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European Sleeper startet im April 2028 einen Nachtzug von Brüssel nach Malmö

European Sleeper fährt ab April 2028 seinen ersten Nachtzug nach Skandinavien: von Brüssel und Amsterdam nach Kopenhagen und Malmö. Der niederländisch-belgische Betreiber kündigte drei Abfahrten pro Woche und Richtung an. Die Züge fahren gegen 19 Uhr ab und kommen am nächsten Morgen gegen 10 Uhr an.

ReisenErklärtSven AlbrechtVeröffentlicht: 29. September 20266 Min. LesezeitQuellen 5
European Sleeper startet im April 2028 einen Nachtzug von Brüssel nach Malmö

Die neue Strecke ist der erste direkte Nachtzug des Betreibers nach Skandinavien. Betrieben wird sie gemeinsam mit der deutschen Bahngesellschaft RDC. Nach Angaben von nomadlawyer.org, die die Einzelheiten am 1. Oktober veröffentlichten, verbindet der Zug Brüssel-Süd, Antwerpen, Rotterdam, Den Haag, Amsterdam, Kopenhagen und Malmö.

Nach Malmö geht es montags, mittwochs und freitags, zurück nach Brüssel dienstags, donnerstags und sonntags. Die Zeiten liegen in beiden Richtungen bei etwa 19 Uhr ab und etwa 10 Uhr an. Dieser Fahrplan richtet sich an Menschen, die die Grenzübergänge verschlafen und fertig für ein Treffen ankommen wollen, statt um 4 Uhr morgens am Flughafen zu stehen.

Das Unternehmen verkauft den Service in drei Hauptklassen, eine vierte wird diskutiert. Die Budget Class ist ein Sitzabteil. Die Classic Class sind Vierer- und Sechserliegewagen mit gemeinsamen Waschräumen und Morgenkaffee. Die Comfort Class ist eine private Schlafkabine für ein bis drei Personen mit Waschbecken, Steckdosen und Frühstück. Eine vorgeschlagene Premium En-Suite Kabine mit Doppelbetten sowie eigener Dusche und Toilette wird laut nomadlawyer.org noch geprüft.

Dieses letzte Detail ist wichtig dafür, wie die Strecke beworben wird. Travelling For Business, die ebenfalls über den Plan berichteten, beschrieben die Premium-Wagen als "extra luxuriöse" Schlafwagen mit Doppelbetten und eigenem Bad und erklärten, es liefen Gespräche. Bestätigt ist das nicht. Es wird geprüft.

Warum Malmö und nicht Stockholm

Malmö Central ist in diesem Plan das skandinavische Tor, nicht Stockholm. Von Malmö fahren Öresundståg-Züge über die Öresundbrücke zum Flughafen Kopenhagen, und SJ-Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ X2000 fahren nach Norden nach Göteborg und Stockholm. Brüssel-Süd bietet am anderen Ende laut dem zusammen mit der Ankündigung veröffentlichten Logistikleitfaden einen 80-minütigen Eurostar-Anschluss zum London St Pancras International und eine 85-minütige Verbindung zum Paris-Nord.

Der Betreiber erklärt, Tickets seien in der Regel 90 bis 180 Tage vor der Reise buchbar. Wer eine Reise im April 2028 plant, sollte also nicht damit rechnen, noch in diesem Monat buchen zu können.

European Sleeper wächst derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Das Unternehmen betreibt bereits einen dreimal wöchentlich verkehrenden Nachtzug von Brüssel nach Mailand über Aachen und Köln in Deutschland, Lugano in der Schweiz und die Region am Comer See in Norditalien. Haltestellen in Antwerpen in Belgien sowie Breda und Eindhoven in den Niederlanden werden dieser Route hinzugefügt. Eine Verbindung von Brüssel nach Barcelona über Paris als Umfahrung, Perpignan und Barcelona ist für einen Start Mitte 2028 angepeilt.

Das sind drei Korridore, zwei davon noch nicht in Betrieb, bei einem Unternehmen, das 2023 an den Start ging. Travelling For Business merkten an, die nordische Ankündigung folge auf den Start der Strecke Brüssel–Mailand zu Beginn dieses Monats.

Die Datenseite des Angebots

Nachhaltigkeit gehört zum Verkaufsargument, und daran hängt ein Messaspekt. Die digitale Transitplattform Squake integriert das Green Travel Data System der britischen Rail Delivery Group in ihr Rail Emission Model. Dieses berechnet den CO2-Ausstoß von Bahnhof zu Bahnhof für europäische Bahnreisen und speist Emissionswerte in den Datenhub Travalyst ein. Damit sollen Reisemanager in Unternehmen und Fahrgäste einen Nachtzug mit einem Kurzstreckenflug anhand von Zahlen vergleichen können, nicht anhand von Adjektiven.

