklärt, es erfasse 3D-Daten direkt von Körpern, statt Bewegung aus 2D-Video abzuleiten. Franklin Tanner, Vizepräsident des Unternehmens für Robotik und physische KI, sagte der Zeitung, Roboterdaten müssten "eine Interaktion nach der anderen" gesammelt werden. Ein Roboter mit fast 200 Pfund Gewicht brauche präzise Messwerte, keine ungefähren. Tanner benannte auch eine Lücke: "Wir haben derzeit keine Trainingsdaten, bei denen Menschen und Roboter interagieren."

Latenz ist der andere Engpass, der Aufmerksamkeit erhält. Am 30. September stellte MindOn Mind-1 vor, ein Modell für physische KI. Nach Angaben des Unternehmens senkt es die Inferenzlatenz von Robotern von 82 ms auf 32 ms. MindOn stellt das als Unterschied zwischen einer funktionierenden Demo und einem einsatzfähigen System dar. Bei einer Endeffektor-Geschwindigkeit von 3 m/s entsprechen 10 ms Latenz etwa 3 cm Wegstrecke, so das Unternehmen. Das reicht, um präzises Greifen oder Einfügen zu beeinflussen.

Es gibt ein Gegenargument zur ganzen Humanoiden-Rahmung. Destro AI trat am 30. September aus dem Stealth-Modus hervor, mit einer 8-Millionen-Dollar-Seed-Runde unter Führung von Base10 Partners und Bonfire Ventures. Das Unternehmen wirbt mit einer Intelligenzschicht, die Roboter und menschliche Lagerbeschäftigte koordiniert, statt mit einem Roboterkörper. Yusen Logistics half, das Produkt auf Cross-Dock-Abläufe auszurichten. Das Pilotprojekt wächst von drei kartonschiebenden Robotern auf 26, mit einem zweiten Pilotprojekt mit 17 Robotern in Südkalifornien. Gründer Manthan Pawar sagte TechCrunch, sein Vorteil sei, überhaupt kein Robotikunternehmen zu sein.

Bei aller Aktivität sprechen die Zahlen weiter für die langweiligen Maschinen. Fünf Millionen Industrieroboter sind im Einsatz. Ein paar Tausend Humanoide lernen, größtenteils, noch.

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Quellen

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  1. 01Humanoid Robots Revolutionize Manufacturing at Geely's Zeekr Factory in ChinaEN
  2. 02Five million robots now work in factories as humanoid hype faces reality checkEN
  3. 03Five million robots now work in factories as humanoid hype faces reality checkEN
  4. 04Innodata opens motion-capture lab to help humanoids move more like peopleEN
  5. 05Mind-1: Cutting robot inference latency from 82ms to 32msEN
  6. 06Destro AI's secret sauce is getting robots and humans on the same pageEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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