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Nachtzüge in Europa: Was die Daten zum Wiederaufleben der Schiene sagen

Europas Schlafwagennetz wächst weiter. Die neuesten Zahlen im Dossier beschreiben aber etwas Engeres: ein Publikum von Enthusiasten, eine Welle neuer Strecken und viele unverkaufte Betten, die niemand misst.

ReisenErklärtSven AlbrechtVeröffentlicht: 30. September 20263 Min. LesezeitQuellen 11
Nachtzüge in Europa: Was die Daten zum Wiederaufleben der Schiene sagen

Am 29. September meldete Railway Gazette International, dass die schwedische Verkehrsbehörde Västtrafik 35 Triebzüge des Typs Avelia Stream Nordic bestellt hat. Die Bestellung gilt für den regionalen Tagesverkehr, nicht für Schlafwagen. Diese Lücke ist aufschlussreich: Sie zeigt, wohin öffentliches Geld fließt. Das Wiederaufleben der Nachtzüge tragen überwiegend kleine private Betreiber.

Diese Betreiber waren beschäftigt. European Sleeper kündigte die erste Strecke in den nordischen Raum an, berichtete travellingforbusiness.co.uk. Damit wächst ein Netz, das bereits Verbindungen durch Mitteleuropa fährt. Snälltåget baute sein Angebot mit einer direkten Verbindung von Malmö nach Oslo aus, meldete streamlinefeed.co.ke. Beide Meldungen sind Streckenankündigungen, keine Fahrgastzahlen. Auslastungszahlen nannte keine der beiden Publikationen.

Das ist das Muster im gesamten Dossier: viele neue Nachtzugstrecken, sehr wenige unabhängige Daten darüber, wer sie tatsächlich bucht.

Die besten verfügbaren Publikumszahlen kommen aus einer ganz anderen Ecke. Das Live Music Archive des Internet Archive hat mit Zügen nichts zu tun. Es erinnert daran, wie Nischenprojekte zur Bewahrung sich selbst messen. Ryley Walker, ein 37 Jahre alter Singer-Songwriter, ist mit 95 Konzerten auf der Seite vertreten, die bis 2017 zurückreichen. Sie sind Teil einer Sammlung, die inzwischen mehr als 300.000 Aufnahmen von über 9.000 Künstlern umfasst, wie der Blog des Archive am 29. September berichtete. Die Interessenvertretung für Nachtzüge hat dieselbe Form: eine engagierte Basis, viel Freiwilligenarbeit und fast keine öffentliche Abrechnung.

Wo das Dossier harte Zahlen enthält, geht es meist nicht um die Schiene. TUNAI wertet Stellenanzeigen im Vereinigten Königreich, in den USA, in Kanada und in Australien aus. Das Unternehmen zählte am 1. Oktober 631.000 aktive Anzeigen. 34.000 davon gaben an, vor mehr als einem Jahr veröffentlicht worden zu sein, das sind 6% der Anzeigen mit Datumsangabe. Die älteste nennt 2010. Das zeigt, wie schlecht Online-Einträge altern. Für Buchungsportale im Reisebereich gilt dasselbe wie für Stellenanzeigen.

Die Zahlungsinfrastruktur erzählt eine ähnliche Geschichte über alte Systeme, die nicht verschwinden wollen. Modern Treasury verwies am 30. September unter Berufung auf die Federal Reserve Payments Study 2025 auf einen Wert von Schecks von rund 24.500.000.000.000 Dollar pro Jahr, obwohl die Zahl der Schecks sinkt. Der Beitrag zitierte außerdem eine Feststellung der Atlanta Fed: Nur 7% der Verbraucher bezahlten 2024 eine Rechnung per Scheck, vier Jahre zuvor waren es 19%. Beim Bahnticketverkauf ist es ähnlich. Das Volumen der Transaktionen ist nicht dasselbe wie der Wert, und alte Kanäle überleben länger als erwartet.

Zwei weitere Punkte im Dossier sind für alle wichtig, die europäische Infrastruktur verfolgen. Follow the Money berichtete am 30. September, dass die schriftliche Ankündigung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Congress of Europe die Formulierung enthielt, "Denker und Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler, Bürger und Zivilgesellschaft" zusammenzubringen. Diese Worte sprach sie nicht aus, später wurden sie aus dem offiziellen Text entfernt. Der von Follow the Money zitierte Kommissionsbeamte sagte, die Absicht, die Zivilgesellschaft einzubeziehen, sei unverändert.

Und am 30. September berichtete The Register über den sechsmonatigen Pilotversuch der British Transport Police mit live arbeitender Gesichtserkennung. An Londoner Bahnhöfen wurden mehr als 500.000 Gesichter erfasst, der Einsatz löste einen Alarm aus und ergab keine korrekten Treffer. Die Zahlen, die Liberty Investigates über Freedom-of-Information-Anträge erhielt und über die The Guardian berichtete, beziffern die Kosten auf über 320.000 Pfund und den Zeitaufwand der Beamten auf fast 100 Stunden. Der Versuch wurde bis November verlängert und auf die London Underground ausgeweitet.

Nichts davon beantwortet die naheliegende Frage zu Nachtzügen: Füllen sich die neuen Strecken? Das Dossier enthält für keinen europäischen Schlafwagenverkehr Fahrgastzahlen, und kein darin zitierter Betreiber nennt eine. Solange sich das nicht ändert, lässt sich das Wiederaufleben am besten mit der Streckenkarte beschreiben, nicht mit der Bilanz.

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Quellen

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  2. 02UK rail cops' £320K face-scanning spree nets zero matchesEN
  3. 03Training-free asynchronous agents playing DOOMEN
  4. 04Every Night Is Different: Ryley Walker on Preserving Live MusicEN
  5. 05The Rail That Refuses to Die: Why Checks Still Matter in Modern PaymentsEN
  6. 06Bats may have first evolved in Europe 65 million years agoEN
  7. 07What von der Leyen left out of her Congress of Europe pitchEN
  8. 08Operational HPC lessons learnt training the Tessera geospatial foundation modelsEN
  9. 09Pencils Down, Eyes Open: A Rails Developer After Rails WorldEN
  10. 10China broadens travel curbs to encompass family of top AI talentEN
  11. 11I count 600k live job ads nightly – 34k claim to be over a year oldEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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