EU-Kommission verlängert Prüfung des UPM-Sappi-Papierdeals bis 9. Dezember
Die Europäische Kommission prüft das Papier-Joint-Venture von UPM und Sappi 20 Arbeitstage länger. Die Entscheidungsfrist läuft damit bis zum 9. Dezember, wie Reuters berichtet. Das Geschäft hat ein Volumen von 1.420.000.000 Euro. Die Unternehmen gewinnen Zeit, um Abhilfemaßnahmen vorzuschlagen.

Ein Sprecher der Kommission sagte Reuters, die Verlängerung gehe auf einen Antrag der Seite zurück, die das Geschäft angemeldet hatte. Bisher galt der 11. November als Frist.
Letter of Facts und Plan für Abhilfemaßnahmen
Am 5. Oktober erklärten UPM und Sappi, sie hätten von der Kommission ein Letter of Facts erhalten. Darin hält die Behörde ihre ernsten Bedenken gegen das Joint Venture aufrecht. UPM teilte mit, das Unternehmen stimme der vorläufigen Bewertung nicht zu und bleibe im Gespräch mit der Kommission.
Um die Bedenken auszuräumen, wollen die Parteien Vorschläge für „spezifische Abhilfemaßnahmen, aber angesichts der Logik des Geschäfts keine Veräußerungen“ einreichen, so UPM. Laut der Erklärung kündigten die Unternehmen das Joint Venture 2025 an und unterzeichneten im Mai 2026 den endgültigen Vertrag.
Vetodrohung und Bedenken der Kommission
Reuters berichtete am 18. September unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, die Kommission wolle das Geschäft untersagen. Zuvor hatten die Unternehmen keine Zugeständnisse angeboten. Eine dieser Personen sagte, die Unternehmen hätten die Wettbewerbshüter in einer Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit in jener Woche nicht überzeugen können. Sie hatten argumentiert, der Deal stütze Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit.
Einen Käufer für mögliche Vermögensverkäufe zu finden, sei schwierig gewesen, weshalb Veräußerungen damals keine Option waren, berichtete Reuters. In der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom August hieß es, das Geschäft könne den Wettbewerb in mehreren Kategorien von Kommunikationspapier für Zeitschriften und Bücher schwächen. Zudem könne es zu höheren Preisen und schlechterer Qualität bei gestrichenem mechanischem und gestrichenem holzfreiem Papier führen.
Die Kommission leitete im April eine eingehende Prüfung ein und setzte das Verfahren im Mai aus, während sie auf weitere Informationen der Unternehmen wartete, wie PYMNTS berichtete.
Das Geschäft würde UPMs Kommunikationspapier-Sparte in Europa und den USA mit Sappis europäischem Kommunikationspapiergeschäft, seinen Spezialpapier-Aktivitäten und verwandten Bereichen zusammenführen. Es würde den größten Anbieter in diesem Segment in Europa schaffen, meldete Reuters.
Die Argumente von UPM
UPM zufolge hat sich die Nachfrage nach grafischem Papier in Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten wegen der Digitalisierung mehr als halbiert. Das Unternehmen rechnet mit einem weiteren Rückgang. Das Joint Venture würde nach seiner Darstellung einen geordneteren Abbau von Branchenkapazitäten ermöglichen, die Versorgung der Kunden sichern und erhebliche Effizienzvorteile bringen.
Wie es weitergeht
Das Geschäft braucht noch die Fusionskontrollfreigaben. China, Südafrika und die USA haben es bereits genehmigt, so UPM. Das Unternehmen erwartet die endgültige Entscheidung der Kommission zum Jahresende oder kurz danach. Das Joint Venture würde erst mit dem Vollzug operativ.
Quellen
11- 01UPM, Sappi Secure EU Extension in €1.42 Billion Paper Deal ReviewEN
- 02Exclusive-EU antitrust regulators set to block UPM-Sappi merger, sources sayEN
- 03Inside information: European Commission has restated its serious concerns about planned graphic paper Joint Venture; UPM and Sappi continue to address these conEN
- 04EU Regulators Poised to Block UPM-Sappi Paper VentureEN
- 05UPM-Kymmene stock reacts to EU move on Sappi deal while holding near EUR 26EN
- 06UPM-Kymmene Oyj: Inside information: European Commission has restated its serious concerns about planned graphic paper Joint Venture; UPM and Sappi continue to EN
- 07Russia and US seek to block plan for binding rules on autonomous weaponsEN
- 08Google, Meta and TikTok sue California to block law protecting children from addiction riskEN
- 09Chinese regulators block SoftBank’s $5.4B acquisition of ABB RoboticsEN
- 10China blocks SoftBank’s US$5.4 billion takeover of ABB’s robotics divisionEN
- 11Astranis Upgrades Falcon 9 Launch Contract to Dedicated Mission for Entire Block 4 Production Run of SatellitesEN
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