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Europas Lkw-Hersteller wollen weichere CO2-Regeln, Flottenbetreiber sagen Nein

IKEA, EDF, Geopost und DFDS haben am 1. Oktober einen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterzeichnet. Darin fordern sie Brüssel auf, an den bestehenden CO2-Standards für schwere Lkw festzuhalten. Die Hersteller drängen dagegen auf schwächere Ziele.

ReisenAnalyseJonas WeberVeröffentlicht: 2. Oktober 20264 Min. LesezeitQuellen 15
Europas Lkw-Hersteller wollen weichere CO2-Regeln, Flottenbetreiber sagen Nein

Der Brief trägt das Datum 1. Oktober 2026 und kommt von Mitgliedern der EV100-Koalition der Climate Group. CleanTechnica berichtet, zu den Unternehmen gehören IKEA, der französische Versorger EDF, Geopost (im Besitz der französischen Post) und das in Kopenhagen ansässige Unternehmen DFDS.

Ihr Argument ist kaufmännisch, nicht ökologisch. Sie haben bereits Elektro-Lkw bestellt und wollen, dass die Regeln unverändert bleiben. Die geltenden EU-Vorschriften verlangen bis 2030 eine Senkung der CO2-Emissionen um 43 Prozent gegenüber 2019, bis 2035 um 64 Prozent und bis 2040 um 90 Prozent. Diese Ziele sind ohne eine deutlich größere Flotte elektrischer mittelschwerer und schwerer Lkw nicht zu erreichen. Die Unterzeichner erklären, eine Abschwächung würde Investitionen entwerten, die sie bereits getätigt haben. "Set the rules, stick to them, and then get out of the way", so fasste CleanTechnica die Botschaft des Briefes zusammen. Marion Labatut von EDF erklärte in einer Stellungnahme, "businesses are already taking action to electrify their heavy duty fleets" und "maintaining ambitious and stable CO2 standards will give companies the confidence to continue investing at scale".

Der Zeitpunkt ist wichtig. In derselben Woche veröffentlichte Transport & Environment eine Analyse. Darin heißt es, Europa werde bis 2030 genügend Batteriezellen haben, um die Nachfrage von gewerblichen und privaten Elektrofahrzeugen zu decken, die unter den Industrial Accelerator Act fallen, sofern alle angekündigten Projekte verwirklicht werden. T&E warnte außerdem, China kontrolliere bis zu 90 Prozent der globalen Kapazität für Kathodenmaterial und bis zu 95 Prozent für die LFP-Chemie. Der Engpass liegt in der Mitte der Wertschöpfungskette, nicht bei den Zellen.

Das Laden ist die bindende Einschränkung

Der EV100-Brief nennt die Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge als seine Hauptsorge. Diese Lücke wird von mehreren Seiten angegangen. Am 1. Oktober sammelte das französische Software-Startup Voltaback 2.800.000 Euro von Serena und Business Angels, darunter Electra-Mitgründer Aurélien de Meaux, wie Tech.eu berichtet. Voltaback berechnet die Erstattung für das Laden zu Hause bei Firmenfahrzeugen anhand von Daten aus Stromrechnungen, Zählern und vernetzten Fahrzeugen. Das Verfahren sei patentiert und von Bureau Veritas geprüft, teilt das Unternehmen mit.

Die Zahlen hinter diesem Angebot sind deutlich. Tech.eu berichtet, Beschäftigte, denen das Laden zu Hause nicht erstattet wird, verlieren 600 Euro im Jahr. Dieselben Ladungen kosten ihren Arbeitgeber bis zu 2.000 Euro im Jahr. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Frankreich 241.565 neue Elektroautos zugelassen, 28,2 Prozent des Pkw-Markts.

Auch an der Spitze des Kapitalstapels bewegt sich Geld. Headline schloss am 1. Oktober einen europäischen Fonds über 400.000.000 Dollar für Seed- und Series-A-Unternehmen mit Schwerpunkt auf KI, wie Tech.eu berichtet. DIG Ventures schloss am selben Tag seinen dritten Fonds bei 120.000.000 Dollar und zielt auf KI-native Unternehmens- und Cloud-Infrastruktur in rund 30 Pre-Seed- und Seed-Deals.

