Gesichtsscanner-Pilot der britischen Bahnpolizei kostete 320.000 Pfund und brachte niemanden
Die British Transport Police gab mehr als 320.000 Pfund aus, um in sechs Monaten über 500.000 Gesichter an Londoner Bahnhöfen zu scannen. Dabei kam genau ein Alarm heraus: ein Fehlalarm.

Die Zahlen stammen aus Freedom-of-Information-Anträgen der Bürgerrechtsgruppe Liberty Investigates, über die der Guardian berichtete. Sie betreffen einen Pilotversuch an Bahnhöfen von Network Rail. The Register schrieb am 30. September, die Einsätze hätten fast 100 Stunden Polizeizeit verbraucht.
Die BTP hat nicht aufgehört. Der Versuch läuft nun bis November und hat sich von den Hauptstrecken auf die London Underground verlagert.
Das System nutzt die Technik NeoFace M40 von NEC. Kameras erfassen Menschen, die einen festgelegten Bereich durchqueren, und gleichen ihre Gesichter mit einer Fahndungsliste der Polizei ab. Meldet die Software einen Kandidaten, prüft ein Beamter den Alarm, bevor er entscheidet, ob die Person angehalten wird. Die BTP erklärt, sie könne Menschen, die nicht auf einer Liste stehen, nicht identifizieren, und die biometrischen Daten aller anderen würden sofort gelöscht. Die Einsätze seien nachrichtendienstlich gesteuert und richteten sich auf Brennpunkte, an denen nach Einschätzung der Beamten wahrscheinlich "Straftäter mit hohem Schadenspotenzial" vorbeikommen.
Was die Aktivisten sagen
Jasleen Chaggar, leitende Juristin und Politikreferentin bei Big Brother Watch, sagte dem Register, die Zahlen wären komisch, wenn die Folgen nicht ernster wären. "Es ist nicht fair, unschuldige Menschen auf ihrem Arbeitsweg entwürdigenden Identitätskontrollen auszusetzen, aber es ist noch empörender, fast 100 Stunden Polizeizeit und 320.000 Pfund Steuergeld zu verschwenden, wenn dabei so dürftige Ergebnisse herauskommen", sagte sie.
Tausende Menschen lassen ihre höchst sensiblen Gesichtsdaten in öffentlichen Räumen verarbeiten, während sie ihrem Alltag nachgehen, manchmal ohne es zu wissen.
Dieses zweite Zitat stammt von Sarah Simms, leitende Politikreferentin bei Privacy International. Auch sie sagte dem Register, das Ergebnis untergrabe die Behauptung, Live-Gesichtserkennung sei eine gezielte Maßnahme. Sie verwies auf das Fehlen einer eigens für diese Technik geschriebenen Gesetzgebung. Konkrete Regeln seien nötig, um Beschränkungen und Schutzmechanismen festzulegen, während die BTP ihren Einsatz immer weiter ausdehne.
Für die Sorge gibt es einen Präzedenzfall. Bereits 2026 setzte die britische Polizei Einsätze vorübergehend aus, nachdem unabhängige Tests Fragen zu rassistischer Verzerrung bei bestimmten Betriebsschwellen aufgeworfen hatten.
Bislang hat das Experiment der BTP ein anderes Problem hervorgebracht: Nach mehr als einer halben Million Gesichtern war die einzige Person, die ihre Kameras herausfischten, die falsche.
Europas andere Nachtzüge
Wer hier wegen des Reisens liest und nicht wegen der Polizeiarbeit, findet das Bahnmaterial des Dossiers weiter weg vom Nachrichtenschreibtisch. Jüngste Schlagzeilen, die dieser Text nicht als gesicherte Fakten behandeln kann, deuten auf ein volles Jahr für Nachtverbindungen hin: European Sleeper kündigt eine erste Nordroute an, Snälltåget ergänzt eine Direktverbindung von Malmö nach Oslo, und Västtrafik bestellt 35 Avelia Stream Nordic.
Der einzige überprüfbare Datenpunkt in dieser Nachbarschaft ist unspektakulär. TUNAI, das rund um die Uhr aktuelle Stellenanzeigen in Großbritannien, den USA, Kanada und Australien auswertet, meldete am 30. September, in dieser Nacht 621.000 laufende Anzeigen zu verfolgen. Von denen mit Datumsangabe gaben 34.000 an, vor mehr als einem Jahr veröffentlicht worden zu sein, etwa 6 Prozent.
Nichts davon berührt den Kern der Gesichtserkennungsgeschichte, bei der es um Ausgaben und Ergebnisse geht und nicht ums Reisen. Die 320.000 Pfund kauften einen Fehlalarm. Fast 100 Beamtenstunden flossen in die Einsätze. Der Versuch umfasst inzwischen ein größeres Netz als zu Beginn, und den rechtlichen Rahmen, den die Kritiker fordern, gibt es noch immer nicht.
Die BTP vertritt die Position, der Pilot sei gezielt gewesen und Gesichter von Nicht-Liste-Personen würden gelöscht. Ihre eigenen Zahlen, wie berichtet, zeigen keine korrekte Übereinstimmung.
Quellen
5- 01UK rail cops' £320K face-scanning spree nets zero matchesEN
- 02I count 600k live job ads nightly – 34k claim to be over a year oldEN
- 03What von der Leyen left out of her Congress of Europe pitchEN
- 04Every Night Is Different: Ryley Walker on Preserving Live MusicEN
- 05Bats may have first evolved in Europe 65 million years agoEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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