Unabhängige Bahndaten vermitteln einen Eindruck vom Umfang. EuroTrekker, die ihre Zahlen am 1. Oktober aktualisierten, zählen 2.229 Nachtzugstrecken und 85 Bahnbetreiber in 31 Ländern und führen Brüssel mit 183 direkten abgehenden Verbindungen auf Platz 11 in Europa. In ihrer Liste der längsten von einem Betreiber bedienten Fahrten stehen Malmö–Innsbruck mit 934 km und 23 Stunden 5 Minuten sowie Dresden–Stockholm mit 960 km und 18 Stunden 47 Minuten.

Das sind bestehende Verbindungen. Die neue Strecke von European Sleeper würde daneben bestehen und sie nicht ersetzen, und sie wäre die erste, die dieser Betreiber in die Region führt.

Was noch nicht feststeht

Mehrere Punkte der Ankündigung sind Pläne und keine Fakten. Die Premium En-Suite Kabinen werden geprüft. Der Service Brüssel–Barcelona wird für Mitte 2028 erwartet, ein Ziel und kein Fahrplan. Die Erweiterung der Strecke Brüssel–Mailand um Antwerpen, Breda und Eindhoven wird von Travelling For Business als Zusatz ab Dezember beschrieben, doch ein genaues Startdatum steht im verfügbaren Material nicht fest.

Zwischen den beiden Darstellungen der Nachricht klafft zudem eine Lücke. Nomadlawyer.org rahmen den Start im April 2028 und die Struktur mit drei Klassen ein, wobei die Premium-Kategorie ein Vorschlag bleibt. Travelling For Business schreiben etwa zur selben Zeit, der Betreiber habe die Klassen Budget, Classic und Comfort bestätigt und die Gespräche über die Luxuswagen liefen. Beide stimmen bei Strecke, Frequenz, Zeiten, der Partnerschaft mit RDC und dem Datum April 2028 überein. Es gibt keinen Widerspruch zwischen ihnen, aber nur eine der beiden Quellen verwendet das Wort bestätigt.

Was keine der beiden Quellen liefert, ist ein Preis. Für keine der vier Klassen erscheint im Material ein Fahrpreis, und auch keine Kapazitätsangabe für den Zug selbst. European Sleeper hat zudem nicht gesagt, wie viele Wagen fahren sollen oder ob die drei Abfahrten pro Woche eine feste Zusage oder ein Ausgangspunkt sind.

Hintergrund: die breitere Wiederbelebung des Nachtzugs

Nachtzüge kehren nach Jahrzehnten der Kürzungen in die europäischen Fahrpläne zurück, und das Muster ist inzwischen vertraut: Betreiber kündigen Strecken Jahre im Voraus an und verbringen die Zwischenzeit damit, den Zugang zu Gleisen, Trassen und Fahrzeugen in mehreren nationalen Netzen auszuhandeln. Ein grenzüberschreitender Nachtzug von Brüssel nach Malmö berührt vier Länder, das bedeutet vier Sätze Infrastrukturgebühren und vier Regelwerke dazu, wer was fahren darf.

Deshalb liegt April 2028 so weit entfernt. Deshalb braucht ein Unternehmen wie European Sleeper, das als Open-Access-Anbieter und nicht als Staatsbahn fährt, Partner. RDC, die in der Ankündigung genannte deutsche Bahngesellschaft, ist hier dieser Partner.

Für Reisende sind die praktischen Fragen einfacher. Fährt der Zug pünktlich, sind die Betten bequem, und kostet das Ticket weniger als ein Flug. Die ersten beiden Punkte sind Technik und Betrieb. Der dritte ist eine kommerzielle Entscheidung, die nicht öffentlich gemacht wurde.

Hinzu kommt die Frage, mit wem der Service konkurriert. Der Korridor Brüssel–Kopenhagen und Malmö wird von Tagzügen und Flügen bedient, und ein Nachtzug, der um 10 Uhr ankommt, konkurriert mit der ersten Morgenverbindung und nicht mit dem gesamten Tagesplan. Das Versprechen lautet, dass man keinen Arbeitstag verliert. Ob das hält, hängt davon ab, ob der Fahrplan hält.

Startup Nights, ein Schweizer Startup-Event, gehört nicht zu dieser Geschichte. Es taucht in derselben Quellensammlung auf und hat nichts mit der Bahnankündigung zu tun.

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Quellen

5
  1. 01European Sleeper Nordic Night Train 2028EN
  2. 02European Sleeper Heads North: Night Train Operator Announces First Route to the Nordic RegionEN
  3. 03European Rail Network — By the NumbersEN
  4. 04Startup Nights 2026 is comming up on 5-6 Nov. in SwitzerlandEN
  5. 05Once Campfire in Rust: one binary, the Rails app's data, 19–44× fasterEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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