Museum de Fundatie übergibt Benin-Bronzetafel an Oba Ewuare II
Das Museum de Fundatie hat am 20. Oktober 2026 eine Benin-Bronzetafel, die vermutlich 1897 geraubt wurde, im Palast von Oba Ewuare II in Benin City übergeben. Zuvor war das Stück fast neun Jahrzehnte in einer niederländischen Sammlung; im November 2025 wechselte das Eigentum.

Museumsdirektorin Beatrice von Bormann übergab die Tafel im Königspalast von Benin City an den Oba. Anwesend waren Frank Keurhorst, Generalkonsul der Niederlande in Nigeria, und Paulo Martins Santos, Portugals Botschafter in Nigeria. Dazu kamen Vertreter der National Commission for Museums and Monuments und weitere Würdenträger, wie artdaily berichtete.
Das Eigentum ging am 10. November 2025 an die Königsfamilie über. Von Bormann und Dr Babatunde Adebiyi von der NCMM unterzeichneten die Übergabedokumente, so artdaily. Die Zeremonie folgte fast ein Jahr später, zum zehnten Jahrestag der Krönung des Oba.
Provenienz und Ausstellung
Das Museum de Fundatie besaß die Tafel seit 1937. In diesem Jahr kaufte Gründer Dirk Hannema sie vom Amsterdamer Kunsthändler Carel van Lier. Davor gehörte sie dem französischen Kunsthändler Charles Ratton, berichtete artdaily. In Edo heißt die Tafel Ama O Ghe Ehen und zeigt einen Schlammschwimmer, ein Tier, das in der Edo-Kultur für Wiedergeburt steht. Solche Tafeln schmückten einst die Wände des Königspalasts.
Das Museum hält es für sehr wahrscheinlich, dass das Stück beim britischen Angriff 1897 geraubt wurde. Als gesichert hat es das nicht dargestellt. 2023 nahm es die Provenienzforschung wieder auf. Um die Rückgabe herum entstand die Ausstellung Back to Benin: New Art, Ancient Heritage, kuratiert von Aude Christel Mgba. Sie lief vom 21. Februar bis 7. Juni 2026 in Zwolle, die Tafel war dort vor ihrer Rückgabe als Leihgabe vorübergehend zu sehen.
Verwahrung und MOWAA
Nach einem Gesetz von 2023, das der damalige Präsident Muhammadu Buhari unterzeichnete, ist der Oba von Benin Eigentümer und Verwalter der Artefakte, berichtete DW. Das Museum of West African Art (MOWAA), 2020 als künftiges Zuhause der Benin-Bronzen beworben, konzentriert sich auf zeitgenössische afrikanische Kunst und die Ausbildung von Restauratoren und Archäologen. Wegen der Eigentumsfrage würden die Bronzen nicht in dem neuen Museum landen, meldete DW.
The Guardian berichtete im Oktober 2025, dass damals keine der zurückgegebenen Bronzen öffentlich ausgestellt war. DW meldete später, viele Bronzen seien im National Museum in Benin City in einer Ausstellung vom 3. bis 28. November 2025 zu sehen gewesen.
Weitere niederländische Rückgaben
Die niederländische Regierung hat eigene Rückgaben angekündigt, berichtete artdaily. Im Februar 2025 sagte sie die Rückgabe von 113 Benin-Bronzen aus der niederländischen Staatssammlung zu. Bis Juni kündigte sie die Rückgabe von 119 Objekten an, darunter Werke aus Sammlungen, die zunächst nicht erfasst worden waren.
Rund 150 Bronzen sind in den letzten fünf Jahren nach Nigeria zurückgekehrt, berichtete The Guardian. Einige stammen aus Privatsammlungen, andere sind staatliche Akte Deutschlands und der Niederlande.
Quellen
7- 01Dutch museum returns Benin bronze plaque to royal palace 129 years after British invasionEN
- 02Restitution row: how Nigeria's new home for the Benin bronzes ended up with clay replicasEN
- 03How is Nigeria's new arts museum tied to the Benin Bronzes?EN
- 04Benin Bronzes restitution debate spotlights Africa's looted heritageEN
- 05Cambridge University museum set to return Benin bronzes to NigeriaEN
- 06Boston Museum Returns Two Stolen Benin Bronzes to NigeriaEN
- 07How is Nigeria's new arts museum tied to the Benin Bronzes?EN
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