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Helical Fusion startet 2027 den Test, JET bleibt bei 59 Megajoule

Helical Fusion will 2027 mit ersten Einschaltversuchen am Pilotreaktor Helix HARUKA beginnen. Das teilte das japanische Unternehmen am 29. September mit. Der 59-Megajoule-Schuss der britischen Anlage JET bleibt der Maßstab für die Fusionsausbeute.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 30. September 20265 Min. LesezeitQuellen 12
Helical Fusion startet 2027 den Test, JET bleibt bei 59 Megajoule

Helical Fusion, ein japanisches Start-up, will 2027 mit ersten Einschaltversuchen an seinem Demonstrationsreaktor beginnen. Den Zeitplan nannte das Unternehmen am 29. September, als es die Baustelle für Journalisten öffnete. Das berichtet die Asahi Shimbun.

Die Anlage Helix HARUKA steht am National Institute for Fusion Science (NIFS) in Toki in der Präfektur Gifu. Sie gilt als Japans erster integrierter Pilotreaktor nach dem Helix-Ansatz. Bei diesem Design verdrehen Magnetfeldlinien das Plasma und schließen es ein. Der Bau der ersten Spiralspule begann Anfang dieses Jahres und ist weitgehend abgeschlossen. Das ist die kurzfristige Zusage. Der längere Zeitrahmen fällt vorsichtiger aus. Sollte die erste Testphase gelingen, will Helical Fusion eine zweite Spule und wichtige Komponenten einbauen, darunter einen Flüssigmetall-Wandblanket. Um 2030 sollen dann die Einschaltversuche der fertiggestellten integrierten Anlage folgen.

Firmenchef Takaya Taguchi sagte vor Journalisten, das Ziel sei ein kommerzielles Kraftwerk bereits in den 2040er Jahren. Er räumte ein, dass neben technischen auch andere Hürden bleiben, und nannte Kosten, Sicherheit und Bautempo.

Helical Fusion ist der einzige private Nutznießer der Helix-Fusionstechnik, die am NIFS entwickelt wurde, einer der größten Fusionsforschungseinrichtungen der Welt. 2025 schloss das Unternehmen einen Leistungstest einer Hochtemperatur-Supraleiterspule (HTS) ab. Dabei bildete es die Magnetumgebung im Inneren eines Fusionsgeräts nach und erreichte einen stabilen Stromfluss unter supraleitenden Bedingungen. Das bezeichnete das Unternehmen als Weltpremiere. Das Ergebnis, so Helical Fusion, beseitigte eine zentrale Hürde für den Bau des integrierten Demonstrationsreaktors.

Die Frage der Energieausbeute

Was der Branche weiterhin fehlt, ist eine Anlage, die mehr Energie erzeugt, als sie verbraucht. Der meistzitierte aktuelle Wert stammt aus der Zeit vor den Nachrichten dieser Woche. Der Joint European Torus (JET) bei Abingdon in Oxfordshire erzeugte in einem fünf Sekunden langen Schuss rund 59 Megajoule, also 11 Megawatt Energie. Der London Daily nannte die Zahl und merkte an, dass das Experiment weiterhin mehr Energie für die Erzeugung der Reaktion verbrauchte, als die Reaktion freisetzte.

Professor Ian Chapman, Chef der UK Atomic Energy Agency, die JET mitfinanziert und betreibt, nannte die Ergebnisse einen Meilenstein. Professor Ian Fells von der University of Newcastle sprach bei 59 Megajoule Wärmeenergie über fünf Sekunden von einem Meilenstein der Fusionsforschung. Professor Sue Ions, Nuklearingenieurin und Fellow der Royal Academy of Engineering, sagte, die Ergebnisse gäben Zuversicht, dass sich das Ziel der Fusionsenergie lohne. Alle drei Äußerungen stammen aus der Darstellung des London Daily.

Die Größenordnung sollte man festhalten. JET erhitzt Deuterium und Tritium auf 150 Millionen Grad Celsius und bildet dabei ein Plasma, das rund zehnmal heißer ist als die Sonne. Diese Reaktion erzeugte die 59 Megajoule. Helical Fusions HARUKA ist ein deutlich kleinerer Schritt. Die eigene 50-MW-Folgeanlage HELIX KANATA bleibt ein Investitionsplan für die 2030er Jahre.

Das Geld bewegt sich schneller als die Physik

Öffentliche und private Finanzierungszusagen kamen gebündelt. Japans Regierung hat Fusionsenergie als einen von 17 strategischen Sektoren eingestuft. Bis zum Geschäftsjahr 2040 will sie 3,1 Billionen Yen investieren, rund 19,7 Milliarden US-Dollar, aus öffentlichen und privaten Mitteln, berichtet Asahi. Premierministerin Sanae Takaichi gilt als starke Unterstützerin der Branche.

