Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Griechischer Rat lehnt Frankfurter Parthenon-Leihe wegen Verbindung zum British Museum ab

Der Zentrale Archäologische Rat Griechenlands hat am 1. September den Antrag des Frankfurter Liebieghaus abgelehnt, Parthenon-Skulpturen auszuleihen. Der Grund: Die Stücke sollten neben zwei Fragmenten des British Museum gezeigt werden.

KulturErklärtIngrid BauerVeröffentlicht: 6. November 20263 Min. LesezeitQuellen 17
Griechischer Rat lehnt Frankfurter Parthenon-Leihe wegen Verbindung zum British Museum ab

Die Absage lässt die Frankfurter Ausstellung ohne die griechischen Stücke zurück. Über die Zahl der angefragten Objekte berichteten die Medien unterschiedlich. Die Jerusalem Post sprach von 12 Skulpturen aus drei griechischen Museen. Die Art Newspaper berief sich auf griechische Medienberichte und nannte neun Fragmente aus Athen. Das griechische Kulturministerium antwortete nicht auf die Bitte der Zeitung um Bestätigung.

Die Frankfurter Ausstellung

„Athena, du hast das Wort: Das Parthenon-Puzzle“ öffnet am 18. November im Liebieghaus und läuft bis zum 25. Juli 2027. Im Mittelpunkt steht der Ostgiebel, eine Gruppe aus 39 Figuren, darunter 3,5 m große Darstellungen von Athena und Zeus. Achtzig Prozent dieses Giebels fehlen bis heute, berichtete die Art Newspaper. Zerstört wurde der Giebel irgendwann zwischen dem fünften Jahrhundert n. Chr. und 1670.

Das Team von Kurator Vinzenz Brinkmann rekonstruierte die Gruppe aus 3D-Scans und neun Reliefs. Diese sind in römische Sarkophagdeckel eingemeißelt und liegen größtenteils in Rom. Das British Museum leiht die Füße einer schreitenden Figur sowie ein Stück herabhängenden Gewandes. Das größere Leihstück ist eine Basis mit zwei Füßen, knapp 50 cm hoch und 1,4 m lang. Die Originalfragmente stehen in Vitrinen, daneben eine verkleinerte Gipsnachbildung von 4 m Länge und 50 cm Höhe.

Die Schau findet statt. Elisabeth Pallentin, Sprecherin des Liebieghaus, schrieb, die Absage der griechischen Leihgaben „schmälert weder das Konzept der Ausstellung noch ihre wissenschaftliche Bedeutung“. Direktor Philipp Demandt erklärte in einer Pressemitteilung im August, neue Befunde „verändern unseren Blick auf eines der berühmtesten Denkmäler der Antike grundlegend“.

Warum Athen Nein sagte

To Vima gab die Haltung der griechischen Regierung wieder: Die Skulpturen seien keine einzelnen Objekte, die man verleihen könne, sondern Teile eines Werkes, das zusammen gezeigt werden müsse. Wer beim British Museum leiht, muss das Eigentum des Museums an dem Objekt anerkennen. Griechische Regierungen haben diese Bedingung stets abgelehnt, berichtete die Jerusalem Post.

Der British Museum Act von 1963 verbietet dem Museum, Stücke aus seiner Sammlung dauerhaft abzugeben. Die Marmore liegen seit 1817 im British Museum. Nach Angaben des griechischen Kulturministeriums hält das Museum etwa 60 Prozent der erhaltenen Bildhauerarbeiten des Parthenon. To Vima zufolge hat das British Museum schon früher Parthenon-Stücke verliehen: 2014 schickte es die Giebelfigur des Flussgottes Ilissos an die Staatliche Eremitage in Sankt Petersburg.

Leihe oder Rückgabe

Catharine Titi, Forschungsprofessorin für Völkerrecht beim französischen CNRS, sagte der Zeitung, es gehe nicht darum, ob die Skulpturen London verlassen dürfen. Die Frage sei, ob das Museum ihre dauerhafte Rückkehr akzeptiert. Das British Museum bestätigte gegenüber der Art Newspaper, es „wird weiterhin verleihen“.

Kommentare 0

Quellen

17
  1. 01The British Museum Loaned Parthenon Sculptures to Russia – Why Not Return Them to Greece? - tovima.comEN
  2. 02Greece rejects Parthenon marbles loan request from Frankfurt due to British Museum involvement, reports sayEN
  3. 03Greece reportedly denies Frankfurt museum request to loan Parthenon Sculptures - The Jerusalem PostEN
  4. 04Greece opposes loan of Parthenon sculptures to Frankfurt - UA.NEWSEN
  5. 05Mitsotakis rules out British Museum 'loan' as Parthenon Marbles talks stall - Brussels SignalEN
  6. 06Bayeux Tapestry loan could pave way for Parthenon Sculptures deal, says Cullinan - Museums AssociationEN
  7. 07Should we refuse to give the Bayeux tapestry back to France? Of course not! So why are we keeping the Parthenon marbles? | Simon Jenkins - The GuardianEN
  8. 08Greece rejects British Museum proposal on Parthenon Marbles — Politico Europe - UA.NEWSEN
  9. 09UK resists permanent return of Parthenon sculptures to Greece | Daily Sabah - Daily SabahEN
  10. 10Parthenon marbles loan to Greece is not a simple solution – who gets control over objects?EN
  11. 11Parthenon Marbles talks stall as Athens rejects loan proposalEN
  12. 12Battle over Parthenon Marbles intensifies in British ParliamentEN
  13. 13UK Rules Out Changing Law to Allow Permanent Return of Parthenon Marbles to GreeceEN
  14. 14UK Government Rules Out Law Change on Parthenon Marbles Return - POLITIS - To the pointEN
  15. 15UK has no plans to permanently return Parthenon sculptures to Greece: ReportEN
  16. 16UK government rules out permanent return of Elgin Marbles to Greece - Yahoo News New ZealandEN
  17. 17The DOE announces $5B loan to Constellation for nuclear upratesEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Ingrid Bauer

Ingrid Bauer

Kultur, Küche und Lebensstil

Ingrid Bauer schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Archivdokumente, historische Kochbücher und Gespräche mit Zeitzeugen. Bei Rezepten und Ernährungsratgebern prüft sie Zutatenlisten, Nährwertangaben und Herkunftsbezeichnungen gegen offizielle Register. Für ihre Kulturbeiträge vergleicht sie Spielpläne, Ausstellungskataloge und Marktpreise und wartet auf die Saisonberichte der Landwirtschaftskammern. Ihr eigenes Brot backt sie im Holzofen, kauft auf Wochenmärkten und sammelt alte Kochbücher, was ihre Geschichten über regionale Küche und Handwerk prägt. Sie veröffentlicht keine unbelegten Zahlen und keine Rezepte ohne getestete Mengenangaben.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.