Die öffentliche Infrastruktur wächst weiter

Auf der öffentlichen Seite wurde Orange Business als Netzwerkpartner für TESTA-EIRIS ausgewählt, das private Rückgrat der EU für öffentliche Verwaltungen, wie Light Reading am 29. September berichtete. Das Design umfasst mindestens 12 Präsenzpunkte in fünf europäischen Regionen und beansprucht eine Verfügbarkeit von 99,999 Prozent. Es ist kein Ladenetz, aber es ist die Art von Argument für souveräne Infrastruktur, auf die sich der EV100-Brief stützt.

Europas Raumfahrtindustrie argumentiert parallel. Beim Pretzl Connect 2026 in Budapest sagte Kate Underhill von der ESA dem EE Times, Startsysteme hingen heute ebenso von Bordcomputern und Konnektivität ab wie vom Antrieb. Der Sektor bleibe Lieferketten für Halbleiter und Rohstoffe ausgesetzt. Raumfahrtsysteme liefen in der Regel "mindestens 10 Jahre hinter der Unterhaltungselektronik her", sagte sie.

Nicht jede Entwicklung dieser Woche weist in dieselbe Richtung. Eine in Nature veröffentlichte und am 30. September von ScienceDaily aufgegriffene Genomstudie führte Fledermäuse auf der Grundlage von 103 Fledermausgenomen und 44 Fossilien auf Europa vor etwa 65 bis 60 Millionen Jahren zurück. Der Bezug zum Frachtverkehr ist null. Der methodische Punkt ist es nicht. Die Sequenzierung in großem Maßstab gelang, weil Forscher Daten aus 64 Ländern zusammenführten. Und darum geht es im Streit um die Lkw-Standards in etwa.

Eine Einschränkung. Das Gegenargument der Lkw-Hersteller erscheint nicht in den Unterlagen und lässt sich hier daher nicht abwägen. Aktenkundig ist ein Brief von Käufern, die Brüssel bitten, das Ziel nicht zu verschieben. Für Flottenbetreiber, die bereits Elektro-Lkw gekauft haben, ist das regulatorische Signal das Kapital.

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Quellen

15
  1. 01European Fleet Operators Urge EU Commission Not To Weaken Truck Emissions PolicyEN
  2. 02Ready to Scale: Europe Will Have Enough Cells to Meet Demand and Grow Its Domestic Battery Value Chain IndustryEN
  3. 03Voltaback raises €2.8M to scale EV charging reimbursement across EuropeEN
  4. 04Mistral and Black Forest Labs backer Headline closes $400M European fundEN
  5. 05DIG Ventures closes $120M Fund III to back Europe's AI infrastructure startupsEN
  6. 06Orange Business to provide European Union's backbone network for trusted data exchangeEN
  7. 07Europe's Space Industry Seeks Greater Supply Chain ControlEN
  8. 08Bats may have first evolved in Europe 65 million years agoEN
  9. 09Developer trains a small AI on a single RTX 3080 Ti gaming GPU to 'play' Pokémon RedEN
  10. 10Netanyahu says pilot arrested after stabbing fellow pilot and apparently trying to crash Israel-bound plane – as it happenedEN
  11. 11Europe's Read of the Trump-Xi SummitEN
  12. 12Why Europe has been absent from the great AI safety debateEN
  13. 13Tencent rolls out payment app for foreign travellers ahead of Apec summitEN
  14. 14Federal Reserve Board issues enforcement actions with former employee of Northstar Bank, former employee of American Express Travel Related Services Company, InEN
  15. 15Terran Orbital Promotes Margherita Cardi to Vice President of European Operations & Head of Strategic ProgramsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Jonas Weber

Jonas Weber

Sport, Auto und Reisen

Jonas Weber schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Verbandsstatistiken, Herstellerangaben und eigene Recherchen vor Ort. Bei Ligaspielen prüft er Spielberichte gegen die offiziellen Datenbanken und gleicht Torschützen sowie Einsatzzeiten ab. Im Automobilbereich vergleicht er technische Daten aus Pressemappen mit unabhängigen Tests, im Reisenressort wartet er auf die saisonalen Streckenfreigaben und spricht mit Veranstaltern. Privat verfolgt er Ligastatistiken, diskutiert über den Videobeweis und spielt selbst Amateurbasketball. Zahlen, die er nicht belegen kann, veröffentlicht er nicht.

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