In den Vereinigten Staaten haben laut The Fusion Report die Ranghöchste im Wissenschaftsausschuss des Repräsentantenhauses, Zoe Lofgren, und der Vorsitzende des Unterausschusses, Jay Obernolte, den überparteilichen American Leadership in Fusion Act eingebracht. Der Gesetzentwurf sieht 10 Milliarden US-Dollar für die Kommerzialisierung der Fusionsenergie vor. Davon entfallen 3,8 Milliarden US-Dollar auf Testanlagen für Materialien und Brennstoffkreislauf, 3 Milliarden US-Dollar auf ein neues meilensteinbasiertes Demonstrationsprogramm und 2 Milliarden US-Dollar auf das bestehende Meilensteinprogramm.

Dasselbe Medium berichtet, Chinas ENN Group habe den Bau von Helong-2 begonnen, einer Wasserstoff-Bor-Fusionsplattform in der Provinz Hebei. Experimente sind bis Ende 2027 geplant, erste Wasserstoff-Bor-Fusionsstromerzeugung soll 2030 folgen. Proxima Fusion und das Land Niedersachsen vereinbarten den Bau von Europas erster großtechnischer HTS-Bandanlage in Fusionsqualität. Für die ersten beiden Phasen bis 2029 sind rund 140 Millionen Euro vorgesehen, 21 Millionen Euro sagt das Land zu.

Verträge in der Lieferkette folgen. Commonwealth Fusion Systems erteilte nach Angaben der Unternehmensnachrichten seinen größten Einzelauftrag für HTS-Band an Fujikura und sammelte weitere 1 Milliarde US-Dollar ein. Damit steigt das insgesamt aufgenommene Kapital auf 4 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen unterzeichnete zudem eine Forschungsvereinbarung mit A*STAR in Singapur und wurde das erste Fusionsunternehmen, das sich bei PJM Interconnection bewarb, dem größten US-Großhandelsstrommarkt.

Nicht jede Zahl zeigt in dieselbe Richtung. The Fusion Report merkt an, dass aneutronische Ansätze wie D-He3, unterstützt von Helion Energy, und p-B11, geplant von TAE Technologies, Marvel Fusion und HB11 Energy, denselben thermischen Kreislauf oder eine direkte Energieumwandlung nutzen können. Die direkte Umwandlung wurde gezeigt, ist aber nicht serienreif. Bei der D-T-Fusion trägt das Neutron mit 14,1 MeV rund 80 Prozent der Gesamtenergie in ein thermisches Blanket. Dort treibt die Wärme eine Turbine und einen Generator an, ein Mechanismus, der seit über 140 Jahren im Einsatz ist.

Die Personalentscheidungen spiegeln den Wandel. The Fusion Report beschreibt die Berufung von Sam Crisafulli zum Chef-Systemingenieur bei Inertia nach 29 Jahren in leitenden Funktionen, darunter 12 Jahre in der Gruppe für Plasmaerzeugung und Energiesteuerung bei ASML. Das gilt als ein Beispiel für Wechsel aus Halbleiter-, Luftfahrt-, Spaltungs-, Chemie-, LNG- und Versorgungsunternehmen.

Nichts davon ändert die zentrale Unsicherheit. Siebzig Jahre Forschung haben noch keinen kommerziell tragfähigen Reaktor hervorgebracht, wie Asahi in seinem Bericht anmerkt. Der Test von Helical Fusion im Jahr 2027 ist ein Einschaltversuch, kein Meilenstein für ein Kraftwerk. Der eigene Firmenchef nennt Kosten, Sicherheit und Bautempo neben den technischen Problemen. Vorerst bleibt der Rekord bei JETs 59 Megajoule, und die jüngste Zusage ist ein Datum im Jahr 2027 an einem Standort in der Präfektur Gifu.

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Quellen

12
  1. 01Japan's fusion energy startup to begin power-on tests at pilot reactor in 2027EN
  2. 02UK scientists set new record for generating energy from nuclear fusionEN
  3. 03Fusion Energy - The Fusion ReportEN
  4. 04Press | Commonwealth Fusion SystemsEN
  5. 05The Download: OpenAI's chief research officer explains its hacking responseEN
  6. 06MI5 issues spy alert to UK universities over Chinese front co. stealing researchEN
  7. 07Chinese AI tool told researchers how to make bioweaponsEN
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  9. 09OpenResearch: A local-first workspace for research agentsEN
  10. 10What's the Future for Pure Math Research in the Age of AI?EN
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  12. 12Beyond Utilization: Energy-Conscious GPU Sharing for Inference ServingEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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